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Arabesques 2016 - © Arabesques

Frankreichs kulturelle Vielfalt erleben

Vom 22. Januar bis 27. Februar gibt sich Hamburg französisch – beim 5. Kulturfestival "arabesques". 2016 dreht sich alles um "Die großen Häfen"

Vom 22. Januar bis zum 27. Februar lädt das deutsch-französische Kulturfestival arabesques zu einem einzigartigen bilateralen Programm nach Hamburg und in die Metropolregion ein. Nach dem Motto „Kultur ohne Grenzen – Culture sans frontières“ präsentieren frankophone und frankophile Künstler und Kulturschaffende aus Norddeutschland fünf Wochen lang Projekte, die im Austausch mit französischen und internationalen Künstlern entstanden sind. Über 40 Veranstaltungen mit Musik, Literatur, Theater, Film, Kunst und Debatten stehen auf dem Programm. In diesem Jahr widmet sich arabesques dem Thema „Les grands ports – Heimat und Exil“. Im Fokus stehen dabei die Themen Identität, Grenzen und Entfremdung und die Frage, wie mit Zivilcourage und Kritikfähigkeit ein verantwortungsvoller Umgang mit dem „Anderen“ gelebt werden kann.

„La Voie de la Beauté“ – eine Auftragskomposition

Zur fünften Festivaledition hat arabesques erstmalig eine Auftragskomposition vergeben. Das Werk „La Voie de la Beauté“ des französischen Komponisten Thierry Pécou bildet den Auftakt des Festivals und wird am 22. Januar, dem Tag der Signatur des Elysée-Vertrages, in der Ballinstadt uraufgeführt. Georges Delnon, Intendant der Staatsoper Hamburg, eröffnet an diesem Tag als Schirmherr das Festival. Wer will, kann schon vorher am Pre-Opening von arabesques teilnehmen: Kent Nagano, der Dirigent der Staatsoper Hamburg, empfängt bereits am 16. Januar zum Publikumsgespräch über Claude Debussy.

Was ist Heimat?

Das Festivalprogramm zeigt dem Besucher, wie vielfältig das Thema „Heimat“ interpretiert werden kann: Unter dem Titel „HeimatHafen Hamburg“ spielt das deutsch-französische Ensemble arabesques klassische Kammermusik (9.2.). Wie Exil zur Heimat wird, beschreibt musikalisch die Sängerin Marie-Laure Timmich am Weg des jüdischen Komponisten Kurt Weill von Berlin über Paris in die USA (12.2.). Beim Poetry Slam reflektieren der aus Senegal stammende Beatbox-Meister Beasty, der französische Slamer Maras und der Hamburger Wortakrobat Schriftstehler über das „woher“ und „wohin“ (9.2.). Die Fotografen Nathalie L. Brochard und Hervé Dieu stellen Bilder von deutsch-französischen Paaren aus und fragen „Wo und was ist überhaupt Heimat?“ (26.1.) und die internationale Grafiti und Street Art- Ausstellung wirft einen Blick „Über die Mauer hinaus“ (1.2.)

Europa-Debatte mit Olaf Scholz

Grenzen überwinden – das ist auch das Ziel der Debatte „Wohin steuert Europa?“ in der Bucerius Law School. Olaf Scholz, Erster Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, und Pierre-Yves Le Borgn, Abgeordneter der Assemblée Nationale für die im Ausland lebenden Franzosen, diskutieren über die Herausforderungen und Perspektiven der deutsch-französischen Beziehungen als Motor der Europäischen Integration (10.2.). Eine eher humorvolle Sicht auf die Themen Flüchtlingskrise, Völkerverständigung und Nationalismus hat dagegen der preisgekrönte Hamburger Historiker und Kabarettist Sebastian Schnoy in seiner Veranstaltung „Mann an Bord – Hauptsache Europa“ im Indochine (11.2.)

