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Professor Josef Schlattmann, Leiter des FabLab@TUHH, und TUHH-Präsident Garabed Antranikian bei der Eröffnung - © TUHH/Christian Bittcher

Fab Lab: Mit 3D-Drucker und Lasercutter experimentieren

Kreativräume auch für Startups: Im Fabrication Laboratory an der Technischen Universität Hamburg kann mit Technik-Tools experimeniert werden

Die Zeiten als Do It Yourself vor allem für selbstgezimmerte Holzbänke und handgemachte Strickpullis stand, sind vorbei. Denn neben Möbeln und Mode macht der Selbstmachtrend auch vor Technik-Themen nicht mehr Halt. Beim “Fabbing” werden untern anderem mit 3D-Druckern technische Produkte – vom Handy bis zum Roboter – nach individuellen Vorstellungen entworfen und produziert. Aber auch Kunststoffe oder Plexiglas lassen sich verarbeiten. Auch für Gründer von Startups bietet sich hier die Möglichkeit, schon mal mit den technischen Tools zu experimentieren.

Experimentier-Räume für Wissenschaftler und Startup-Gründer

An vielen Orten haben sich die Werkstätten angesiedelt, in denen die technischen Geräte einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht werden sollen – wie kürzlich in Hamburg das Fabrication Laboratory (kurz Fab Lab) an der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Dort stehen für Studierende, Startup-Gründer und TUHH-Mitarbeiter auf über 120 Quadratmetern Labore und Räume für die praktische Umsetzung neuer Technologien in digitale Produkte bereit. „Das FabLab ist eine Anlaufstelle für alle, die sich für Technologien begeistern, sich bei ihrer Umsetzung gegenseitig unterstützen und so Stück für Stück umfassendes Technik-Know-how aufbauen“, sagt Professor Josef Schlattmann, Leiter des FabLab@TUHH.

Von der Idee bis zur Umsetzung

Vor Ort bietet ein Kreativraum Interessierten die Möglichkeit, sich auszutauschen und Ideen zu diskutieren. Angeboten werden auch Workshops zu technologischen Themen. Darüber hinaus können an einem Elektronikarbeitsplatz kleine mechatronische Prototypen montiert und getestet werden. Die konstruktive Umsetzung einer Produktidee in einen digitalen Prototyp kann im CAE-Labor erfolgen, einem Rechnerpool, der unterschiedliche Software für die Entwicklung technischer Produkte enthält. Erste Prototypen entstehen im Fertigungslabor: Filamentdrucker, Stereolithographiedrucker, 3D-Scanner und Lasercutter stehen dort zur Verfügung.

Open Lab Days: Zugang für jedermann

Im Hamburger Stadtteil St. Pauli befindet sich einer der ersten Vertreter der globalen „Fabbing“-Bewegung in Hamburg. In fußläufiger Entfernung zur Hamburger Reeperbahn bietet der Fab Lab Fabulous St. Pauli Workshops an, in denen sich auch Anfänger mit den Hilfswerkzeugen des Fabbings vertraut machen können. In einer Produktionshalle und einem Elektronik-Arbeitsraum stehen auf circa 140 Quadratmetern 3D-Drucker, Lasercutter sowie CNC-Fräsen für Vereinsmitglieder zur Benutzung bereit. An regelmäßig stattfindenden Open Lab Days sind die Geräte für jedermann zugänglich.

FabLab@TUHH will sich öffnen

Auch an der TUHH könnte sich der Nutzerkreis des Fab Labs langfristig erweitern. „Wir haben das Ziel, allen Interessierten Zugang zu den Maschinen und dem Wissen der Community zu gewähren. Aber auch wir müssen noch lernen, wie dies zu organisieren ist”, so Professor Schlattmann. “Aus diesem Grund möchten wir uns zunächst auf die Hamburger Hochschulen sowie ihre Ausgründungen konzentrieren. Dies hat nicht zuletzt versicherungstechnische Gründe. In Zukunft soll das FabLab aber auch für private Personen offen sein.“
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.intranet.tuhh.de/aktuell
www.tuhh.de/fablab
www.fablab-hamburg.org

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