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Arbeitswelt der Zukunft

Digitalisierung, Disruption, Globalisierung – der Wandel unserer Arbeitswelt kann einschüchtern. Doch er bietet auch viele Chancen. Davon ist Jan Kowalsky von der Xing AG in Hamburg fest überzeugt.

„Wir stehen an der Schwelle zu tiefgreifenden Veränderungen in unserer Arbeitswelt“, betont Jan Kowalsky. Der Marketing Director der Xing AG hat drei Treiber dieser Entwicklung identifiziert: Digitalisierung, Fachkräftemangel und ein Wertewandel, bei dem berufliche Selbstverwirklichung einen höheren Stellenwert einnimmt, als klassische Karrierebestrebungen. Xing reagiert auf diese Entwicklung – wie auch andere führende Internetfirmen in Hamburg, etwa Google, Twitter oder Facebook – mit eine Analyse der sich wandelnden Arbeitskultur sowie entsprechenden Anpassungen.

Emotionale Intelligenz und Kreativität werden an Bedeutung gewinnen

So werden Menschen zunehmend nicht mehr für Anwesenheit sondern für Leistung bezahlt. Das heißt: Projektbezogeneres, freieres Arbeiten, das die Bedürfnisse der Arbeitnehmer stärker berücksichtigt auf der einen Seite, veränderte Anforderungen an Arbeitgeber auf der anderen Seite. Viel werde darüber gesprochen, dass durch Digitalisierung verschiedene Berufe in Zukunft überflüssig werden könnten, weiß Kowalsky. „Doch was wir heute schon klar erkennen ist, dass sich die Tätigkeiten als solche verändern. Emotionale Intelligenz und Kreativität werden an Bedeutung gewinnen.“ Und natürlich das Verständnis und die Fähigkeit, die vielfältigen technischen Innovationen zu begreifen und zu nutzten.

Umdenken bei Führung und Recruiting

Den 'Digital Natives’ fällt dies naturgemäß leichter – und das führt zu einer Verschiebung des Kräfteverhältnisses innerhalb der Hierarchien. Galt 'Herrschaftwissen’ für traditionelle Chefs lange Zeit als ein wesentliches Fundament ihrer Autorität, sind es jetzt die oft jungen Spezialisten, die den Weg weisen. „Führung muss verdient werden“, weiß Kowalsky. „Ein erfolgreicher Chef muss sich heute anstrengen, die klugen Köpfe in seinem Team zu halten und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sie nicht zur Konkurrenz abwandern.“

Auch die Art und Weise, kluge Köpfe überhaupt für das Unternehmen zu gewinnen, habe sich geändert, beobachtet Kowalsky. Xing reagiert mit Angeboten wie Sabbaticals, Prototyping oder FaiLabrations – das Feiern von Fehlern als wertvolle Impulsgeber – sowohl intern auf die Entwicklung, als auch mit neuen Tools für seine Kunden. So wurde 2016 der EmpfehlungsManager eingeführt, der die eigenen Mitarbeiter zu Botschaftern ihres Unternehmens macht. Ein Algorithmus gleicht aktuelle Stellenausschreibungen mit dem Netzwerk der Mitarbeiter ab und fordert sie auf, passende Kandidaten auf die freie Positionen aufmerksam zu machen. „So können die Mitarbeiter aktiv mitgestalten und vielleicht sogar ihre nächsten Kollegen selber einstellen“, erläutert Kowalsky.

Die 'New Work-Bewegung’ bietet Chancen

Andere, bei Xing gut nachgefragte E-Recruiting-Lösungen sind etwa der TalentManager, der eine Ansprache von latent Stellensuchenden nach speziellen Suchfiltern erlaubt oder das Employer Branding Profil, das auf die Verknüpfung mit kununu setzt – 2013 hat Xing die Arbeitgeber-Bewertungsplattform übernommen. „User können hier bestimmte Aspekte ihres Arbeitgebers bewerten. Etwa ob es flexible Arbeitszeiten, eine Unternehmens-Kita oder Coaching-Angebote gibt. Unternehmen können sich so ausgesprochen transparent und umfassend präsentieren“, erklärt Kowalsky. Die 'New Work-Bewegung’, die er durch seine Tätigkeit bei Xing beobachtet, bewertet er durchaus positiv. Ja, Digitalisierung werde zu drastischen Veränderungen führen, doch diese seien mit vielfältigen Chancen verbunden: „Ich wünsche mir, dass mehr Menschen erfüllenderer Arbeit nachgehen können“, so Kowalsky. „Damit der Job zum Leben passt und nicht andersherum.“
ys

Quelle und weitere Informationen unter:
www.recruiting.xing.com

Xing AG

Die Xing AG, 2003 unter dem Namen OpenBC (Open Business Club) von Lars Hinrichs gegründet, bietet eine Plattform für Geschäftsnetzwerke im deutschsprachigen Raum. Sitz des seit 2006 börsennotierten Unternehmens ist Hamburg. Aktuell hat Xing knapp 12 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum, darunter jeweils gut 900.000 in der Schweiz und Österreich. Den Großteil machen mit 45% Fachkräfte aus, gefolgt von Managern (19%), Direktoren/Bereichsleitern (18%) und Geschäftsführern (12%). Berufseinsteiger und Studenten sind deutlich weniger präsent. 27% der User arbeiten im Bereich IT, Finanzen und Handel, 19% in der Industrie sowie 17 % in der Dienstleistungsbranche.

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