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Digitalmagazin Unified - © Unified

Facebook, WhatsApp & Co - worauf Verlage sich einstellen müssen

Wenn Inhalte heimatlos werden: Das Phänomen „Homeless Media“ ist auch Schwerpunktthema des Digitalmagazins Unified

Egal ob Videos oder Texte: Immer öfter finden diese direkt in sozialen Netzwerken statt. Angebote wie Facebooks Instant Articles, die etwa auch Spiegel Online aus Hamburg nutzt, sind ein Beispiel für dieses Phänomen. Aber auch Snapchat bietet mit Discover eine Möglichkeit an, Inhalte direkt in die App zu integrieren, ohne dass auf eine externe Website verlinkt werden muss.

Francesco Marconi, Strategy Manager bei der Nachrichtenagentur Associated Press, nennt diese Entwicklung „Homeless Media“. Artikel oder Videos benötigen danach keinen festen Aufenthaltsort wie eine Homepage mehr, sondern finden dort statt, wo die User sowieso schon sind: in den sozialen Netzwerken. Dieses Phänomen ist auch für die Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft interessant, denn es bedeutet eine neue Form der Zielgruppenansprache, andererseits aber auch einen Mehraufwand für die Erstellung der Inhalte, der sich lohnen muss. Denn jede Plattform hat individuelle Zielgruppen und Darstellungsweisen, die es zu kennen und zu nutzen gilt. Das erfordert Expertise und Zeit, die Inhalte immer wieder neu anzupassen.

Anforderungen an die Medienbranche

Um sich dem Prinzip Homeless Media zu nähern, hat nextMedia.Hamburg, die Standortinitiative für die Medien- und Digitalwirtschaft, ein Digitalmagazin erstellt, in dem Experten unterschiedlicher Inhaltebereiche zu Wort kommen: Etwa Rike Woelk, stellvertretende Redaktionsleiterin bei tagesschau.de und ARD-aktuell in Hamburg, und Oke Göttlich, Vereinspräsident des FC St. Pauli und Geschäftsführer von finetunes, einem Hamburger Digitalvertrieb von Musik, Videos und Filmen. Sie beschreiben, wie die Digititalisierung und die Revolution durch soziale Netzwerke die Aufgaben und Anforderungen an die Medienbranchen verändern.

Nachrichteninhalte in den sozialen Netzwerken

Auch Francesco Marconi selbst kommt in Unified zu Wort: „Das traditionelle Konzept der Homepage hat sich weiterentwickelt, das Verhalten der Leser hat sich verändert: Sie steuern immer seltener die Startseite direkt an, sondern finden den Weg zu einem Online-Medium gezielt über direkte Links.“ Diese Links finden sich etwa in Social Networks wie Facebook, wo auch Medien ihre Inhalte teilen.

Gerade junge User sind dort unterwegs und stoßen auch auf Nachrichteninhalte, wie eine Umfrage von Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg zeigt: 48 Prozent der 18- bis 29-Jährigen finden in sozialen Netzwerken Nachrichteninhalte, während es unter den 50- bis 60-jährigen gerade mal 18 Prozent sind.

Spitzenreiter Push-Benachrichtigungen

Mit Blick auf die Gesamtbevölkerung gelangen mithilfe von Social Media-Angeboten der Medienhäuser allerdings auch schon 28 Prozent der Befragten an Nachrichten. Das bedeutet den dritten Platz der wichtigsten Nachrichtenlieferanten, nach der Google-Suche (60 Prozent) und den Homepages der Medienhäuser (48 Prozent).

Durchschnittlich 27 Prozent der Befragten wünschen sich zudem, dass Medienhäuser den Kontaktweg über Social Media auch weiter ausbauen, um die User zukünftig besser mit Nachrichten zu versorgen. Ähnlich beliebt sind Newsletter per Mail (26 Prozent) und Messenger-Dienste, etwa über WhatsApp (21 Prozent). Spitzenreiter sind jedoch Push-Benachrichtigungen wie Eilmeldungen, bei denen sich knapp ein Drittel (32 Prozent) sogar noch mehr Aktivitäten wünscht. Für die Unternehmen der Medien- und Digitalbranche bedeutet das: Es gibt viele Wege, den User mit ihren Inhalten zu erreichen.
ak/ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.nextmedia-hamburg.de
Die aktuelle Ausgabe des Digitalmagazins Unified: www.nextmedia-hamburg.de/unified-8

Über nextMedia.Hamburg

nextMedia.Hamburg ist die Standortinitiative für die Medien- und Digitalwirtschaft. Mehrmals pro Jahr widmet sich ihr Digitalmagazin Unified aktuellen Entwicklungen aus der Medien- und Digitalbranche, etwa „Virtual Reality“, „Aufmerksamkeitsökomomie“ oder „Homeless Media“. Zu Wort kommen vor allem Hamburger Experten. Weitere Informationen unter www.nextmedia-hamburg.de

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