Hamburg-News-media-it-creative-industries-innovation-future-business
© mediaserver.hamburg.de / C. O. Bruch

Gutes Gründungsklima in Hamburg

Vier "Perfect Matches" zeigen beispielhaft, wie gutes Networking funktioniert

Die guten Zahlen vorweg: 8,5 Prozent mehr Gewerbeanmeldungen verzeichnet das aktuelle „Hamburger Gründungsbarometer“ (April 2016) der Hamburger Handelskammer für 2015. Insgesamt zählten Handels- und Handwerkskammer für das vergangene Jahr 20.650 neue Betriebe. Die meisten Gründungen gab es in den Dienstleistungsbranchen und hier vor allem in den Bereichen Unternehmensservices sowie der Informations- und Kommunikationsbranche. An zweiter Stelle folgt das Baugewerbe, gefolgt von Großhandel, Handelsvermittlung und Gastgewerbe.

Passend zum Aufwärtstrend bei den Neugründungen fand am 4. Mai im Handelskammer Innovations-Campus „Hub für Ideen, Hotspot für Innovation: Hat Hamburg, was es braucht?“ statt, eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Medienzukunft made in Hamburg“. Vorgestellt wurden vier „Perfect Matches“: Gelungene Beispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit speziell von Startups und unterstützenden Initiativen und Institutionen. Die bei den „Perfect Matches“ beispielhaft vorgestellten Startups (Gründungen mit einem hohen Grad an Innovation und Wachstumspotenzial) stammen aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Medien und Technik.

Perfect Match: App Camps & die Initiative „Hamburg Startups“

Junge Menschen für digitale Themen und Programmierung zu begeistern – mit diesem Ziel ist „App Camps“ 2014 an den Start gegangen. Das gemeinnützige Unternehmen vermittelt Schülern in Deutschland, Österreich und der Schweiz Programmiergrundlagen. Als einziges Hamburger Startup erhielt „App Camps“ beim diesjährigen „Google Impact Challenge“ 250.000 Euro Preisgeld. Unterstützung im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fand Gründerin Dr. Diana Knodel bei der privaten Initiative „Hamburg Startups“. „Es gab viele Gespräche, die Mut gemacht haben und uns in unserem Glauben an die eigene Idee gestärkt haben.“

„Hamburg Startups“-Co-Founderin Sina Gritzuhn wünscht sich mehr Gründerinnen wie Knodel: „Mutige Menschen, die alles geben, um ihre Ideen zu verwirklichen. Und diese Role Models dürften gern öfter weiblich sein.“ „Hamburg Startups“ setzt sich dafür ein, die Hamburger Gründerszene zu vernetzen, transparenter und nach außen hin sichtbarer zu machen. Das funktioniert vor allem über redaktionelle Arbeit, Beratung, Events und den Hamburg Startup Monitor.

Perfect Match: „connected-health.eu GmbH“ & IFB Innovationsstarter GmbH

Längst organisieren wir weite Teile unseres Lebens über unser Smartphone: Wir kommunizieren und navigieren, informieren uns, kaufen ein und organisieren Arbeit und Freizeit damit. Höchste Zeit, das Smartphone auch den Arztbesuch zu begleiten zu lassen, fand Dr. Johannes Jacubeit. Seine Idee: Die Speicherung und Verwaltung aller ärztlichen Befunde auf dem Smartphone, kombiniert mit einer entsprechenden Hardware bei kooperierenden Ärzten zur Übertragung der Patienten-Informationen um so den digitalen Wandel in Kliniken und Arztpraxen voranzutreiben. Mit diesem Ansatz überzeugte Jacubeit die Jury beim IFB Innovationsstarter. 150.000 Euro gingen im Rahmen der Förderung „InnoRampUp“ an das sich in der Beta-Phase befindliche Hamburger Startup.

„Mit „InnoRampUp“ und dem „Innovationsstarter Fonds“ haben wir zwei sich ergänzende Fördermittel zur Verfügung, um innovative Existenzgründungen und junge innovative Unternehmen in Hamburg in ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit zu stärken“, erklärt IFB-Geschäftsführer Dr. Heiko Milde. Die Institution ist eine Tochter der Hamburgischen Investitions- und Förderbank, zu den bereits geförderten Unternehmen gehören etwa Tinnitracks, Lampuga, Familo oder Channel Pilot Solutions.

Perfect Match: BAGmovies & next media accelerator (nma)

„Life is short – don’t watch crap!“ – so das Motto des spanischen Startups „BAG Movies“, das sich zum Ziel gesetzt hat, über eine Online-Plattform ihren Nutzern empfehlungsbasiert die besten Film- und Fernsehtipps zu präsentieren. Für sechs Monate hat das Gründungsteam um Ben Ickenroth nun den geliebten Meeresblick mit der Nähe zu Elbe und Alster getauscht und wird vom nma sowie von Experten aus Medien, Startup-Szene und Management in der Entwicklung ihres Produkt und Geschäftsmodells unterstützt – und mit 50.000 Euro. „Doch entscheidend sind das umfassende Netzwerk und die tragfähige Infrastruktur, die wir bieten können und über die ein junges Unternehmen einfach noch nicht verfügt“, betont Nico Lumma von nma. Der 2015 gegründete nma fördert europaweit mediennahe Startups wie AdTriba, nqyer oder spectrm, zu den Gesellschaftern gehören etwa Axel Springer Digital Ventures GmbH, dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH oder Gruner+Jahr GmbH & Co. KG.

