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Hamburger Wirtschaft: Nachhaltigkeit auf dem Vormarsch

Oftmals sind es kleine Lösungen, die eine enorme Wirkung entfalten können. Nachhaltige Geschäftideen aus Hamburg gibt es in vielen Branchen

Sozial- und umweltverträgliches Wirtschaften – zusammengefasst unter dem Schlagwort Nachhaltigkeit – gilt vielen Hamburger Unternehmen als wesentliches Erfolgskriterium. Das zeigt sich zum Beispiel am Engagement von über 1.000 Unternehmen im Rahmen der Umweltpartnerschaft Hamburg. Dort sind Akteure verschiedenster Branchen mit dem Ziel aktiv, beträchtliche CO2-Mengen einzusparen. „Umweltschutz fängt beim Einsatz schadstoffarmer Mobilität und alternativer Energien an und geht über die Begrünung von Dächern bis hin zur Umrüstung von Gebäuden und Maschinen oder der Entwicklung von komplett neuen Techniken,“ sagte Kai Elmendorf, Vizepräses der Handelskammer Hamburg, anlässlich des diesjährigen Umweltwirtschaftsgipfel in der Handelskammer Hamburg.

Unternehmerisches Engagement wird belohnt

Einzelne Hamburger Unternehmen, wie die Otto Group, zeigen sich besonders engagiert. Erst vor wenigen Tagen hat der globale E-Commerce-Konzern seine Ziele für mehr Nachhaltigkeit in der Textilwirtschaft bekräftigt. Unternehmerisches Engagement soll belohnt werden: Aktuell suchen die Träger der Hamburger Initiative Mut zur Nachhaltigkeit gemeinsam mit dem Magazin “Zeit Wissen” und der Aurubis AG Kandidaten, die einen besonderen Beitrag im Bereich der nachhaltigen Entwicklung leisten.

Breeze verknüpft Problemanalyse und Lösungsansätze

Nachhaltiges Denken beginnt oftmals nicht im großen Stil, sondern mit kleinen Lösungen, die eine enorme Wirkung entfalten können. Die Hamburger Startupszene bringt immer wieder innovative Konzepte hervor, die das Potenzial haben das Wirtschaften nachhaltiger zu gestalten. Zu diesen Pionieren zählt das Cleantech-Unternehmen Breeze, das mit intelligenten Sensoren die Stadtluft von Schadstoffen bereinigen will. Der besondere Clou des handlichen Messsystems ist eine Cloud-Verknüpfung mit einem umfangreichen Maßnahmen-Katalog zur Verbesserung der Luftqualität.

Nachhaltige Innovation für die Logistikbranche

Das Hamburger Startup Nüwiel arbeitet an einem Produkt, das speziell die Umweltbilanz der Logistikbranche verbessern soll. Die Gründer wollen mit einem intelligenten, elektrobetriebenen Lastenträger Lärm, Staus und Luftverschmutzung vermeiden. Die Stadt fördert die Entwicklung nachhaltiger Technologien mit dem vor wenigen Monaten eröffneten InnovationCampus Green Technologies (ICGT). Das Innovationszentrum soll Anlaufpunkt für Existenzgründer aller Hamburger Hochschulen sowie für wissens- und technologiebasierte Gründungen sein.

Möbel-Design nach dem „Cradle to Cradle-Prinzip“

Auch im Designbereich sind nachhaltige Ansätze auf dem Vormarsch. Dass die Designmetropole Hamburg mit mehr als 12.000 ansässigen Designern in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnimmt, überrascht dabei kaum. Die Bedeutung des Standorts befördert Trends wie „Sustainable Design“ und „Ecodesign“. Was sich hinter diesen Schlagworten verbirgt, veranschaulicht das junge Hamburger Label Cali Virek, das Hocker, Lampen und Tische mit dem 3D-Drucker herstellt. Alle Produkte bestehen aus kompostierbaren Materialien – ganz nach dem in der Designbranche bekannten „Cradle to Cradle-Prinzip“ (ins Deutsche übersetzt: „Von der Wiege zur Wiege“). Gemeint ist die Vision einer abfallfreien Wirtschaft.

Bridge&Tunnel schafft Perspektiven in der Modebranche

Insbesondere auch in der Modebranche können kleine Unternehmen wichtige Impulse setzen. Denn in Bezug auf Arbeitsbedingungen und nachhaltige Produktionsprozesse genießt die globalisierte Textilindustrie keinen guten Ruf. Pioniere auf diesem Gebiet sind junge Modelabels, die ihre Produktionsprozesse möglichst transparent und regional gestalten und dabei modische Aspekte nicht aus dem Blick verlieren.

Eines dieser Labels ist Bridge&Tunnel. Sweater, Rucksäcke und Teppiche des Designlabels bestehen aus recycelten Materialien. Neben der lokalen Produktion und dem Einsatz recycelter Grundstoffe haben die Gründerinnen Constanze Klotz und Hanna Charlotte Erhorn ein weiteres Anliegen. Sie möchten ausländischen Mitbürgern, die bislang keinen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt fanden, eine Perspektive bieten. An den Nähmaschinen sitzen begabte Schneiderinnen und Schneider, die zum Teil aus ihren Heimatländern fliehen mussten.

Lycka: Mehr als lukrative Händler-Verträge

Auch die Geschäftsidee des Hamburger Startups purefood ist mit einem starken sozialen Interesse verbunden. Mit Frozen Yogurt, zuckerfreien Snackriegeln und veganem Kokosmilch-Eis erobern die Gründer Felix Leonhardt und Sven Perten deutschlandweit die Supermarktregale. Doch die Macher des Labels „Lycka“ wollen mehr als lukrative Verträge mit den großen Händlern. Teile des Umsatzes fließen seit der Geburtsstunde des Startups in soziale Projekte der Welthungerhilfe.

Dass in der Lebensmittel-Branche tatkräftige Pioniere aktiv sind, beweisen auch die Gründerinnen des Hamburger Startups Frischepost. Juliane Eichblatt und Eva Neugebauer haben sich der Vision einer regionalen Lebensmittelversorgung verschrieben. In ihrem Online-Supermarkt erhalten Kunden ausschließlich Produkte von Herstellern aus Hamburg und Umgebung. Die Lebensmittel kommen tagesfrisch vom Acker, die Auslieferung erfolgt in Mehrwegboxen und Elektrofahrzeugen.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.projectbreeze.eu
www.nuwiel.de
www.facebook.com/calivirek
www.bridgeandtunnel.de
www.lycka.bio
www.frischepost.de

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