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Einsatz der attenio-Software im Schiffbau - © attenio

attenio nimmt Monteuren die Papierstapel ab

Die Software-Lösung des Hamburger Startups basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das Ergebnis überzeugt auch bei der IFB Hamburg

Für Konstrukteure und technische Zeichner ist die Nutzung von Software-Lösungen heute mehr Regel als Ausnahme. Doch während die Entwicklung komplexer Maschinen immer weiter digitalisiert wird, kommen bei der Produktion und Montage doch wieder die ausgedruckten Papierstapel zum Einsatz. Dabei könnte ein digitaler Informationsfluss auch in diesem Produktionsschritt Zeit sparen und Fehlerquellen vermeiden. Diese Lücke in der voranschreitenden Vernetzung industrieller Produktionsabläufe haben drei ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter der Technischen Universität Hamburg (TUHH) erkannt und daraus eine Geschäftsidee entwickelt. Nach mehrjähriger Forschung gründeten Dr. Florian Tietze, Dr. Fedor Titov und Philipp Halata im September 2016 das Startup attenio.

Lösung für Montagen, die viel Knowhow erfordern

„Mit unserer Software wollen wir gezielt die Montage komplexer Produkte im Maschinen- und Anlagenbau optimieren. Das kann zum Beispiel die aufwendige Verlegung von Klimatisierungsrohren auf Schiffen oder die Installation eines Schaltschrankes sein, in dem mehrere hunderte Kabel an der richtigen Stelle angebracht werden müssen“, erläutert Mitbegründer Titov. Gerade solche Aufgaben erforderten ein umfassendes Knowhow von den Monteuren, das mit der innovativen Software auch für weniger erfahrene Mitarbeiter zugänglich würde.

Augmented Reality minimiert die Fehlerquote

„Die Monteure sparen Zeit, die sie sonst aufwenden müssten, um die für die Montage notwendigen Informationen zu beschaffen und zu verstehen“, erläutert Titov. Eine Augmented Reality-Funktion soll den Nutzern sogar zeigen, wohin welches Bauteil gehört. „So minimieren wir die Fehlerquote“, sagt der Ingenieur. Ein weiterer Vorteil der Software bestehe darin, dass die Monteure mögliche Konstruktionsfehler direkt an die Entwickler zurückgeben können. Die Kommunikationswege würden damit deutlich vereinfacht.

Neue Förderung im Programm InnoRampUp

Die Vorteile einer digitalen Lösung für die Montage liegen auf der Hand. Das sahen auch die Förderer der von der IFB Innovationsstarter GmbH so und bewilligten den Antrag des Gründertrios auf eine Förderung im Programm InnoRampUp. „Das Team konnte besonders durch seine ausgewiesene Fachexpertise überzeugen. Wir freuen uns, dass durch die InnoRampUp Förderung erneut innovative Forschungsergebnisse in ein marktfähiges Produkt überführt werden können“, sagt Hendrik Matenaar, Projektmanager der IFB Innovationsstarter GmbH.

Seit dem 1. August erhält das attenio-Team, das mittlerweile auf acht Mitarbeiter angewachsen ist, beinahe den höchst möglichen Zuschuss von 150.000 Euro. „Das ist ein wichtiger Meilenstein für uns“, sagt Titov. Bislang finanzierten die Gründer ihr Startup über ein EXIST-Gründerstipendium, das speziell für wissenschaftliche Spinoffs bereitgestellt wird und mit ersten Umsätzen aus Pilot-Projekten.

Die nächsten Schritte fest im Blick

Über das Stipendium wurden auch die Arbeitsräume des Startups am Startup Dock der TUHH finanziert. Da diese Förderung nun ausläuft, suchen die Gründer nach neuen Räumlichkeiten. Während die Arbeitsplatzfrage noch nicht abschließend geklärt ist, sind die Entwicklungsziele der Gründer klar abgesteckt. In den nächsten Monaten werden die Ingenieure daran arbeiten, die Augmented Reality-Funktionen ihrer Software zu erweitern. Dann soll nicht nur die unterstützende Visualisierung der Montageschritte, sondern auch die Prüfung der fertigen Montage ermöglicht werden. Zum Jahresende wollen die Gründer mit attenio den Sprung zu einem marktreifen Produkt geschafft haben.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.attenio.de
www.ifbhh.de
www.exist.de
www.startupdock.de

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