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Hamburger Kunsthalle neu ab 2016 - © Moka-studio

Pay what you want: Was ist Ihnen Kunst wert?

Hamburger Kunsthalle testet neues Bezahlmodell im Juli. Überraschende Ergebnisse

Keine festen Eintrittspreise: Im Juli wagt die Hamburger Kunsthalle ein Experiment. An der Kasse werden Besucher gefragt, welchen Betrag sie für ihren Besucher der Sammlung und Ausstellungen ausgeben möchten. “Pay What You Want” (PWYW) ist angesagt. “Wir sind überrascht über das positive Ergebnis”, erklärte eine Sprecherin der Kunsthalle gegenüber NDR Kultur. “Die meisten zeigen sich spendabler als erwartet.” Eine zweite Erkenntnis: PWYW funktioniert insbesondere bei einem persönlichen Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer.

Studien bestätigen Erfolg von PWYW

Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie der Universität Frankfurt bestätigen die positiven Ergebnisse von PWYW (Pay what you want): In allen drei untersuchten Feldstudien –  Restaurant, Kino, Geschäft – nutzten die Konsumenten den Preismechanismus nicht aus. Das Preismodell führte zu Umsatzwachstum und Neukunden. Darauf hofft auch die Kunsthalle.

Flexibler an Besucherbedürfnisse angepasst

Auch bei den Besuchern kommt das Modell gut an. Wer knapp bei Kasse ist, kann kostenlos die Sammlung entdecken – und vielleicht damit erstmals mit Kunst in Berührung kommen. Wer wenig Zeit hat, kann für eine kleine Gabe sich ganz gezielt ein Sammlungshighlight ansehen.

Neue Dinge testen

Auslöser für das neue Bezahlmodell im Juli ist die umfassende Renovierung der staatlichen Kunstsammlung bei laufendem Betrieb. Die Zeit der baulichen Neuorientierung – unter anderem wird der Eingang an den historischen Haupteingang verlegt und das Foyer verändert – soll zugleich auch als Freiraum für neue Ansätze in der Positionierung der Kunsthalle und der Ansprache der Besucher fungieren.

Modernisierung beginnt im Herbst

Die Hamburger Kunsthalle wird ab Herbst umfangreich modernisiert. Ermöglicht werden die Arbeiten durch eine 15-Millionen-Euro-Sachspende der vom Hamburger Unternehmer und Mäzen Alexander Otto und seiner Frau gegründeten Dorit und Alexander Otto-Stiftung. Hamburg stellt zusätzlich sieben Millionen Euro für die Sanierung des Depots der Kunsthalle sowie die Neugestaltung der Außenanlagen am Deichtorplatz/Ferdinandstor bereit.

Drei Bauten verschmelzen

Die Modernisierung wird alle Gebäudeteile der Hamburger Kunsthalle zu einem einzigen Museumskomplex zusammenführen. Dazu wird der historische Zentraleingang im Gründungsbau wieder geöffnet und die seit 1919 ungenutzte Eingangstreppe ausgebaut, die künftig in einen ebenfalls wieder freigelegten, offenen Arkadenraum führen wird. Das großzügige, lichtdurchflutete Foyer mit Kartenverkauf, Besucherinfo und Museumsshop gibt den Blick durch eine breite Glasfront auf die Alster frei. Von dort führen ab Frühjahr 2016 zwei Rundgänge wahlweise zur Gegenwartskunst oder zur Kunst vor 1950. Modernste LED-Beleuchtung sowie neue Bodenbeläge und Wandoberflächen sollen die Exponate deutlich besser zur Geltung bringen.

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburger-kunsthalle.de

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