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Auf der Suche nach den Mitarbeitern von morgen

In drei Schritten zur erfolgreichen Personal-Akquise. Hamburger Unternehmen setzen auf moderne Recruiting-Strategien

Die digitale Transformation der Wirtschaft – also die intelligente Anwendung und Vernetzung digitaler Technologien in Unternehmen – gewinnt weiter an Bedeutung und erfordert vielfältiges Know How. „Der Markt wandelt sich und Innovation ist das große Thema“, sagt Kai Petersen, Geschäftsführer der „direkt gruppe“. Dafür die passenden kreativen und kompetenten Mitarbeiter zu gewinnen sei nicht einfach, so der Anbieter für IT und Marketing mit Hauptsitz in Hamburg.

Heiß umworbene Generation Y

Keynote-Speaker Marko Prislin riet in seinem Vortrag auf der job and career-STAGE auf der CeBIT zu einem zielgruppenspezifischen Ansatz bei der Mitarbeitersuche. Der auf digitale Trends spezialisierte Managementberater unterscheidet zwischen der leistungsorientierten Generation X und der zur Selbstreflektion neigenden Generation Y. Als 'Digital Natives’ wird vor allem die Generation Y von vielen IT-Unternehmen heiß umworben – aber womit lässt sich diese Gruppe am besten locken? „Die Generation Y zeichnet sich durch ein sehr hohes Werteverständnis aus“, erklärt Prislin. Sie frage sich nicht nur: Wie bringt mich mein Job weiter? Sondern auch: Bringt mein Job uns alle weiter? Nutzt er der Gesellschaft?“

Schritte zum erfolgreichen Recruiting

Um darauf eine überzeugende Antwort geben zu können, sollten Unternehmen sich zunächst selbst eine Reihe von Fragen stellen: „Wofür steht Ihr Unternehmen? Was ist Ihre Haltung? Und warum tun Sie, was Sie tun?“ Das sei der erste Schritt zum erfolgreichen Recruiting, betont Prislin. In einem zweiten Schritt müsse die transportierte Haltung nachhaltig in der Unternehmenskultur verankert werden. „Ist das nicht der Fall, haben Sie ganz schnell frustrierte Mitarbeiter“, warnt der Experte. Und Schritt drei bestünde darin, innerbetriebliche Prozesse nicht nur technikorientiert, sondern vom Menschen her zu denken und sie entsprechend zu justieren.

Ein partnerschaftliches Miteinander

Frithjof Reitter von der FR Consulting AG analysierte in seinem Vortrag „Das klassische Büro wird sterben“ hingegen die Rahmenbedingungen in Unternehmen. Der erfahrene Personalexperte plädiert dafür, bekannte Arbeitsformen zu überdenken. „Wir stecken mitten in einem Strukturwandel der Wirtschaft.“ Der Nine-to-five Arbeitstag im Büro löse sich ebenso auf wie das klassische Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis. Gefragt sei ein partnerschaftlicher Umgang mit den Mitarbeitern. Als Beispiel führt er die Britische Virgin Group an.

Unternehmensgründer Richard Branson lässt seine Mitarbeiter selbst über die Zahl ihrer Urlaubstage bestimmen. Auch Microsoft, ohnehin als Vorreiter für Telearbeit, virtuelle Teams und ortsunabhängiges Arbeiten bekannt, habe die Anwesenheitspflicht für seine Mitarbeiter abgeschafft. Und beim Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer Vollmer & Scheffczyk legen die Mitarbeiter die Höhe ihres Gehalts demnach selbst fest. Mitarbeiter, die sich ernst genommen fühlen, sind zufriedene Mitarbeiter – so die These.

Neue Denkansätze für die Personalsuche

Nachhaltigkeit, gesellschaftliches Engagement sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind verbreitete Ansätze. So auch bei Sopra steria Consulting, einem Beratungsunternehmen mit Sitz in Hamburg. „Das sind Themen, die wir stetig weiterentwickeln und wo das Ziel nie wirklich erreicht ist, weil es immer neue Denkansätze gibt“, erklärt Personalleiter Michael Donat. Als einer der führenden europäischen Anbieter für digitale Transformation gehöre es für ihn zum Kerngeschäft, geeignete Digitalisierungs-Strategien für den jeweiligen Kunden zu entwickeln.
ys/kk

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