Hamburg-News-media-it-creative-industries-innovation-future-business
Vorbilder - ©  Laura Treskatis / Pressestelle des Senats

Dem Rechtsextremismus die „rote Karte“ zeigen

Fotoausstellung „VorBILDER“ in der Rathausdiele eröffnet. Neues Beratungsangebot hilft beim Ausstieg aus der rechten Szene

Jan Pörksen, Staatsrat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, hat am 4. August 2015 die Fotoausstellung „VorBILDER“ in der Rathausdiele eröffnet, die dort bis zum 21. August zu sehen ist. Die vom Bundesministerium des Innern initiierte Wanderausstellung zeigt prominente Vorbilder aus Politik und Sport, die gemeinsam für Respekt, Toleranz und Menschenwürde eintreten.

Weltoffene Stadt mit Willkommenskultur

Staatsrat Jan Pörksen: „Hamburg ist eine weltoffene Stadt, deren Willkommenskultur sich in diesen Tagen zum Beispiel im ehrenamtlichen Engagement für Flüchtlinge in beeindruckender Weise zeigt. Wenn wir über Vorbilder sprechen, gehören für mich die über 2.000 Ehrenamtlichen dazu, die geflüchteten Menschen helfen. Gleichwohl müssen Sport und Politik auch weiterhin gemeinsam gegen Rassismus – auch im Alltag – vorgehen und Seit an Seit dafür sorgen, dass ein diskriminierungsfreies Zusammenleben möglich ist.“

Marie-Luise Würtenberger: „Verstärkt unsere Mannschaft, wir brauchen Euch“ ist die Botschaft von Bundespräsident Gauck in der Ausstellung. Genau darum geht es: Wir möchten Menschen dazu ermutigen, sich ebenfalls gegen jede Form von Diskriminierung zu stellen und für die Würde aller Menschen einzutreten, überall. Nicht nur rechtsextreme Attacken, sondern jede Form von Alltagsrassismus verletzt die Geschmähten zutiefst und ist zugleich ein Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte. Es ist deshalb unsere gemeinsame Aufgabe, Haltung zu zeigen und die Opfer zu unterstützen. Je mehr Menschen dabei mitmachen, je erfolgreicher werden wir sein.“

Angelika Kohlmeier, Fotografin, Studio Kohlmeier Berlin: “ In Deutschland werden jeden Tag Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Sexualität diskriminiert. Unsere Fotografien zeigen Menschen, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz positionieren. Sie zeigen Gesicht und sie nehmen sich Zeit für das Thema. Wir alle sollten Gesicht zeigen, Zivilcourage beweisen, aktiv für unsere Demokratie einstehen und Rechtsextremismus entschieden entgegentreten.”

Vorbilder aus Hamburg

„Zieht euch warm an!“ ist die Botschaft von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und HSV-Torwart René Adler. Damit wollen beide über Sport und Politik hinaus als „Vorbilder“ ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung setzen und für Respekt, Menschenwürde und Fairplay eintreten. Das Bild mit den beiden Hamburgern ist in der Ausstellung zu sehen.

22 „Paare“, jeweils aus Sport und Politik, haben in intensiven Gesprächen je eine gemeinsame Aussage formuliert. Die Fotografen Bernd und Angelika Kohlmeier haben die Gespräche in Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentiert. Ziel des Ausstellungsprojektes ist es, möglichst viele Bürger zu ermutigen, menschenverachtendem Verhalten die „rote Karte“ zu zeigen und der Verbreitung rechtsextremer Gesinnung entgegenzutreten. Rechtsextremismus und Ausgrenzung sollen im Umfeld des Sports und mit Mitteln des Sports bekämpft werden. Mit der Aktion und der damit verbundenen Botschaft ist das Ziel verknüpft, vor allem junge Menschen dem Einfluss rechtsextremer Gruppierungen zu entziehen.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de

Neues Beratungsangebot gegen Rechtsextremismus

Für Menschen mit rechter Orientierung sowie deren soziales Umfeld gibt es ab sofort ein neues Beratungsangebot in Hamburg: Das Projekt „Kurswechsel“ bietet Unterstützung bei der Distanzierung von der rechten Szene. Direkt Betroffene und ihre Angehörigen können das neue Beratungs- und Bildungsangebot ebenso in Anspruch nehmen wie Fachkräfte und Multiplikatoren der sozialen und Jugendarbeit. Sie sollen in die Lage versetzt werden, distanzierungs- und ausstiegswillige Menschen in ihrem sozialen Umfeld angemessen zu begleiten. Durchgeführt wird „Kurswechsel – Ausstiegsarbeit Rechts“ vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD). Die Beratung ist kostenlos und absolut vertraulich. Das Projekt wird mit jährlich 105.000 Euro im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ vom Bund sowie der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration gefördert. „Kurswechsel“ ist Teil des Landesprogrammes gegen Rechtsextremismus „Hamburg – Stadt mit Courage“, das 2013 vom Senat beschlossen wurde und seitdem umgesetzt wird.
www.kurswechsel-hamburg.de
www.hamburg.de/landesprogramm

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.