Hamburg-News-media-it-creative-industries-innovation-future-business
Craftspace-Gründer - © Robert Schlossnickel

Craftspace: Flexible Arbeitsplätze für Künstler, Handwerker & co

Nicht nur bei Privatpersonen, auch im B2B-Bereich ist die Plattform auf dem Vormarsch. Gerade konnte das Hamburger Startup einen Etappensieg vermelden

Heute Hamburg, morgen Amsterdam und nächste Woche vielleicht San Francisco: frei und flexibel arbeiten und sich dafür tageweise einen Arbeitsplatz mieten, das wird in erster Linie mit dem „digitalen Nomadentum“ in Verbindung gebracht. Freiraum und Unabhängigkeit sind jedoch keineswegs nur bei der Arbeit am Laptop gefragt. Auch Künstler, Handwerker und anders Kreativschaffende können vom Trend des flexiblen Arbeitsplatzes profitieren. Diesen Bedarf haben drei norddeutsche Unternehmer erkannt und Anfang 2016 die Online-Plattform Craftspace gelauncht.

400 Locations in Hamburg, Bremen und Berlin

Craftspace funktioniert nach dem AirBnB-Prinzip – nur eben nicht für Ferienunterkünfte sondern für Ateliers, Werkstätten und Küchen. Auch Event- und Seminar-Locations gehören zum Portfolio. Die Eigentümer stellen ihre Angebote mit Bildern, Beschreibung und Preisangaben auf der Webseite vor. Interessierte können eine Anfrage mit dem gewünschten Zeitfenster stellen. Erst vor wenigen Tagen konnte das Hamburger Startup einen neuen Etappensieg vermelden: Seit dem Launch der Webseite vor etwas mehr als einem Jahr ist das Craftspace-Angebot auf über 400 Locations in Hamburg, Bremen und Berlin gewachsen, darunter Pop-up Restaurants, Foodtrucks, Filmstudios, Manufakturen und Makerspaces.

Auf der Suche nach einem Foodtruck

Die Köpfe hinter Craftspace sind Robert Frisinger, Christoph Lange und Dr. Til Rochow. Die drei kennen sich seit dem gemeinsamen Studium in Maastricht und Barcelona. Jeder bringt persönliche Erfahrungen in das Projekt ein: Christoph war bereits an der Gründung einer Berliner Filmproduktionsfirma beteiligt, Robert als Berater für norddeutsche Mittelständler tätig. Til, der ebenfalls als Unternehmensberater gearbeitet hat, war 2015 Mitbegründer eines Hot-Dog-Foodtrucks in Hamburg. Hier kam die Idee für Craftspace zustande, denn Til musste feststellen, wie schwierig es sein kann, den passenden Raum für ein kreatives Projekt zu finden.

Eine Community-Plattform für Großstädte

Craftspace ist ursprünglich als Plattform für Privatpersonen, Macher und Gründer gestartet. Nach und nach kamen immer mehr B2B-Anbieter hinzu. „Die Nachfrage von Medienproduktionen, Catering-Unternehmen oder Workshop-Anbietern hat uns anfangs überrascht. Wir hatten damit gerechnet, dass in diesem Bereich bereits eine gute Infrastruktur besteht“, erklärt Mitbegründer Christoph. Craftspace soll vor allem eine Community-Plattform sein. „Das Konzept funktioniert am besten in großen Städten. Als nächstes könnten wir unser Angebot um Locations in Köln und München erweitern“, erzählt der ehemalige Unternehmensberater.

Organisches Wachstum statt schneller Gewinne

Vorher stehen aber noch andere Ziele auf dem Plan. Erstmal soll Craftspace eine kritische Masse von über 500 Locations erreichen. Um das Wachstum voranzutreiben, wurde zum Jahreswechsel die Provision, die zuvor auf erfolgreiche Vermittlungen anfiel, aufgehoben. Damit ist die Plattform nun sowohl für Mieter als auch Vermieter kostenlos. „Wir sehen, dass unsere Plattform funktioniert: Sie wächst und ermöglicht viele tolle Projekte. Über weitere Services und eine Vergütung machen wir uns Gedanken“, sagt Christoph. Auf der Suche nach Investoren sind die Gründer derzeit nicht. „Unser Angebot wächst organisch“, erklärt der Unternehmer. Da würden die Gewinnerwartungen eines Geldgebers nur unnötigen Druck erzeugen.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.craftspace.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.