Französischer Aktionstag im Stilwerk

Pure Französische Lebensart erwartet den Besucher bei den French Design Weeks im Stilwerk. Höhepunkt bildet der französische Aktionstag am 6. Februar mit französischen Design-Klassikern, kulinarischen Köstlichkeiten und französischen Chansons. Das vollständige Festivalprogramm mit bretonischer Lyrik, einer filmischen Tunis-Reise, Jazz, der Zauberflöte für Kinder und vielem mehr gibt es unter www.arabesques-hamburg.de/festival-2016

arabesques wird unterstützt von der Stadt Hamburg, der Kulturbehörde Hamburg, der ZEIT- Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, der Alfred-Toepfer-Stiftung, der Carl-Toepfer- Stiftung, der Körber-Stiftung, der Herbert-Weichmann-Stiftung, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk, der Französischen Botschaft in Berlin, dem Institut Français Allemagne, der Deutsch-Französischen Gesellschaft Cluny e.V., dem französischen Verein Hambourg Accueil e.V., dem Verein der Bretonen in Hamburg ABBAN e.V., dem Deutsch-Französischen Geschäftsleutekreis Amicale de Hambourg e.V., den Initiativen French Connection Hamburg, MonHambourg, Les français du monde und zahlreichen Förderern.
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Quelle und weitere Informationen:
www.arabesques-hamburg.de

Festivalkarten sind bei der Konzertkasse Gerdes erhältlich unter Tel. 040-45 33 26 oder 040-44 02 98 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen, soweit nicht anders bei den Veranstaltungen im Programmheft verzeichnet.

Hamburgs französisches Erbe

Vor rund 200 Jahren gehörte Hamburg zu Frankreich: Mitten durch die Stadt verlief damals die Grenze zwischen Dänemark und Frankreich. Napoleon hatte 1806 die Hansestadt besetzt. 1811 machte der Kaiser sie zur Hauptstadt der vier Départements des bouches d’Elbe, zu denen auch Lübeck gehörte. Obgleich die Franzosenzeit nur bis zum 30. Mai 1814 dauerte, hinterließ sie tiefe Spuren, prägte die Architektur, Sprache und Küche – zum Beispiel das Franzbrötchen, das es nur in Hamburg gibt. Die alte Ständeordnung weicht dem Code Civil, er alle Menschen gleich stellt, die Trennung von Staat und Kirche beendet die Vormachtstellung der Lutheraner, alte Bohlenwege wie nach Harburg weichen gepflasterten Straßen: Während der Franzosenzeit hat Hamburg einen enormen Schub für die Modernisierung von administrativen wie auch städtebaulichen Strukturen erhalten, der noch lange nachwirkte.

Über das Kulturfestival arabesques

Das deutsch-französische Kulturfestival „arabesques“ wurde 2012 zum ersten Mal von Barbara Barberon-Zimmermann und Nicolas Thiébaud ins Leben gerufen und findet seitdem jedes Jahr statt. arabesques beginnt immer am 22. Januar, dem Deutsch-Französischen Freundschaftstag. Der Name des Festivals stammt aus der arabischen Ornamentkunst, in der kalligrafische und natürliche Formen ein facettenreiches Gesamtbild ergeben. Der Begriff hat Eingang in den europäischen Kulturraum gefunden und bezeichnet diverse Kunstformen. Die Festivalorganisatoren möchten mit „arabesques“ Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ermöglichen, bei Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen, Debatten und Tanzdarbietungen zu entdecken, wie sich die verschiedenen Kulturen anziehen, beeinflussen, bereichern und zu einem neuen gemeinsamen Ausdruck finden. Ziel ist außerdem das Interesse an der französischen und deutschen Sprache und die Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland als Motor für den Friedensprozess in Europa zu fördern. Von der deutsch-französischen Freundschaft aus blickt arabesques über die Grenzen hinweg auf internationale Fragestellungen. Damit dies auch über die Festivalzeit hinaus wirkt, unterstützt arabesques das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes.

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