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Breeze-Team um Co-Founder Robert Heinecke (mittig) - © Anne Gaertner

Hamburger Startup will Stadtluft von Schadstoffen befreien

Nach erfolgreichen Tests in Büroräumen sollen die „Breeze“-Sensoren schon bald im Stadtgebiet zum Einsatz kommen - und in Serie gehen

Viele Angestellte kennen das Problem: Nach Meetings und Telefonaten wird der Sauerstoff im Büro gerade in den Nachmittagsstunden schon mal zur Mangelware. Das macht müde und schlägt sich auf die Konzentration nieder. Ein Hamburger Startup möchte diese Situation mit einer intelligenten Technologie vermeiden. Ein einziger, handlicher „Breeze“-Sensor soll ausreichen, um die Luftqualität in einem Großraumbüro im 30-Sekundentakt und auf den Meter genau lokalisierbar zu messen. Nach einer Analyse auf Basis der Messwerte erhalten die Kunden Vorschläge, wie sich die Luftqualität verbessern lässt. Hinter der Breeze-Technologie stehen die Informatiker Robert Heinecke, Sascha Kuntze und Jan Rübbelke.

Förderung vom TUHH-Startup Dock

Die Breeze-Sensoren, die gerade bei mehreren Mittelständlern in Hamburg und im Ruhrgebiet getestet werden, sollen keineswegs nur die Büroluft verbessern. Das große Ziel der Gründer ist es, ihre Technologie in Städten zu verbreiten, um dort das Schadstoff-Management zu optimieren. Die zündende Idee kam Co-Founder Robert Heinecke während eines Aufenthaltes in der türkischen Metropole Istanbul. „Die Luft war dort in den Wintermonaten so versmogt, dass man es auf der Haut und in den Atemwegen spürte“, erzählt der Absolvent der Universität Hamburg.

Zurück in Deutschland schnappte er sich zwei seiner Kollegen, mit denen er parallel zum Studium in einer Unternehmensberatung arbeitete. Seit der Gründung 2015 ist das Team auf sieben Mitarbeiter angewachsen, die sowohl im IT- als auch im Nachhaltigkeitsbereich spezialisiert sind. Gearbeitet wird in Räumlichkeiten, die das Startup Dock der Technischen Universität Hamburg (TUHH) zur Verfügung stellt.

Verknüpfung von Problemanalyse und Lösungsansätzen

Der besondere Clou des „Breeze“-Messsystems ist seine Cloud-Verknüpfung mit einem Katalog, der aktuell rund 3.500 Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität beinhaltet – darunter zum Beispiel der Einsatz von Algenwänden, ein luftqualitätsabhängiges Verkehrsmanagement oder schadstofffilternde Wandfarben. Die automatische Verknüpfung von Problemanalyse und Lösungsansätzen soll Zeit und Kosten sparen und damit mehr Budget für die Umsetzung der Maßnahmen lassen.

In Pilottests konnten sich die Breeze-Sensoren bereits beweisen, wie Heinecke berichtet: „Die Sensoren führten die schlechte Luftqualität in einem Großraumbüro auf dicht am Gebäude parkende Mitarbeiterautos zurück. Daraufhin wurde der Parkplatz auf die andere Seite des Firmengeländes verlegt und die Luftqualität im Büro merklich verbessert.“ Auch Kopiere, Drucker, Heizungsanlagen und ungereinigte Filter in Klimaanlagen wurden bereits als Luftverschmutzer identifiziert.

SmartCity-Projekt in Hamburg geplant

Nach den ersten Erfolgen im Indoor-Bereich plant das Startup im Juni ein erstes SmartCity-Projekt mit der Breeze-Sensorik in einem Hamburger Stadtteil. Die handlichen Sensoren mit einem Durchmesser von neun Zentimetern sollen dann zum Beispiel von Straßenlaternen aus die Luftqualität auf Feinstaub, Ozon und Stickstoffe untersuchen. Genauere Informationen wollen die Gründer in den kommenden Wochen bekannt geben.

Damit ist die Planung für 2017 noch nicht abgeschlossen. Ende des Jahres soll das erste Serienprodukt der Büro-Lösung auf den Markt kommen. „Die Sensorentechnologie ist für den Außen- wie den Innenbereich relativ ähnlich. Unsere Outdoor-Sensoren werden nur minimaler Änderungen bedürfen, um dann auch in Serie zu gehen“, kündigt Heinecke an.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.projectbreeze.eu

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