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Auftritt von „Limberry“-Gründerin Sibilla Kawala-Bulas in "Die Höhle der Löwen" - © VOX / Bernd-Michael Maurer

DHDL: Diese Hamburger Startups rockten in der Gründershow

Wie ist es Limberry, Towell+ und Ankerkraut nach ihrem Auftritt in der Höhle der Löwen ergangen? Und welcher Löwe biss am häufigsten an?

Vom Dirndl über Gewürzmischungen bis zum Designerhandtuch – die Bandbreite der vorgestellten Hamburger Geschäftsideen in der dritten Staffel der Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” war groß. In den elf Folgen der dritten Staffel standen allein sieben Startups aus Hamburg vor der Jury. Sie stärkten damit auch das Image der Hansestadt als Startup-Standort. In der Sendung, die 2014 erstmals auf VOX ausgestrahlt wurde, pitchen Gründer vor potentiellen Investoren. Wenn die erfolgreichen Unternehmer (“die Löwen”) überzeugt sind, können sie Anteile erwerben und die Startups mit ihrem KnowHow unterstützen.

Vom Feinkostladen in die Supermarktregale

Zum Staffelauftakt wagten sich gleich zwei Hamburger Startups in die Höhle der Löwen. Mit Investments von insgesamt 550.000 Euro gehörten die Ankerkraut -Gründer Anne und Stefan Lemcke sowie die Limberry -Gründerin Sibilla Kawala Bulas zu den Abräumern der ersten Stunde. Anne und Stefan Lemcke aus Jesteburg bei Hamburg überzeugten die Juroren mit ungewöhnlichen Gewürzmischungen. Das frische Geld floss in Produktionsflächen, Maschinen, Logistik, Personal und den Online-Auftritt. Ankerkraut ist mittlerweile nicht mehr nur in Feinkostläden, sondern in großen Supermarkt-Ketten erhältlich.

Limberry produziert jetzt auch Lederhosen

Der gefühlte Star der ersten Sendung war jedoch eine andere: Limberry -Gründerin Sibilla Kawala-Bulas begeisterte die Löwen mit ihrer schicken Dirndl- und Designer-Trachtenmode, die sie an lebenden Modellen präsentierte. Auch die Zahlen konnten überzeugen, so dass gleich zwei Löwen anbissen: Carsten Maschmeyer und Judith Williams boten der Hamburgerin je 125.000 Euro für insgesamt 20 Prozent der Unternehmensanteile. Mit den beiden Löwen an ihrer Seite hat die junge Unternehmerin ihre Kollektion von 100 auf 500 Dirndl-Modelle aufgestockt, Büroflächen erweitert, neue Mitarbeiter eingestellt und die erste Limberry-Herrenkollektion auf den Weg gebracht.

Towell+ bei Otto, Amazon und im stationären Handel

Zu den absoluten Staffelhighlights zählte der Auftritt der Hamburger Gründer Lennart Rieper, Florian Goecke und Paul Dudda mit ihrer Handtuchinnovation Towell+. Nicht nur der Pitch, den Frank Thelen als nahezu perfekt bezeichnete, überzeugte, auch das Produkt machte den Löwen ein Investment schmackhaft. Mittlerweile ist das Towell+ bei Otto, Amazon und auch im stationären Handel erhältlich.

Kale&Me profitiert auch ohne Investment von der Show

Nicht jedes Unternehmen kann die Höhle der Löwen mit einem Investment verlassen. So erging es auch der Gründerin der Marke “Gesund&Mutter”, der Hamburgerin Susi Leyck. In ihrem Onlineshop vertreibt die zweifache Mutter ausgewogene Mahlzeiten aus dem Weckglas. Die Jury kritisierte den hohen Verkaufspreis, keiner stieg ein. Ähnlich erging es Horrormasken-Hersteller Wizardo. Bei den Gründerinnen des Dessous-Labels SugarShape soll der Deal mit Judith Williams und Frank Thelen nach der Show geplatzt sein.

Ob die Deals wie in der Wochen zuvor aufgezeichneten Show ausgehandelt zustande kommen oder sich die Partner auf eine andere Form der Zusammenarbeit oder andere Investments einigen, wird nicht immer öffentlich. Doch auch ohne Investment kann sich der Auftritt in der Höhle der Löwen lohnen, wie die Mitbegründerin des Saftkuren-Onlineshops Kale&Me, Annemarie Heyl, den Hamburg News bestätigt: „Die Sendung und die Nachwirkungen waren für uns ein voller Erfolg und wir werden gerade überschüttet von Bestellungen.” Dazu beigetragen haben könnten auch die guten Einschaltquoten der dritten Staffel. Mit Marktanteilen von durchschnittlich 15 Prozent bei den 14- bis 59-Jährigen soll die Staffel die bisher erfolgreichste gewesen sein, heißt es von der RTL-Mediengruppe.

Ein Löwe aus Hamburg mischt die Jury auf

Nicht nur unter den Startups, auch in der Jury, sorgte Hamburger Unternehmergeist für Wirbel. Als einer der neuen Investoren der Staffel stahl DS-Produkte-Chef Ralf Dümmel seinen Kollegen zum Teil mächtig die Show. Der Unternehmer aus Stapelfeld bei Hamburg machte mit Abstand die meisten Investments. Vom Drahtbügel bis zum Kuchenständer – überall witterte Dümmel das große Geschäft. In der siebten Folge lief der hungrige Löwe zur Höchstform auf und machte ganze sechs Investments – bei sieben Pitches -, wie die private Initiative Hamburg Startups im Anschluss berichtete. Laut Gründerszene.de gehen 17 der insgesamt 23 tatsächlich nach der Show zustande gekommenen Deals auf das Konto des Konsumgüter-Fachmanns. Insgesamt habe Dümmel knapp 2,2 Millionen Euro investiert.

2017 soll eine weitere Staffel von „Die Höhle der Löwen“ ausgestrahlt werden. Eine Veränderung gab die RTL-Gruppe bereits bekannt: Löwe Jochen Schweizer wird in Staffel 4 nicht mehr dabei sein. Die Hamburg News werden wieder über spannende Geschäftsideen aus Hamburg berichten.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.vox.de/die-hoehle-der-loewen

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