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Hightech-Werkstatt lädt zum Experimentieren ein - © Yvonne Scheller

Immer mehr FabLabs in Hamburg: Hightech zum Ausprobieren

Im OpenLab Hamburg lassen sich Ideen zum Leben erwecken. Hamburg News hat die neue High-Tech-Werkstatt an der HSU besucht

Die öffentlich zugängliche High-Tech-Werkstatt, die vom Laboratorium Fertigungstechnik an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) organisiert und betrieben wird, bietet Zugang zu innovativen Technologien und ist im Zuge der FabLab-Bewegung entstanden. Fabrication Laboratorys sind nicht-kommerzielle Werkstätten mit moderner Ausstattung, die eine kostenlose Möglichkeit zum Realisieren eigener Ideen bieten.

HSU: Modelle von bis zu einem Kubikmeter Größe

Auf dem Campus-Gelände der HSU wartet ein beeindruckender ´Maschinen-Park` auf Kreative und innovative Startups. Zum Kern der Ausstattung gehören eine Reihe 3D-Drucker in unterschiedlichen Formaten – der größte kann Modelle von bis zu einem Kubikmeter Größe anfertigen. Dazu gibt es Lasercutter, CNC-Fräse und CNC-Drehmaschine und Standard-Werkzeuge wie Standbohrmaschine, Kappsäge und Akkubohrer. Eine Elektronikabteilung vervollständigt das Angebot. „Alle Maschinen können nach einer Einführung individuell genutzt werden“, erklärt LabManager Babasile Daniel Oladele-Emmanuel. Der gebürtige Nigerianer hat sich in FabLabs auf der ganzen Welt umgesehen und Herausforderungen und Lösungsansätze analysiert. Die Ergebnisse sind in das im Dezember frisch eröffnete OpenLab Hamburg eingeflossen.

3D-Druck könnte Wirtschaft revolutionieren

Es kommt zur rechten Zeit. „Additive Verfahren und Technologien – unter dem Oberbegriff 3D-Druck in aller Munde – nehmen immer stärker Einfluss auf bestehende Wertschöpfungsprozesse der globalen, nationalen und regionalen und damit auch der Hamburger Wirtschaft“, heißt es in einer Analyse, die von der Handelskammer Hamburg zum Thema 3D-Druck – Potenziale und Herausforderungen für die Hamburger Wirtschaft durchgeführt worden ist. Die Hamburger Unternehmen erwarten laut den Umfrageergebnissen zukünftig einen steigenden Einfluss des 3D-Drucks auf alle Geschäftsbereiche, insbesondere auf Transport und Handel, ergab die Befragung aus dem Sommer 2016, an der sich 257 Unternehmen beteiligten. Doch die Analyse ergab auch, dass etwa zwei Drittel der Hamburger Unternehmen die hohen Anschaffungskosten für 3D-Drucker scheuen und mangelndes Know-how in Sachen 3D-Druck-Technik und -Konstruktion eine weitere Hürde darstellt. Im OpenLab Hamburg lässt sich die innovative Technologie nun unkompliziert ausprobieren, Workshops bieten die entsprechende Weiterbildung.

OpenLabHamburg: Aus Fehlern lernen

Auch und gerade Startups sollen Unterstützung im OpenLabHamburg finden, betont Oladele-Emmanuel. „Hier lässt sich Neuland betreten, eine Idee beispielsweise bis hin zum Prototypen entwickeln und dank der OpenSource-Umgebung sind dazu nicht einmal besondere Finanzmittel nötig.“ Und im Lab gilt: „Keine Idee ist schlecht“, bekräftigt der 33-Jährige. Im Gegenteil. Fehlschläge sind wertvolle Quellen für Innovationen. Das Motto laute darum wie im Silicon Valley: ´Fail fast, fail early, fail better`. Alles was Besucher mitbringen sollten sei die Lust am Ausprobieren und dem Spielen mit neuen Ideen, sagt Oladele-Emmanuel. „In unseren 3D-Druckern werden sie dann Schicht für Schicht Realität.“
ys/kk

Weitere Informationen Unter
www.openlab-hamburg.de
www.hsu-hh.de
www.hk24.de/analysepapier-3d-druck

Hier kann experimentiert werden:

Immer mehr „Labs“ entstehen in Hamburg. Mit dem Creative Space for Technical Innovations (CSTI) entstand an der HAW Hamburg jüngst „ein Ort für Experimente, erfahrbare Möglichkeiten, Kooperationen, Wissenstransfer und Unternehmensgründungen“, wie es CSTI-Leiter Kai von Luck bei der feierlichen Eröffnung am 31. März formulierte. Nur einen Tag zuvor eröffnete das FabLab@TUHH. Auf über 120 qm stehen für Studierende, Start-ups und TUHH-Mitarbeiter Labore und Räume für die Ideenentwicklung bis zur praktischen Umsetzung neuer Technologien in digitale Produkte offen.

Schon im Juni 2016 drückte der damalige EU-Digitalkommissar Günther Oettinger auf den Buzzer und erklärte das Digital Innovation LAB (Di-Lab) der HSBA Hamburg School of Business Administration für eröffnet. Hier verbinden sich kreative Ideen und innovative Geschäftsmodelle mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Doch auch abseits der Hochschulen kann experimentiert werden. So bietet etwa das Fabulous St. Pauli auf rund 140 Quadratmetern technisches Equipment und Workshops im Rahmen der FabLab-Bewegung an.

Weitere Informationen unter:
www.csti.haw-hamburg.de
www.tuhh.de/fablab
www.di-lab-hsba
www.fablab-hamburg.org

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