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Familonet-Gründer: Michael Asshauer, Hauke Windmüller und David Nellesen - © Bartosz Ludwinski

Hamburger Startup Familonet: App nun auch für den B2B-Markt

Die Familien-App Familonet hat weltweit rund 1,8 Millionen registrierte Nutzer. Nun erweitert das Hamburger Startup sein Geschäftsmodell

Das Kind macht sich auf den Weg zur Schule – ob es dort auch wohlbehalten ankommt? Viele Eltern wünschen sich mehr Sicherheit. Diese bietet eine App des Hamburger Startups Familonet. Eltern bekommen so zum Beispiel automatisch eine Meldung, sobald das Kind gut angekommen ist. Bislang war das Unternehmen Familonet vor allem für seine Familien-App bekannt, für die sich bis dato nach Firmenangaben rund 1,8 Millionen Nutzer weltweit registriert haben. Die Anwendung soll die Alltagskommunikation in Familien und Kleingruppen erleichtern. Das Hamburger Startup hat sein Geschäftsmodell nun auch auf den Bereich B2B erweitert.

Der Schlüssel zum Erfolg heißt „Geofencing“: Beim Betreten vordefinierter Orte werden die Mitglieder einer Gruppe automatisch über die Ankunft des App-Nutzers informiert. Die innovative Software wollen nun auch Firmenkunden nutzen.

Anwendung im location-based Marketing

Wie dies funktioniert, erklärt Mitbegründer Hauke Windmüller im Gespräch mit den Hamburg News: „Die Lokalisierungstechnologie wird von uns in Form einer Software bereitgestellt, die andere Entwickler in ihre App integrieren können.“ Anwendungsfälle für die Technologie gibt es zahlreiche, da ein großer Teil der auf dem Markt verfügbaren Apps Standortinformationen für ihre Services nutzt. „Unsere Technologie ist zum Beispiel für das location-based Marketing interessant: Befindet sich ein potenzieller Kunde in der Nähe, kann das Geschäft die Person mit einem Rabattgutschein via Push-Benachrichtigung gezielt ansprechen. Das geht natürlich nur, wenn die Person einer entsprechenden Vereinbarung über die Nutzung ihrer Daten zugestimmt hat.“ Auch eine große deutsche Bank habe das Team bereits als Kunden gewinnen können.

Privatsphäre statt Live-tracking-Services

Die Erfolgsgeschichte von Familonet begann 2012 als Ausgründung der Universität Hamburg. Die damaligen Betriebswirtschaft-Studenten Hauke Windmüller und Michael Asshauer hatten die Idee für eine Familien-App in einem Entrepreneurship-Seminar entwickelt und anschließend den Informatiker David Nellessen ins Boot geholt. Mit ihrem punktuellen standortbasierten Ansatz wollten sich die Gründer von der Konkurrenz aus den USA abheben. Dort gab es bereits erfolgreiche Familien-Apps, die auf umfassende Live-tracking-Services setzten. Die Familonet App bot mit dem standortgebundenen Ansatz ein geringeres Maß an Kontrolle, stärkte dafür aber die Privatsphäre der Nutzer. Vor allem im europäischen Markt kam das gut an.

Gefördert von der Europäischen Raumfahrtorganisation

Familonet wurde 2014 mit dem MobileTech Award und dem Webfuture Award als eines der innovativsten deutschen Mobile-Unternehmen ausgezeichnet. Von November 2015 bis Februar 2017 war Familonet Teil des Business Incubation Centres der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA).

Mittlerweile ist das Familonet-Team auf 13 Personen angewachsen, gearbeitet wird in einem Office in der Hamburger Sternschanze. Die Familonet App ist heute eines von drei Standbeinen des Unternehmens. Neben B2B-Anfragen zum gezielten Einsatz ihrer Software erreichen die Gründer neuerdings auch Aufträge zur Entwicklung ganzer Apps. Die Familonet App bleibt aber weiterhin ein wichtiger Geschäftsbereich. Aktuell werde sie vor allem in der DACH-Region genutzt. Aber auch in anderen Märkten ist die Anwendung beliebt, wie Hauke berichtet: „Die App ist momentan in 16 Sprachen verfügbar. Wir verzeichnen viele registrierte Nutzer in den USA, Brasilien und der Türkei.“
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.familo.net
www.onbyrd.com

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