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Carolin Neumann und Clas Beese riefen die Fintech Week Hamburg 2016 ins Leben - © Katrin Bpunkt

Fintech-Week-Gründer: Digitalisierung des Finanzwesens im Fokus

Die Fintech Week Hamburg 2017 endete am Sonntag. Die Gründer Carolin Neumann und Clas Beese im Interview mit den Hamburg News

Eine Woche lang stand Hamburg ganz im Fokus von Finanzen, Fintechs und dem etablierten Finanzwesen. Rund 2.500 Akteure aus Fintechs, Banken, Versicherungen und der Digitalwirtschaft diskutierten und präsentierten unter dem Motto „Eine Woche. Eine Stadt. Das Beste zur Zukunft der Finanzen“. Die etablierte Finanzwelt trifft noch bis Sonntag auf innovative Finanztechnologie-Unternehmen, die mithilfe von digitalen Lösungen das Banken- und Versicherungswesen revolutionieren wollen. Hamburg News sprach mit den beiden Gründern, Carolin Neumann und Clas Beese.

Hamburg News: Wie ist überhaupt die Idee entstanden, eine Fintech Week zu veranstalten?

Beese: Die Idee zur Fintech Week Hamburg hat ihren Ursprung darin, dass wir die Fintech-Community vernetzen wollten. Ich kannte viele Veranstaltungen und Köpfe der Branche und war der Meinung, die Zeit sei reif, dass man mal alle zusammenbringt.

Hamburg News: Was wollen Sie mit dem Event erreichen?

Beese: Wir wollen die etablierte Finanzwirtschaft und Start-ups aus ganz Deutschland an einen Ort holen. Deshalb finden die Veranstaltungen innerhalb einer Woche statt, damit Leute von außerhalb in die Stadt kommen. Gemeinsam mit diesem Publikum wollen wir auf das Thema Digitalisierung des Finanzwesens aufmerksam machen.

Hamburg News: Die Fintech Week Hamburg feierte 2016 mit 15 Veranstaltungen Premiere. Dieses Jahr waren es bereits 30 Veranstaltungen. Inwiefern hat sich das Branchen-Festival weiterentwickelt?

Neumann: Wir haben 2016 gelernt: Das Interesse an einem Austausch ist da, egal, ob jemand in einer Bank, einem Fintech, einer Beratung oder sonst wo arbeitet. Das positive Echo hat uns sehr beflügelt. Klar, dass die Fintech Week dieses Jahr noch größer geworden ist, aber auch breiter und bunter.

Hamburg News: Warum Hamburg? Was zeichnet die Hamburger Fintech-Szene aus?

Beese: In Hamburg arbeiten 50.000 Menschen in Finanzwirtschaft, deren Arbeitswelt sich durch die Digitalisierung radikal ändern wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Wir hoffen, die Fintech Week kann die Akteure der Hamburger Finanzwirtschaft und Politik für diesen bevorstehenden Strukturwandel sensibilisieren. Hamburg hat eine mittelgroße Fintech-Szene mit etwa 40 Fintechs. Das ist schon mal ein guter Startpunkt. Aber es müssen noch viel mehr werden. Auch dazu wollen wir mit der Fintech Week einen kleinen Beitrag leisten.

Hamburg News: Auf welche innovativen Veranstaltungsformate konnten die Besucher besonders gespannt sein?

Neumann: Die Fintech Week Hamburg bietet das Dach für viele verschiedene Formate – von der Fachkonferenz über Meetups bis zu Barcamp und Startup Weekend – mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen. Was für die einen spannend ist, passt überhaupt nicht zu den anderen, deswegen möchte ich da gar keine Veranstaltung einzeln hervorheben.

Hamburg News: Was sind Ihre ganz persönlichen Highlights?

Beese: An einem Abend übernahm ich eine andere Rolle, ich bin nämlich auch noch für den Finanzplatz Hamburg e.V. tätig. Bei unserer Fintech Lounge haben wir Fintech Hamburg vorgestellt, die Initiative zur Stärkung des Fintech-Standortes. Das hat mich sehr gefreut. Besonders gespannt bin ich nun auf das Startup Weekend zum Abschluss.

Hamburg News: Inwieweit hat sich das betahaus Hamburg als Location bewährt?

Neumann: Für eine so diverse Woche wie unsere ist es sehr wichtig, eine Art Zentrale zu haben, wo die Fäden – und die Leute – immer wieder zusammenlaufen. Das betahaus ist der ideale Hub hierfür, weil hier nicht nur während der Fintech Week bei Start-ups und Unternehmen an Innovationen gearbeitet wird, sondern das ganze Jahr über.

Hamburg News: Immer mehr Frauen etablieren sich in der Fintech-Branche. Welche Rolle spielen sie während der Fintech Week Hamburg?

Neumann: Leider eine viel zu geringe. Letztlich haben sie ungefähr ein Fünftel der Akteure ausgemacht. Ich kenne das aus anderen Kontexten bereits: Mehr Frauen auf die Bühne zu bekommen, bedeutet immer ein einige Anfragen mehr stellen zu müssen, weil tatsächlich Frauen häufiger ab- oder gar nicht erst zusagen. Das Problem wird im Kontext von Banking und Fintech verstärkt, weil es weniger Frauen in Management-Positionen gibt. Und wenn dann erst gar nicht darauf geachtet wird, hat man schnell nur ein oder zwei Quotenfrauen auf seiner Veranstaltung. Da wollen, müssen und werden wir 2018 noch mehr drauf achten und auch unsere Partner mehr dafür sensibilisieren.

Hamburg News: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Fintech Week Hamburg?

Beese: Mit dem Verlauf des diesjährigen Events sind wir wirklich zufrieden. Für die Fintech Week 2018 und darüber hinaus wünschen wir uns Unterstützung durch die Stadt. Ein Grußwort vom Ersten Bürgermeister, wie in diesem Jahr, ist schon mal ein guter Anfang. Und wir hoffen auf noch mehr Themen sowie auf eigene Veranstaltungen von Hamburger Fintechs, Banken und Versicherungen.
sb

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