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Cali Virek Design - © wohnglueck.hamburg

Junges Design: Lampenschirme aus dem 3D-Drucker

Die Gründerinnen des Hamburger Labels Cali Virek setzen auf innovative Technologien und nachhaltige Produktionsprozesse

3D-Druck ist in vielen Branchen auf dem Vormarsch. Vom Prototypenbau in der Automobilindustrie, über Modellkonstruktionen in der Architektur bis hin zu künstlichen Organen für die Medizinbranche – den Anwendungsbereichen der innovativen Technologie sind keine Grenzen gesetzt. Auch in Hamburg wird mit 3D-Druck experimentiert. Das passiert im großen Stil, etwa in der Luftfahrtindustrie oder an wissenschaftlichen Instituten, aber auch im kleineren Rahmen, zum Beispiel in der Kreativbranche. So wollen die Gründerinnen Martina Schulze und Manuela Helms mit 3D-Druck im Designbereich durchstarten – mit ihrem Label Cali Virek.

Faszinierende neue Formen

Seinen Anfang nahm das Label bei Martina Schulze in der heimischen Küche. Dort schraubte und lötete die studierte Industriedesignerin ihren ersten eigenen 3D-Drucker zusammen. Auf diese Weise wollte sie „die Technik dahinter“ besser verstehen. Für das eigene Label, das 2016 entstand, musste dann aber doch ein größeres, vorgefertigtes Modell her.

Ihren Abschluss machte Schulze an der Universität Twente im holländischen Enschede. Dort kam sie auch zum ersten Mal mit dem Thema 3D-Druck in Berührung. „Es ist faszinierend, wie durch das Schmelzen und Auskühlen Formen entstehen, die so in der Massenfertigung nicht hergestellt werden können“, sagt die gebürtige Ostfriesin.

Der besondere Clou: Das Cradle-to-Cradle-Prinzip

Seit März arbeitet sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Manuela Helms in einem eigenen Büro in Hamburg-Eimsbüttel. Helms, die parallel ihr BWL-Studium an der Universität Bremen weiterführt, hat sich auf die Produktion individueller Wanddekorationen spezialisiert. Schulze verantwortet die Fertigung von Hockern, Lampen und Tischen. „Der besondere Clou unserer Produkte ist das kompostierbare Material. Wir arbeiten mit Maisstärke und Holzkunststoffen – so entstehen keine schädlichen Rückstände“, sagt die Designerin.

Cali Virek stehe damit ganz im Zeichen des sogenannten Cradle-to-Cradle-Prinzips (ins Deutsche übersetzt: „Von der Wiege zur Wiege“). Gemeint ist die Vision einer abfallfreien Wirtschaft. „Die Idee ist, vollständig auf den Einsatz gesundheits- oder umweltschädlicher Materialien zu verzichten und, dass alle verwendeten Stoffe Bestandteile eines geschlossenen Kreislaufs sind“, erläutert die Industriedesignerin. Diesem Prinzip wollen die Gründerinnen auch mit der Auftragsfertigung gerecht werden. „Wir produzieren exakt die nachgefragte Menge und nichts darüber hinaus.“

„Je mehr Details, desto aufwendiger der Druck“

Der Sinn für Ökologie und Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in den Designs von Cali Virek wieder. „Wir haben eine tulpenförmige Lampe im Sortiment und auch einen Hocker, der von dem Jahrhunderte alten Symbol der Blume des Lebens inspiriert ist“, sagt Schulze.

Die individuellen Designs entstehen mithilfe eines CAD-Programms (computer aided design), das die Entwicklung von 3D-Modellen ermöglicht. Mit einem weiteren Programm, der Slicer-Software, wird das Modell in Schichten eingeteilt. So werden zum Beispiel die Motorenbewegungen oder die Temperaturen festgelegt, die für den Druck des Modells erforderlich sind. Bis der 3D-Drucker aus dem virtuellen Design einen haptischen Lampenschirm zaubert, können rund fünf Stunden vergehen, ein Hocker nehme sogar bis zu 24 Stunden in Anspruch. „Je mehr Details, desto aufwendiger ist der Druck“, erläutert Schulze.

Zimmernummern für das Scandic Hotel Hamburg

Bislang vertreiben die Gründerinnen ihre Produkte über Do It Yourself-Portale. In den kommenden Wochen soll der Verkauf über ihren eigenen Online-Shop starten. Für das Scandic Hotel Hamburg durfte Cali Virek bereits Zimmernummern und Beschilderungen fertigen. Langfristig wollen die Unternehmerinnen über ein festes Sortiment hinaus auch individualisierbare Einrichtungsstücke anbieten. Kunden sollen dann verschiedene Module zu einem individuellen Produkt zusammenstellen und mit nur einem Knopfdruck in Auftrag geben können. Bis es so weit ist, werde es aber noch ein bis zwei Jahre dauern, schätzen Schulze und Helms.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.calivirek.de

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