Hamburg-News-media-it-creative-industries-innovation-future-business
Andreas Rieckhof eröffnet den Creative Space an der HAW Hamburg - © HAW Hamburg / André Jeworutzki

Creative Space an der HAW Hamburg eröffnet

Einweihung mit Champagner aus Bits und Bytes: Im neuen Creative Space tauchte Staatsrat Andreas Rieckhof ein in virtuelle Welten. Die Hamburg News waren dabei

Champagner ist bei feierlichen Anlässen sehr beliebt. Doch die Flasche mit der Staatsrat Andreas Rieckhof am Freitag (31. März) das Creative Space for Technical Innovations (CSTI) an der HAW Hamburg eröffnete, bestand aus Bits und Bytes. Und so schwang der Champagner durch eine virtuelle Umgebung, zerschlug eine Mauer, brachte eine ganze neue Welt zum Vorschein – und schließlich das CSTI.

Die innovative Experimentierfläche für digitale Systeme der Zukunft soll zur Keimzelle für Kreativität und Innovationen werden. Hier sollen Studierende und Startups unmittelbar mit der Wirtschaft vernetzt werden und dringende Fragestellungen zu Themen wie Digitalisierung,* Industrie 4.0* oder Smart Cities bearbeiten. Oder wie Kai von Luck, Professor für Angewandte Informatik und Leiter des CSTI an der HAW Hamburg, es ausdrückte: „Dies soll ein Ort sein für Experimente, erfahrbare Möglichkeiten, Kooperationen, Wissenstransfer und Unternehmensgründungen.“

Wahrnehmung von virtuellen Räumen

Andreas Rieckhof schien der Ansatz zu gefallen. „Es sind vor allem Inkubatoren und Accelerator-Programme, die heute die Gründungszentren der modernen IT-Branche bilden“, betonte der Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und zeigte sich überzeugt: „Diese experimentellen Labore wie der „Creative Space“ sind wichtige Elemente, um auf spielerische Weise neue Ideen zu entwickeln, umzusetzen und im Bestfall sogar zur Marktreife zu führen.“ Eine dieser neuen Ideen probierte der Staatsrat gleich aus. HAW-Student Jonathan Becker hatte sich mit der Wahrnehmung in virtuellen Räumen beschäftigt und versetzte Rieckhof dank VR-Brille in eine Loftwohnung, vollständig eingerichtet mit Sitzecke, Bett, einem Flügel und einer kleinen weißen Katze, die im Hintergrund herumtollte.

Eine Frage der Perspektive

Becker hatte gut gearbeitet, der Rundum-Blick ließ sämtliche Einzelheiten detailgetreu erkennen, bis hin zu einem prächtigen Kronleuchter an der Decke. Und damit sind wir beim Clou: Betritt man in dieser virtuellen Welt eine Rampe, kippt der Raum langsam nach vorn und erzeugt einen Perspektivwechsel. Plötzlich bietet sich der Ort so dar, wie er einer Fliege an der Wand erscheinen dürfte. Ein weiterer Schritt und die Perspektive wechselt zu ´kopfüber`.

Grenzen austesten und sprengen

Eine Erfahrung, die durchaus gewöhnungsbedürftig ist, wie auch die Hamburg-News-Journalistin erfahren durfte. „Weiche Knie sind dabei ganz normal, das gibt sich gleich wieder“, beruhigte Becker. Er hatte recht und erklärte, worauf er mit seinem Informatik-Bachelorprojekt abzielt. „In einer virtuellen Umgebung ist absolut alles möglich und mit dieser Anwendung möchte ich Grenzen austesten und sprengen.“ Einen Raum aus der Fledermaus-Perspektive zu betrachten, könnte für die Spiele-Industrie interessant sein, aber auch Architekten oder Interior Designer wären mögliche User, glaubt der 23-Jährige.

Intelligenter Spiegel mit Gefühlsanzeige

Maria Lüdemann, 24, präsentierte im CSTI ihr Masterprojekt: Ein* intelligenter Spiegel*, der sowohl körperliche als auch emotionale Zustände spiegelt. „Das eignet sich beispielsweise zur Burnout-Prävention. Denn obwohl wir subjektiv durchaus wissen, wann wir eine Ruhepause brauchen, ´beweist` der Spiegel dieses Gefühl mit objektiven Daten.“ So könne der Spiegel jeden Tag ein Foto machen, um optische Veränderungen zu belegen. Das Smart-Object könne aber auch mit Schlaf- und Aktivitäts-Trackern, einer Analysewaage oder einem Blutdruckmessgerät kombiniert werden. Und in Zukunft könnte der Spiegel vielleicht Terminerinnerungen anzeigen oder mit Sozial Media-Kanälen vernetzt werden.

Experimentieren mit Zukunftstechnologien

Mehr als 20 Unternehmen und über 50 Wissenschaftler haben das CSTI bereits während seiner Gründungsphase besucht, während sich das interdisziplinäre Team aus Studierenden und Lehrenden mit einer ganzen Reihe verschiedener Projekte aus Bereichen wie Virtual- und Augmented Reality, Künstlicher Intelligenz oder Human-Computer-Interaction beschäftigte. Das frühzeitige Interesse wurde wohl auch durch das Living Place befördert, wo Professor Kai von Luck bereits seit 2011 das Wohnen der Zukunft erforscht.

Im Apartimentum von Xing-Gründer Lars Hinrichs

Das Experimentieren mit Zukunftstechnologien ist für die HAW Hamburg somit kein Neuland. Einige der im Living Place entwickelten Smart-Home-Anwendungen hat Lars Hinrichs beispielsweise für sein Apartimentum übernommen. Der Xing-Gründer hatte das wohl intelligenteste Haus Deutschlands im Herbst letzten Jahres eröffnet. Die HAW-Idee, praxisnahe Forschung zu betreiben und einen Inkubator für neue Ideen, Produkte und Anwendungen zu schaffen, funktioniert.
ys/kk

Creative Space for Technical Innovations

Der Creative Space for Technical Innovations (CSTI) der HAW Hamburg dient als Schnittstelle zwischen den drei Bereichen Forschung und Entwicklung, Gründung und Spin-offs sowie Weiterbildung für kleine und mittlere Unternehmen. Das Projekt wird mit 676.000 Euro von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gefördert. Damit unterstützt dieses Labor die strategischen Leitlinien, die sich der Senat für die Wirtschaftspolitik gesetzt hat, um Hamburg durch bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft fit für die Digitalisierung zu machen und zudem dringend benötigte Fachkräfte auszubilden.
Weitere Informationen unter:
www.csti.haw-hamburg.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.