Perfect Match: myprintoo & Gründungsservice der Handelskammer Hamburg

Myprintoo ist seit 2014 als Full-Service Agentur im Bereich 3D Druck auf dem Hamburger Markt und baut seinen Kundenstamm aus Werbung, Produktdesign, Architektur und Form- und Maschinenbau kontinuierlich aus. Gleich mehrfach Unterstützung fand das Startup beim Gründungsservice der Handelskammer Hamburg: „Sehr hilfreich waren die Erstberatung, die Wirtschaftsjunioren und die Experten bei Fragen von Schutzrechten“, sagt Gründer Kevin Neugebauer. „Tatsächlich ist das Beratungsspektrum breit aufgestellt“, bestätigt Jeanette Gonnermann, stellvertretende Geschäftsführerin der Handelskammer Hamburg und Leiterin der Abteilung „Gründungszentrum / Einheitlicher Ansprechpartner“. Es reiche von grundsätzlichen Fragen wie ´Bin ich eigentlich ein Unternehmertyp?` über Steuerrecht bis zum Service für Fortgeschrittene. „Ganz neu ist unsere Spezial-Beratung für Innovative Gründungen, eine Art Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.“

Entscheidend: Venture Capital-Geber

Dank der Vielzahl von unterstützenden Initiativen und Institutionen hat sich in Hamburg ein positives Gründerklima entwickelt. So erklärt Sina Gritzuhn von „Hamburg Startups“: „Viele Startups stehen in der Startposition oder kurz vor ihrem Wachstum.“ Doch sie weiß auch: „Ein Großteil der Jungunternehmen braucht dazu externes Kapital. Ganz entscheidend sind also private Kapitalgeber oder professionelle Venture Capital-Geber.“

Ein Hamburger Unternehmen, das sich maßgeblich für innovative Geschäftsideen engagiert, ist die Otto Group. Allein im Geschäftsjahr 2015/2016 investierte der Konzern über den Venture Capital-Geber e.Ventures und das Project A Ventures mehr als 50 Millionen Euro in aussichtsreiche Startups entlang der digitalen Wertschöpfungskette. Zu den bekanntesten Hamburger Startups gehören etwa Collins, das erste Open-Commerce-Geschäftsmodell am deutschen Markt, sowie Otto Group Media, ein Data-Driven-Advertiser für die Zielgruppe Frau. Doch die Otto Group engagiert sich auch über Deutschlands Grenzen hinaus. „Durch unsere Drähte in die weltweilte Startup-Szene sind wir als Konzern in der Lage, Neuentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Zudem kommt das Konzernmanagement auf diese Weise mit interessanten Unternehmerpersönlichkeiten in Kontakt“, erklärt Thomas Voigt, Direktor Wirtschafts-politik und Kommunikation bei der Otto Group.
ys/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.hamburg-startups.net
www.innovationsstarter.com
www.nextmedia-hamburg.de/events/kooperationen/next-media-accelerator
www.hk24.de/gruendungsbarometer
www.hk24.de/gruendungsbarometer-april_2016-data.pdf
www.appcamps.de
www.lifetime.eu/company
www.myprintoo.de
www.bagmovies.com

Termine in der Handelskammer Hamburg

Im Rahmen der von der Handelskammer initiierten Reihe „Medienzukunft made in Hamburg” finden pro Jahr jeweils zwei Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen statt, der nächste Termin ist in Planung.

Info-Tage zur Existenzgründung: 23. Mai, 20. Juni, 18. Juli, 15. August jeweils 9 bis 12.15 Uhr

Gründertreffs der Wirtschaftsjunioren: 1. Juni, 6. Juli jeweils 19.30 bis 21 Uhr,

Weitere Informationen unter www.hk24.de/veranstaltungen

Über nextMedia.Hamburg

Eine weitere zentrale Anlaufstelle für Startups ist nextMedia.Hamburg – die Hamburger Initiative für die Medien- und Digitalwirtschaft. Sie wird getragen von der Freien und Hansestadt Hamburg, der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH, dem Verein Hamburg@work sowie engagierten Unternehmen und Persönlichkeiten. Ziel der Initiative ist es, die Spitzenposition der Medienmetropole Hamburg zu sichern und die Rahmenbedingungen für die hiesigen Unternehmen zu verbessern. Die Initiative und der nextMedia.StartHub sind Ansprechpartner zu allen Fragen der digitalen Wirtschaft für Unternehmen, Institutionen und die Öffentlichkeit in Hamburg. Weitere Informationen unter www.nextmedia-hamburg.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.