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Sinnkonsum: Food-Startups mit regionalen Produkten liegen im Trend

Äpfel aus dem Alten Land und Milch von Kühen aus den Vier- und Marschlanden: Regionale Produkte liegen im Trend und sind auch in Hamburg ein Nährboden für kreative Geschäftsideen

Sie heißen Hand-zu-Hand, KaleandMe oder Frischepost: An innovativen Geschäftskonzepten in der Food-Branche mangelt es in der Hansestadt und der Metropolregion nicht. Viele dieser Food-Startups haben nachhaltige und damit auch regionale Produkte zum Kern ihrer Geschäftsidee erhoben. Das beweist auch ein Ein Blick in den Startup Monitor von Hamburg Startups. Ein Beispiel dafür ist das junge Unternehmen Hand-zu-Hand, gegründet 2009 von Frank Doose und Saskia Ludwig. Die Wirtschaftswissenschaftler suchten nach einer sinnvollen Geschäftsidee und begannen mit dem Vertrieb von Apfelschorlen, produziert mit Äpfeln aus dem Alten Land.

Hand-zu-Hand: Die Idee kommt an

Mittlerweile hat Hand-zu-Hand neben Apfel- auch Rhabarber- und Johannisbeerschorlen im Angebot. Zehn Cent pro verkauftem Liter fließen in gemeinnützige Projekte. In PET-Kartons und Glasflaschen, für 1,19 Euro den halben Liter, werden die Schorlen inzwischen bei Edeka, den Drogeriemärkten von Budnikowsky und Biofachhändlern in Hamburg und Schleswig-Holstein verkauft. Auch auf Sylt und in Berlin finden Hand-zu-Hand Schorlen mittlerweile Abnehmer.

KaleandMe: Fitnessdrinks aus der Region

Auch die Gründer von KaleandMe haben sich Regionalität auf die Fahne geschrieben. Das Hamburger Startup vertreibt seit Mai 2015 kaltgepresste Fruchtsäfte in sechs verschiedenen Variationen im eigenen Online-Shop. Appetitlich klingende Kreationen wie “Rosy Roots” oder “Catie Carrot” vermarkten Annemarie Heyl und ihre Kollegen als gesunde Fitnessdrinks. “Die Idee entstand während eines Urlaubs in Kapstadt. Dort ist der Trend der kaltgepressten Säfte bereits viel stärker”, sagt die Mitbegründerin des Unternehmens. Die Zutaten werden, soweit möglich, regional eingekauft. Produziert wird in einem Werk in der Lüneburger Heide.

Vertrieb auch über einen Online Shop

Im Gegensatz zu Hand-zu-Hand setzt KaleandMe auf einen stärkeren Online-Auftritt mit virtuellem Shop und Lieferservice. Schöne Schnappschüsse mit den gesunden Säften werden auf dem Instagram-Profil von KaleandMe gepostet. Und das Geschäft läuft gut: Mittlerweile sind die drei Firmengründer so ausgelastet, dass Sie ihre Jobs als Unternehmensberater an den Nagel gehängt haben.

Größte Herausforderung: Kapitalbeschaffung

So einen kometenhaften Start legt nicht jedes Startup hin. Gerade die Entwicklung eines nachhaltigen Food-Produktes ist in der Praxis oft mit einigen Hürden verbunden. Im Interview mit Hamburg Startups nennt Daniel Plötz, Co-Founder des Energy-Drinks 1337mate, die Kapitalbeschaffung als größte Herausforderung: “Food, Handwerk, etc. gilt auf dem Investoren-Markt noch nicht als „sexy“. Techstartups haben es hier leichter. Dies liegt zum einen am Hype um erfolgreiche Apps und Plattformen, zum anderen natürlich auch an der Skalierbarkeit.”

Diese Haltung ist für Plötz nicht ganz nachvollziehbar: “Keins der Food-Startups, die ich kenne, überlegte sich „Bio und vegan sind der Renner. Lass uns mal egal was verkaufen“. Jeder dieser Gründer hat einen ganz klaren Bezug zu seinem Produkt.”

Zielgruppe: LOHAS

Die Zielgruppe der Food-Startups mit regionalem Fokus wird im Marketing als bestimmter Konsumententyp bezeichnet. Es sind die “LOHAS, kurz für Lifestyles of Health and Sustainability, die bei ihrer Kaufentscheidung besonderen Wert auf gesundheitliche Aspekte und Nachhaltigkeit legen”, erläutert Prof. Dr. Harald Heinrichs, Professor für Nachhaltigkeit und Politik an der Leuphana Universität Lüneburg. Aus den USA kommend, sei die Bezeichnung auch in Deutschland seit einigen Jahren bekannt.

Frischepost: Online-Supermarkt für regionale Produkte

Auf den Trend zum Sinnkonsum setzen auch Juliane Eichblatt und Eva Neugebauer, Gründerinnen des Startups Frischepost. Doch im Gegensatz zu ihren Kollegen von KaleandMe oder Hand-zu-Hand entwickeln die Unternehmerinnen kein eigenes Produkt, sondern vermarkten bestehende Angebote.

In ihrem Online-Supermarkt Frischepost können Kunden Produkte von Herstellern aus Hamburg und Umgebung kaufen. Und die Auswahl ist groß: Neben Obst und Gemüse bietet der Online-Store Milchprodukte, Eier, Backwaren und Fleisch, aber auch verarbeitete Erzeugnisse, wie Säfte, Limonaden, Dressings und Suppen an. Für Transparenz sorgt die persönliche Vorstellung der einzelnen Produzenten aus der Region auf der Website. Ausgeliefert werden die Lebensmittel – selbstverständlich tendenziell nachhaltig – mit Elektrofahrrädern.
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.hamburg-startups.net
www.monitor.hamburg-startups.de
www.hand-zu-hand.de
www.kaleandme.de
www.frischepost.de

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