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Hamburg: weiblich und digital  - © Katrin Schmitt/Outshot

Hamburg: weiblich und digital

Die Digital Media Women verhelfen Frauen zu mehr Sichtbarkeit. Christiane Brandes-Visbeck, Leiterin der DMW Hamburg, stellte das Netzwerk beim Internationalen Frauentag vor.

Der große Festsaal im Rathaus war bis auf den letzten Platz besetzt, als Katharina Fegebank die Gäste des diesjährigen Senatsempfangs zum Internationalen Frauentag am 8. März begrüßte. Die Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung betonte Errungenschaften wie gleiche Rechte, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die wachsende Zahl von Frauen in Führungspositionen. Sie sprach aber auch über eine neue Verunsicherung. „Sicher geglaubte Werte wie Freiheit und Demokratie scheinen in Frage gestellt zu werden.“ Allerdings keineswegs von allen, denn sie beobachtet „eine neue Solidarität und Kreativität, die unsere Demokratie auf ein neues Fundament stellt.“ Zudem betonte Fegebank die Bedeutung von Netzwerken, die über Jahre gewachsen, die Schlagkraft und Sichtbarkeit von Frauen verbessern.

Sichtbarkeit ist ein wesentliches Element für Erfolg

Die Digital Media Women (DMW) sind ein solches Netzwerk, das Christiane Brandes-Visbeck, Leiterin der DMW Hamburg, auf dem Podium im Rathaus kurz vorstellte. 2010 gegründet, haben sich inzwischen gut 800 aktive Vereinsmitglieder in bundesweit sieben Quartieren zusammengetan. Rund 20.000 Interessierte folgen dem Branchennetzwerk zudem auf Twitter und über 8.000 bei Facebook. Hamburg ist die Keimzelle der DMW, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Sichtbarkeit von Frauen auf allen Bühnen zu erhöhen „ob Konferenzen, Fachmedien oder Management Board“, wie es auf der Website heißt. „Sichtbarkeit ist ein wesentliches Element für Erfolg. Name, Reputation und natürlich Vernetzung sind gerade in Zeiten der Digitalisierung entscheidend.“

Social Media Kanäle zielgruppengenau bespielen

Attraktive Rahmenbedingungen zur analogen Vernetzung bieten die DMW bei Meet-ups in wechselnden Locations, bei hochkarätig besetzten Themenabenden und auf verschiedenen Digitalevents bei denen die DMW als Kooperationspartner auftreten. Darüber hinaus ist es wiederum die Digitalisierung, die vielfältige Möglichkeiten bietet, an der eigenen medialen Sichtbarkeit zu arbeiten. Etwa mittels Social Media Kanälen, die zielgruppengenau bespielt werden können. „Um generell auffindbar zu sein und um die Karriere voran zu bringen sind Xing und LinkedIn die Klassiker. Twitter ist besonders für Meinungsmacherinnen als Medium mit hoher Reichweite interessant und Facebook ist attraktiv, weil es einerseits eine große Sichtbarkeit, andererseits Fachvernetzung in den Facebook-Gruppen erlaubt“, nennt die Expertin Beispiele – Brandes-Visbeck ist Inhaberin der Agentur Ahoi Consulting, die auf Kommunikation und Innovation im digitalen Zeitalter spezialisiert ist.

Führung in Zeiten der Digitalisierung ist weiblich

Für Frauen sieht Brandes-Visbeck in der digitalen Transformation vielfältige Chancen. Denn Klischee hin oder her, aktive Kommunikation, Verständigung, Kontaktpflege, kurz: Netzwerken sind Qualitäten, die Frauen oft intuitiv beherrschen – „und Vernetzung ist zentral in unserer digitalen Zeit.“ Auch und besonders im Bereich Leadership. „Führung in Zeiten der Digitalisierung ist weiblich“, ist Brandes-Visbeck überzeugt und verweist auf weitere weibliche Eigenschaften. Zwar seien typisch männliche Attribute wie Mut und Entschlossenheit wichtig, „aber ebenso wichtig sind Sozialkompetenzen wie Empathie, auf Augenhöhe kommunizieren und Wertschätzung transportieren zu können sowie Mentoring.“ Schließlich werden Mitarbeiter heute nicht mehr nur durch Geld und Karriereschritte motiviert, sondern suchen Sinnhaftigkeit und Werte in ihrer Tätigkeit. Ihnen ein entsprechendes Arbeitsumfeld zu bieten, ist eine zunehmend entscheidende Leadership-Aufgabe – vor allem vor dem Hintergrund eines rasanten Wandels im Zuge der Digitalisierung.
ys

Quelle und weitere Informationen:
www.digitalmediawomen.de

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