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IFB Hamburg plant neues Innovationsdarlehen für Startups

Martin Jung, Abteilungsleiter Innovationen und Geschäftsentwicklung bei der IFB Hamburg, über neue Fördergelder und den Startup-Standort Hamburg

Die finanzielle Förderung ist meist mit der wichtigste Faktor für Gründer. Aber auch die Möglichkeiten zur Vernetzung und das allgemeine Gründungsklima einer Stadt tragen zur Standortentscheidung bei. Die Hamburg News sprachen über dieses Thema mit Martin Jung, Abteilungsleiter Innovationen und Geschäftsentwicklung bei der IFB Hamburg.

Hamburg News: Wie unterstützt die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) junge innovative Unternehmen aus der Hansestadt?

Jung: Das Kerngeschäft der IFB ist die finanzielle Förderung, aber wir wollen auch dazu beitragen, dass sich das Innovationsklima in Hamburg positiv entwickelt. Deshalb arbeiten wir eng mit anderen Startup-Akteuren, wie dem Startup-Dock der TUHH, der Clusterorganisation nextMedia.Hamburg, der Initiative Hamburg Startups und den Kammern zusammen. Der Vorteil an Hamburg sind die kurzen Wege und, dass die Akteure in der Startup-Szene untereinander gut vernetzt sind. So ist auch unser Engagement beim Hamburg Innovation Summit zustande gekommen. Dort bringen wir agile und dynamische Startups mit innovativen bestehenden Unternehmen zusammen und zeigen neue Technologien zum Anfassen.

Hamburg News: Welche finanziellen Mittel gibt es für Startups von der IFB?

Jung: Unser erstes Förderprogramm heißt „InnoRampUp“. Mit dem Programm können wir im Prinzip alle Arten von Innovationen fördern. Wir bieten den Startups einen maximalen Zuschuss von 150.000 Euro für ihre Geschäftsidee. Die Förderung kann sowohl als Pre-Seed-Finanzierung als auch in den ersten zwei Jahren nach der Gründung als Seed-Money beantragt werden. Für Unternehmen, die schon ein Stück weiter sind und zum Beispiel ein Proof of Concept oder erste Umsätze vorweisen können, bieten wir mit dem Innovationstarter Fonds Beteiligungskapital. Wir investieren bis zu 500.000 Euro pro Finanzierungsrunde in technologieorientierte Unternehmen, die maximal sechs Jahre alt sind. Mit den beiden Programmen haben wir inzwischen rund 70 Startups unterstützt, darunter zum Beispiel das Startup Sonormed mit seiner Tinnitus-Therapie-App „Tinnitracks“ oder die Familien App Familo.

Hamburg News: Planen Sie in Zukunft weitere Förderprogramme aufzulegen?

Jung: Nach den ersten Frühphasenfinanzierungen entstehen im Wachstumsprozess erfahrungsgemäß immer wieder Finanzierungslücken, die wir mit weiteren Programmen abdecken wollen. Noch im Sommer 2016 wollen wir ein Innovationsdarlehen, den „Hamburg Kredit Innovativ“, starten. Über das Darlehen sollen Unternehmen bis zu 1,5 Millionen Euro Kreditmittel zur Verfügung stehen. Für stark skalierende Geschäftsmodelle, bei denen die darlehensbasierte Förderung nicht passt, prüfen wir zurzeit im Auftrag der Bürgerschaft die Auflage eines sogenannten Innovations-Wachstumsfonds. An diesem Finanzierungsinstrument würde sich die Stadt Hamburg mit 10 Millionen Euro Kapital beteiligen, weitere 90 Millionen sollen von privaten Geldgebern kommen.

Hamburg News: In diesen Wochen wird in Hamburg die Bedeutung Europas für die Region gefeiert. Wie ist die Europäische Union an der Förderung Hamburger Startups beteiligt?

Jung: Für jedes unserer Förderprogramme prüfen wir, ob es europäische Mittel gibt, die wir sinnvoll einbinden können – nicht zuletzt um den Haushalt der Stadt Hamburg zu schonen. Im Innovationsstarter Fonds haben wir zum Beispiel Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung eingebunden. Mit der bevorstehenden Neuauflage des Fonds haben wir dann ein Volumen von 25,4 Millionen Euro. Für den neuen Kredit Innovativ decken wir einen Teil des Ausfallrisikos über eine Rückbürgschaft des Europäischen Investitionsfonds. Damit werden wir erstmals Mittel aus dem Juncker-Plan, einer Investitionsoffensive der Europäischen Kommission, für Hamburg nutzen. Auch für den Innovations-Wachstumsfonds werden wir die Einbindung europäischer Mittel prüfen.
ca/kk

Weitere Informationen:
www.ifbhh.de

Martin Jung
Martin Jung, Abteilungsleiter Innovationen und Geschäftsentwicklung bei der IFB Hamburg
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