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© Limberry Foto Sibilla Kawala-Bulas

In diesen Branchen sind Hamburger Gründerinnen aktiv

Frauen gründen seltener als Männer. Und doch gibt es genügend Beispiele besonders einflussreicher Unternehmerinnen

Vor kurzem wurden die Gründerinnen des Hamburger Startups Bridge & Tunnel mit dem Digital Female Leader Award 2016 in der Kategorie Change ausgezeichnet. Mit ihrem Modelabel setzen sich Constanze Klotz und Hanna Charlotte Erhorn für umweltschonend und lokal produzierte Kleidung ein. Die individuelle Mode ist über den Online-Shop des Startups erhältlich. Das Karrierenetzwerk Women in Digital e.V. zeichnete am 1. Dezember zum ersten Mal gemeinsam mit der Frauenzeitschrift „myself“ prägende Persönlichkeiten der Digitalwirtschaft aus. Da schließt sich die Frage an – welche Rolle spielen Frauen in der Gründerszene und in welchen Branchen sind sie besonders aktiv?

Gründeranteil in Hamburg bei 14,2 Prozent

Nach wie vor gilt: Frauen gründen seltener als Männer. Das zeigt auch der im November 2016 veröffentlichte European Startups Monitor. Demnach liegt der Anteil von Gründerinnen europaweit gerade einmal bei 14, 8 Prozent, in Deutschland sind es 13,9 Prozent. Nach Angaben des Hamburg Startup Monitors stellen Frauen in der Hamburger Gründerszene einen Anteil von 14,2 Prozent. 612 Startups listet die Übersicht der privaten Initiative Hamburg Startups aktuell. Angezeigt werden Unternehmen, die nicht älter als zehn Jahre sind, nach Wachstum streben und einen innovativen Charakter haben. Die Plattform gibt auch einen Einblick in die Branchen, in denen Frauen in Hamburg gründen.

Eine der 50 einflussreichsten Startup-Unternehmerinnen

Die mit Abstand beliebteste Hamburger Gründerbranche ist der Commerce. Und so wundert es nicht, dass in diesem Bereich auch Frauen am stärksten vertreten sind. 36 der insgesamt 178 Hamburger Gründerinnen (24,3 Prozent) sind in dieser Branche aktiv. Beeindruckend ist zum Beispiel der Werdegang von Freya Oehle, die 2013 im Alter von 23 Jahren ihr erstes Unternehmen gründete. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Tobias Kempkensteffe brachte sie die E-Commerce-App Spottster auf den Markt. 2015 wurde Oehle mit dem Victress Award, einer Auszeichnung für führende Frauen, geehrt. Im November 2016 kürte sie der Startup-Blog EU StartUps zu einer der 50 einflussreichsten Startup-Unternehmerinnen.

Gründerin sorgt in der “Höhle der Löwen” für Begeisterung

Doch Oehle ist keineswegs die einzige Frau die den Commerce-Sektor aufmischt. Die Frischepost-Gründerinnen Juliane Eichblatt und Eva Neugebauer wollen regionale Lebensmittel-Produzenten mit einem Online-Shop inklusive Lieferservice beim Vertrieb unterstützen. Findeling -Mitbegründerin Katharina Walter arbeitet mit Leidenschaft an einer Online-Plattform für lokale Geschäfte und Limberry -Gründerin Sibilla Kawala-Bulas sorgte mit ihrer ausgefallenen Trachtenmode zuletzt in der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ für Begeisterung. Mit ihrer Online-Plattform für Privatkonzerte haben sich auch die Sofa Concerts -Gründerinnen Miriam Schütt und Marie-Lene Armingeon einen Namen gemacht.

9,5 Prozent der Gründerinnen in der Medien-Branche

An zweiter Stelle der Branchen, in denen Frauen gründen, steht aktuell mit 18,9 Prozent der Service-Bereich, an dritter Stelle mit 18,2 Prozent die Food-Branche. 11,5 Prozent der Gründerinnen arbeiten an einer Geschäftsidee, die sich nicht exakt einer der im Startups-Monitor geführten Branchen zuordnen lassen. 9,5 Prozent der Gründerinnen ordnen ihr Unternehmen der Medien-Branche zu. Besonderen Einsatz zeigen in diesem Bereich die Macherinnen der Plattform Hamburg Startups, Sina Gritzuhn und Sanja Stankovic. Die Gründerinnen schaffen seit mehreren Jahren Transparenz und Sichtbarkeit für junge Unternehmen aus Hamburg. Mit Event-Formaten wie dem Startups@Reeperbahn Pitch und dem Hamburg Startups Mixer tragen sie darüber hinaus zur Vernetzung der hiesigen Startup-Szene bei.

Geringer Anteil in der Games-Branche

Weniger ausgeprägt ist die Präsenz von Gründerinnen mit 6,8 Prozent im Tech-Bereich, obwohl der Anteil der Startups in dieser Branche insgesamt bei 13,3 Prozent liegt. Gerade einmal 2,8 Prozent der Unternehmen im Monitor ordnen ihr Geschäftsmodell der Fashion-Branche zu. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Anteil unter den Frauen mit 5,4 Prozent geringer ausfällt. In der Games-Branche sind Frauen mit 4,7 Prozent zwar gering vertreten, dabei ist aber auch der insgesamt geringe Anteil von Startups in dieser Branche mit 4,1 Prozent zu berücksichtigen.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.monitor.hamburg-startups.net/stats
www.hamburg-startups.net/bridge-and-tunnel-designs-society
www.europeanstartupmonitor.com

Über Hamburg Startups

Das Hamburg Startups Team rund um die Gründerinnen Sina Gritzuhn und Sanja Stankovic setzt sich für eine effektive Vernetzung und Sichtbarkeit der Hamburger Startup-Szene ein. Neben Event-Formaten wie der Startups@Reeperbahn Pitch und dem Hamburg Startups Mixer haben sie gemeinsam eine Plattform etabliert, die eine transparente Darstellung aller Hamburger Startups bietet – dem Hamburg Startup Monitor. Das Team möchte sich mit dem regelmäßigen Monitoring der Startup-Szene für die internationale Wahrnehmung der Stadt Hamburg als Gründermetropole einsetzen. Eine Übersicht über über 600 Hamburger Startups ist im Hamburg Startup Monitor zu finden. Weitere Informationen unter www.hamburg-startups.net

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