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Hamburger Hafen - © www.mediaserver.hamburg.de/ E. Recke

Hamburg nimmt Spitzenposition als „Digitale Stadt“ ein

Ergebnisse aus der Smart City-Studie der HWWI. Hamburg treibt den Fortschritt mit Projekten wie dem smartPORT voran. Neue Internetplattform “Hamburg FutureLab”

Unter den deutschen Metropolen nimmt Hamburg bei der Digitalisierung des städtischen Lebens eine Vorreiterrolle ein. Dies wirkt sich bereits heute sehr positiv auf die Attraktivität und die Wirtschaftsleistung der Region aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Hamburg auf dem Weg zur Smart City”, die das Hamburgische WeltwirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Haspa erstellt hat. Für die Zukunft gilt es, das Investitionsklima für digitale Projekte weiter zu fördern und eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung sicher zu stellen. Die größten Effekte liegen dabei in den Bereichen Verkehr, Energie und Verwaltung.

App für den Schiffsverkehr

“Die Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelt ist heute ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Metropolen”, so Prof. Dr. Alkis Otto, der am HWWI die Studie erstellt hat. “Wenn Hamburg weiter wachsen will, muss es alles daran setzen, den erfolgreich eingeschlagenen Weg fortzusetzen.” Beispielsweise könne eine Ausweitung digitaler Informationsdienste, Verkehrs- und Parkleitsysteme zur Entlastung des Verkehrsaufkommens im Stadtgebiet beitragen. In Hamburg wird gegenwärtig im Hafengebiet ein smartes Verkehrskonzept erprobt: Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Cisco testet die Stadt Sensoren, moderne Straßenbeleuchtung und ein Verkehrsleitsystem. Im Rahmen des Projektes smartPORT wurden für die Lkw- und Schiffsverkehre im Hamburger Hafen sowohl Apps zur Information und Koordination als auch eine intelligente Infrastruktur (DIVA) zur Optimierung der Verkehrsflüsse bereitgestellt.

BIP-Steigerung um 2 Prozent

Laut Prof. Dr. Alkis Otto benötigt Hamburg auch Quartiere, in denen das Arbeits- und Privatleben weiter zusammenrückt. “Breitere Straßen und U-Bahnen sind hilfreich, aber besser wären weniger und kürzere Wege”, so der Professor für Volkswirtschaftslehre. Unternehmen sollten Pendlern neben Heimarbeit, auch Bürocenter am Stadtrand anbieten. “Die technischen Grundlagen sind alle da”, unterstreicht Otto. Die volkswirtschaftlichen Effekte wären riesig. Würden die Hamburger arbeiten statt zur Rushhour im Stau zu stehen, könnte das Bruttoinlandsprodukt der Stadt um rund 2 Prozent im Jahr höher ausfallen. “Die Zahl von 320.000 Einpendlern ist schon heute hoch und wird weiter steigen, wenn nicht gegengesteuert wird.” Auch Luftqualität und Lärmbelastung seien zentrale Faktoren für die Lebensqualität in Metropolen. Da der motorisierte Individualverkehr 70 Prozent der verkehrsbedingten CO2-Emissionen verursacht, ist jeder Schritt in Richtung “Smart Mobility” wichtig, so die Studie.

Intelligente Straßenbeleuchtung

Neben dem Verkehr ist die Energieproduktion, ihre Verteilung und ihr Verbrauch für wachsende Metropolen ein kritischer Faktor. Aussichtsreiche Ansätze sieht das HWWI bei der Vernetzung von Verbrauch und -produktion wie sie in vielen “Smart Home”-Technologien angelegt ist. Begleitend dazu sollte eine dezentrale, quartiersnahe, ökologische Energieerzeugung angestrebt werden, die Lastschwankungen ausgleicht und Leitungsverluste reduziert. Feldstudien haben gezeigt, dass Haushalte durch solche “smart grids” den Energieverbrauch um bis 13 Prozent jährlich senken können – im gewerblichen Bereich sogar noch mehr. “In der Smart Energy liegen noch riesige Potenziale, die sich langfristig auf die Lebensqualität in Hamburg auswirken. Eine intelligente Straßenbeleuchtung reduziert beispielsweise nicht nur den Energiebedarf und die Lichtverschmutzung, sondern erfasst im Idealfall auch das Verkehrsaufkommen und erhöht die Verkehrssicherheit”, so Otto.

Städtisches Transparenzportal

Digitale Innovationen benötigen eine breite Akzeptanz. Die Forscher des HWWI empfehlen, die Bevölkerung und die Wirtschaft bestmöglich in die Aktivitäten einzubeziehen. “Die Stadt braucht das technologische Know-how und die Investitionskraft der Unternehmen, um die smarte Infrastruktur bereitzustellen und zu betreiben, darf sich aber nicht von einzelnen Technologien oder wenigen Unternehmen abhängig machen. Ein ordnungspolitischer Rahmen und offen zugängliche Daten sind dabei zentrale Voraussetzungen für Wettbewerb und Effizienz.” Mit dem Transparenzportal, über das Daten und Dokumente der Stadt veröffentlicht werden, und den Online-Diensten der öffentlichen Verwaltung (HamburgGateway) habe Hamburg beispielgebende Grundlagen für mehr Bürgerpartizipation und eine leistungsfähige Schnittstelle zwischen Bürger, Unternehmen und Behörden. Potentiale beständen aber noch für ein digital gestütztes Ideen- und Beschwerdemanagement.

Hamburg FutureLab

Einen Beitrag zur Debatte um ein lebenswertes Hamburg soll künftig die Internetplattform “Hamburg FutureLab” leisten. Unter www.hamburgfuturelab.org bündeln die Haspa und das HWWI ihre Hamburg-Studien, stellen sie zur Diskussion und vernetzen sie mit weiteren Quellen.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.hwwi.org
Die Studie zum Download: www.haspa.de

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