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Matthias Schrader: Ten ways not to lose your customer

Zehn Tipps vom NEXT-Gründer. "Wenn Sie in der Smartphone-Welt Ihres Kunden nicht mehr vorkommen, haben Sie schon verloren"

Ich bin keine Maschine, ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut… manch‘ ein Besucher der Digitalkonferenz NEXT mag den neuen Titel von Tim Bendzko zur Selbstvergewisserung vor sich hin gesummt haben, denn darum ging es: Unter dem Motto „It’s me, your digital ego” wurde in faszinierenden Keynotes und Cases gezeigt, wie künstliche Intelligenz immer weiter und immer schneller in unsere Lebensbereiche vordringt. Am 22. und 23. September ging es auf der Trend- und Business-Konferenz in Hamburg um den Konsumenten von morgen. Mehr als 50 Speaker aus Europa, Asien und den USA sprachen vor rund 1.300 Entscheidern in ungewöhnlichen Kiez-Locations über das Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine.

Im Interview mit den Hamburg News verrät Matthias Schrader, NEXT-Gründer und CEO der Hamburger Agentur SinnerSchrader, wohin die digitale Reise geht und was Unternehmen jetzt unbedingt tun müssen.

Tipp1: Denken Sie an Ihre neuen Kunden

Der Konsument verändert sich. 150 bis 200 Mal am Tag nimmt er dieses kleine Gerät in die Hand. Das Smartphone wird zur Fernbedienung für das tägliche Leben. Wenn ich als Unternehmen nicht in der Smartphone-Welt meines Kunden vorkomme, dann finde ich praktisch überhaupt nicht mehr statt. Oder ich werde einen Teil meines Geschäftes verlieren.

Tipp 2: Schaffen Sie konkreten Nutzen

Unternehmen bauen Produkte und die stecken sie in eine digitale Servicehülle. Die Frage dahinter ist doch, wie muss mein Verhältnis zum Kunden beschaffen sein? Was für Produkte braucht er wirklich? Bauen Sie Produkte, die funktionieren und die einen ganz konkreten und möglichst schnellen Nutzen für ihn haben.

Tipp 3: Time is Money

Wir leben zunehmend in einer One-Klick-Ökonomie. Die Aufmerksamkeitsspanne der Konsumenten sinkt rapide. Sie ist von durchschnittlich 6 Minuten innerhalb weniger Jahre auf heute 60 Sekunden gesunken. Der Nutzen ihres Wertangebotes muss sofort vom Konsumenten erfassbar sein.

Tipp 4: Schaffen Sie Spaß am Produkt

Beispiel Dienstleistung. Die Wahrnehmung dessen, was ich als Kunde erlebe, verändert sich. Fragen Sie sich: Wie ist die digitale Erfahrung des Konsumenten, macht es zum Beispiel Spaß, das digitale Produkt zu nutzen? Etwa im Banking. Da ist rund 15 Jahre lang zu wenig passiert.

Tipp 5: Denken Sie immer an die digitale Entsprechung

Produkte verändern sich. Jedes physische Produkt hat künftig auch einen digitalen Aspekt. So ist zum Beispiel auch das Auto zunehmend ein digitales Produkt und eine digitale Serviceleistung.

Tipp 6: Verlassen Sie sich nicht auf die vermeintliche Kraft der Marke

Der Marken-Aspekt tritt zunehmend in den Hintergrund. Künftig tritt der funktionale Nutzen eines Produktes immer mehr in den Vordergrund. Dieses Umdenken fällt besonders in Deutschland sehr schwer. Aber schließlich habe ich google oder Amazon auch nicht durch einen emotionalen TV-Spot kennengelernt, sondern durch den Nutzen, der sofort da war.

Tipp 7: Service, Service, Service

Auch die traditionellen Vertriebswege verlieren massiv an Bedeutung. Der Connect ist durch die digitale Verbindung ja schon ausgerollt. Nun muss ich nur noch einen relevanten Service für den Kunden bieten, um auch relevant zu sein.

Tipp 8: Sie sind der Boss

Für das gesamte Unternehmen ist die digitale Transformation eine riesige Herausforderung. Natürlich geht es auch darum, die Mitarbeiter dabei mitzunehmen. Aber denken Sie auch daran: die Quelle aller Wertschöpfung ist der Kunde, dieser hat die höchste Priorität.

Tipp 9: Kommen Sie auf die NEXT

Suchen Sie Kontakt zum Konsumenten, wo Sie können. Auch das ist zum Beispiel eine wesentliche Motivation für die NEXT. Menschen aus verschiedenen Gattungen zusammenzubringen. Die Konsumenten von der Straße und die Marketiers aus ihren Offices.

Tipp 10: Dennoch…

Machen Sie nicht jeden Hype mit. Analysieren Sie, was wirklich Sinn macht und welche digitalen Tools und welcher Kanal ihr Geschäftsmodell tatsächlich treibt und was für Ihre Kunden wirklichen Nutzen schafft. Lassen Sie ruhig auch mal einen digitalen Trend gelassen an sich vorbeirauschen.
Matthias Schrader

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