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Das Team von Fashion Cloud - © FASHION CLOUD GmbH

Fashion Cloud will das B2B-Modegeschäft umkrempeln

Auf der Slush in Finnland wirbt Startup-Mitbegründer Martin Brücher um Investoren für Fashion Cloud. Im Interview spricht der Hamburger über seine Pläne

Fashion Cloud schafft nützliche Schnittstellenlösungen für Modemarken und -händler. Die Cloud ermöglicht den Austausch von digitalem Content, wie Produktbildern und -beschreibungen, Logos, Videos und Marketingmaterial. Mitbegründer Martin Brücher spricht in den Hamburg News über die Internationalisierung des Geschäfts, neue Features der Cloud und den Traum, eine Disruption auszulösen.

Hamburg News: Martin, am Mittwoch reist du zur Slush nach Helsinki. Welche Bedeutung hat dieses Event in der Startup-Szene?

Martin Brücher: Die Slush hat sich in den vergangenen Jahren neben dem Websummit zum wichtigsten Startup-Event Europas entwickelt. Die Konferenz ist eine tolle Chance neue Investoren zu gewinnen. Allerdings ist es weniger eine Veranstaltung für Early-Stage-Startups, als für diejenigen, die schon ein greifbares Geschäftsmodell vorstellen können. Spannend ist die Bandbreite der vertretenen Geldgeber. Neben Investoren aus Skandinavien und dem Baltikum ist der Anteil professioneller Venture Capital-Geber aus Asien besonders hoch. Ich werde in den kommenden Tagen sicherlich im Dauer-Pitch-Modus sein. Für uns findet die Slush genau zum richtigen Zeitpunkt statt. In den vergangenen Monaten haben wir uns vor allem auf die Weiterentwicklung unseres Produktes konzentriert. Jetzt wird es Zeit den eigenen Dunstkreis mal wieder zu verlassen und Investoren für die nächste Finanzierungsrunde zu gewinnen.

Hamburg News: Im Mai habt ihr den zweiten Platz beim Webfuture Award abgeräumt. Gab es weitere Highlights in diesem Jahr?

Martin Brücher: Der Webfuture Award war natürlich eine tolle Auszeichnung. Unser größter Erfolg in diesem Jahr besteht jedoch in der Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Im Januar und im Juni waren wir mit einem Stand auf der Fashion Week in Berlin vertreten. Das war eine super Plattform, um neue Marken und Händler für Fashion Cloud zu gewinnen. Auf der Anbieterseite haben wir eine kritische Masse erreicht, die ihren Content über Fashion Cloud zur Verfügung stellt. Das war ein wichtiger Schritt, denn nur so können wir unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten. Mittlerweile haben wir rund 200 Modemarken in unserem Portfolio. Unser Umsatzziel für 2016 haben wir erreicht. Nun müssen wir Investoren überzeugen, dass unser Geschäftsmodell auch international stark wachsen kann.

Hamburg News: Wie schreitet eure Internationalisierung voran?

Martin Brücher: Fashion Cloud hat mittlerweile Nutzer in 15 Ländern. Über eine Kooperation mit einer Modeagentur, die Modemarken auf dem russischen Markt vertreibt, konnten wir unser Geschäft unerwartet schnell auf den russischen Markt ausweiten. Nicht nur extern auch intern sind wir deutlich internationaler geworden. Unser Team besteht mittlerweile aus 15 Mitarbeitern, darunter sind tolle Leute aus den USA, Neuseeland, Spanien und Tunesien.

Hamburg News: Was sind eure Ziele für das nächste Jahr?

Martin Brücher: Auch 2017 wollen wir Fashion Cloud weiterentwickeln. Neben dem bisherigen Bilddatenaustausch führen wir eine neue Datenschicht ein. Für Händler soll Fashion Cloud als „verlängertes Lagerregal“ funktionieren. Das heißt, der Verkäufer erhält im Geschäft unkompliziert Einsicht in die Warenbestände der Modemarken. Damit können Kundenanfragen viel schneller und zuverlässig geklärt werden. Mittelfristig werden wir auch die Nachbestellung und sogar die Vororder der Artikel über Fashion Cloud ermöglichen. Das ist aber noch ein langer Weg. Wenn es uns gelingt den bisher analogen Prozess der Warenorder zu digitalisieren, würden wir damit eine echte Disruption im B2B-Modegeschäft auslösen. Da bestehen allerdings noch große Hürden und der Markt ist heiß umkämpft. Große Player wie Amazon und Zalando haben dieses Feld ebenfalls im Blick.

Interview: Christin Apenbrink
ca/kk

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