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„ahoi.digital“ – Hamburgs neue Informatik-Plattform - © http://www.knowledge-technology.info/

„ahoi.digital“ – Hamburg wird Top-Informatikstandort

Die Informatik gilt als Schlüsseldisziplin für Innovation und Transformation im Digitalsierungsprozess. Projekt wird mit 33 Millionen Euro gefördert

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank plant 35 neue Professuren und 1.500 zusätzliche Informatik-Studienplätze im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit vier Hamburger Hochschulen. Das Gesamtfördervolumen soll knapp 33 Millionen Euro betragen.

Informatik als Grundlage der Digitalisierung vorantreiben

„Die digitale Transformation ist in aller Munde und die rasante digitale Entwicklung hat unser tägliches Leben ein Stück weit auf den Kopf gestellt. Denken wir nun an Visionen wie selbstfahrende Autos und Containerschiffe, hat das große Effekte auf das Leben in unserer Stadt und unser gesellschaftliches Miteinander. Deshalb brauchen wir fundiertes Wissen aus der Informatik, der Grundlage der Digitalisierung“, erläutert Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank beim Pressegespräch im Rathaus den Hintergrund des neuen Projekts, das im Rahmen der Gesamtstrategie Digitale Stadt verfolgt wird. Die Informatik-Plattform „ahoi.digital“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und vier Hamburger Hochschulen: Universität Hamburg, HAW, TUHH und HafenCity Universität. Doch auch Professor Wolfgang Kaysser, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrum Geesthacht und Professor Volker Gülzow, IT-Gruppenleiter bei DESY, waren gekommen und bekundeten nicht nur ihr Interesse, sondern auch ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Gesamtfördervolumen: 32,9 Millionen Euro

Die Informatik gilt als Schlüsseldisziplin für Innovation und Transformation im Digitalsierungsprozess. Die neue Informatik-Plattform „ahoi.digital“ basiert deshalb auf drei Säulen: Bildung, Forschung und Wissenstransfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Bis 2020 sollen dazu 1.500 zusätzliche Informatik-Studienplätze und 35 neue Professuren entstehen – allein die zusätzlichen Professuren dürften die nationale und internationale Sichtbarkeit Hamburgs als Informatikstandort erhöhen. Auch finanziell ist das Projekt hochkarätig. Unter Berücksichtigung von weiteren Fördermitteln kann das Projekt ein Gesamtfördervolumen von 32,9 Millionen Euro erreichen. Als Kompetenzzentrum und Netzwerk soll es zudem Impulse für Gründung und Innovation geben, die Kooperation mit den städtischen Clustern stärken und die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu Unternehmen ausbauen. Dazu ist eine enge Abstimmung mit allen Akteuren geplant. „Das Programm bietet die Chance, Fachkompetenz und Know-How im Bereich der Informatik zu bündeln, Talente zu gewinnen und Hamburg als attraktiven Informatikstandort auszubauen“, betont Fegebank.

Ungeheure Dynamik in der Digitalisierung

Auch wenn ´Gemeinsam sind wir stark` eine Binsenweisheit ist, die hochschulübergreifende Zusammenarbeit in Hamburg ist schon etwas besonders – und alle Akteure sind mit großer Begeisterung dabei. Professor Tilo Böhmann, Leiter des Studiengangs ITMC (IT-Management und –Consulting) an der Universität Hamburg, nennt die Informatik „Hefe im Teig der Digitalisierung“. Diese ´Hefe` treibt in vielen verschiedenen Feldern – Mensch-Maschine-Interaktion, Computer-Science oder Maschinelles Lernen sind da nur einige Stichworte – „und alle sind einer ungeheuren Dynamik unterworfen“, erklärt der Professor. Informatik sei deshalb eine Kernkompetenz wirtschaftlicher Entwicklung. Auch Professor Andreas Timm-Giehl, Vizepräsident Forschung der TUHH, unterstreicht die Notwendigkeit in der Informatik immer vorneweg zu forschen. „Die Digitalisierung von morgen kann nicht mit der Informatik von gestern gestaltet werden.“

Datenschatz Big Data

Eine der großen Herausforderungen, die sich in der Forschung aktuell stellen, ist etwa der kluge Umgang mit Daten. „Wie generieren wir aus unseren Datenschätzen – Big Data – nützliche Informationen und wertvolles Wissen?“, fragt Professor Jörg Rainer Nönning, Professor für Digital City Science an der HafenCity Universität. Immerhin schätzen Experten, im Jahr 2020 werde das Internet der Dinge insgesamt 50 Milliarden Smartphones, PCs, Sensoren und sonstige Geräte umfassen – und sie alle liefern Daten. Doch nicht nur der Umgang mit Daten will gelernt sein, Informatik-Professorin Ulrike Steffens von der HAW Hamburg beobachtet zunehmend Anfragen aus der Wirtschaft nach Weiterbildungsangeboten. „Deshalb soll die Informatikplattform auch Anlaufstelle für alle Interessierten sein. Ob sie sich nun ganz allgemein fragen, was tut die Informatik für die Digitalisierung? Ober ob es darum geht, Forschungspartner zu finden, um digitale Projekte progressiv durchführen zu können”, so Steffens. Die Professorin verweist auch auf das „Creative Space“, das im März an der HAW Hamburg eröffnet werden wird. „Ähnlich wie in ´Garagenfirmen` können hier kluge Köpfe, ob Startups oder Mitarbeiter etablierter Unternehmen, abseits vom Tagesgeschäft experimentieren.“

Die Notwendigkeit dazu sei offensichtlich. „Der Erfolg alteingesessener Unternehmen basiert oft auf etablierten und bewährten Systemen. Nun aber erscheinen kleine, freche Unternehmen auf dem Markt, die technische Innovationen und neue Ideen viel einfacher nutzen können und durch ihre Flexibilität die Alteingesessenen zu überholen drohen, ihnen mindestens aber Marktanteile abluchsen.“ Katharina Fegebank jedenfalls ist überzeugt von dem Projekt „ahoi.digital“. „Wir entwickeln hier gemeinsam etwas Einzigartiges, dessen Strahlkraft weit über Hamburg hinaus reichen wird und uns in die Top-Liga im Umgang mit der digitalen Transformation bringen wird.“
ys

Weitere Informationen:
Hamburg soll Top-Informatikstandort werden

www.inf.uni-hamburg.de
www.csti.haw-hamburg.de
www.tuhh.de
www.hcu-hamburg.de
www.desy.de
www.hzg.de

Informatik-Plattform „ahoi.digital“

Ziel der neuen Informatik-Plattform „ahoi.digital“ ist es, die Informatik auf Spitzenniveau auszubauen und Hamburg als Top-Informatikstandort zu etablieren. „ahoi.digital“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und der vier Hamburger Hochschulen Universität Hamburg, der HAW Hamburg, der TU Hamburg und der HafenCity Universität Hamburg.

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