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Der Hamburger Fintech-Monitor bietet einen Überblick über die Szene - © Finanzplatz Hamburg e.V.

6 Fintechs, die von Hamburg aus die Finanzwelt revolutionieren

Bedienungsfreundlich, individuell und schnell: Dies sind die großen Player und Newcomer der Hamburger Fintech-Szene 2017

Im Jahr 2017 beheimatet Hamburg rund 600 Start-ups. Davon gelten etwa 40 junge Unternehmen als Fintechs, die insgesamt mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigen. „Fintech“ ist die Abkürzung für Finanztechnologie-Unternehmen, die mithilfe digitaler Lösungen das Banken- und Versicherungsgeschäft revolutionieren wollen. Durch sie werden Bankprodukte individueller, flexibler und transparenter. Dabei gilt Hamburg einmal mehr als Vorbild: Einer Studie der Investitionsbank Berlin zufolge wurden 2016 rund 91 Millionen Euro in hiesige Fintechs investiert.

Hamburg News gibt einen Überblick über die großen Player und Newcomer der Hamburger Fintech-Welt. Ob Vergleichsportale, Crowdfunding, Versicherungen oder Bezahlprozesse, das noch junge Marktsegment deckt unterschiedlichste Bereiche ab.

Hamburgs Big Four der Fintech-Szene

Die großen Player der Hamburger Fintech-Landschaft zeichnen sich vor allem durch ihre Größe und ihren technologischen Reifegrad aus. Doch auch die Newcomer-Szene bietet vielversprechendes Potenzial.

1. Kreditech
Das sogenannte Scoring-Unternehmen Kreditech gilt nicht nur auf deutscher Ebene als Top-Fintech, sondern wurde im Jahr 2016 von KMG und H2 Ventures zu den 50 weltweit führenden Finanz-Start-ups gezählt. Die im Februar 2012 von Alexander Graubner-Müller gegründete Fintech-Firma vergibt Kredite über das Internet, indem sie sich Big Data zunutze macht. Das Besondere dabei: Die Bonität wird mithilfe von Algorithmen ermittelt, die sich aus den Spuren des Kunden im Internet, auch aus sozialen Medien, speisen. Nach eigener Aussage richtet sich das Geschäftsmodell an diejenigen Menschen, die von klassischen Banken nicht bedient werden. Zu den Investoren zählen mitunter die Weltbank und der Paypal-Gründer Peter Thiel.
www.kreditech.com

2. Deposit Solutions
2011 von Dr. Tim Sievers gegründet, gilt Deposit Solutions sechs Jahre später als das am schnellsten wachsende Finanz-Start-up der Welt. In Zeiten, in denen es kaum noch Zinsen gibt, bietet die Open-Banking-Plattform eine Lösung für Tages- und Festgeldangebote. So stellt das Fintech-Unternehmen die Infrastruktur für das europäische Einlagengeschäft bereit und kooperiert mitunter mit der Deutschen Bank oder der deutschen Fidelity-Tochter FFB. Unter dem Namen „Zinspilot“ hat sich Deposit Solutions seit Ende 2015 auch im B2C-Geschäft etabliert und ist auch für Sparer verfügbar, deren Hausbank noch über keine Kooperation verfügt. Damit können die Nutzer ein Portfolio für Tagesgeld aus Deutschland und dem europäischen Ausland erstellen, ohne zwischen verschiedenen Banken zu wechseln oder gar ein neues Konto eröffnen zu müssen.
www.deposit-solutions.com/de/

3. Finanzcheck
Finanzcheck.de gilt als führendes Kreditvergleichsportal in Deutschland. Im Fokus des 2011 gegründeten und von Moritz Thiele und Andreas Kupke geführten Finanztechnologie-Unternehmens steht ein Online-B2C-Marktplatz, auf dem Kunden verschiedene Kreditprodukte vergleichen können. Hierfür wird auf aktuelle Scoring-Technologie zurückgegriffen. Seit 2015 bedient das Start-up auch Geschäftskunden, wie Makler und Banken, mit Technologie-Lösungen. Im Juni 2017 startete Finanzcheck die Zusammenarbeit mit der Berliner Bonitätsplattform Bonify. Die Kooperation der beiden Fintechs ermöglichen einen kostenlosen Online-Bonitätscheck, bevor – basierend auf dem Bonitäts-Score und der Finanzsituation – individualisierte Kreditangebote vorgeschlagen werden.
www.finanzcheck.de

4. Figo
Das B2B-Fintech Figo versteht sich als Banking Service Provider und somit als Vermittler zwischen klassischem Bankenwesen und Fintechs. Der Infrastrukturanbieter ermöglicht eine offene Bankenwelt, indem er eine technische Schnittstelle (API) zur Verfügung stellt, die Fintechs den Zugriff auf Girokonten ermöglicht. Dies war bislang den Banken vorbehalten. Hierfür ist lediglich die Zustimmung des Kontoinhabers erforderlich, die mit einem Klick erteilt werden kann. Infolge dieser neuen Möglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche kontenbasierte Dienstleistungen entwickelt, die von Fintechs – und nicht direkt von den Banken – angeboten werden. Figo wurde 2012 zunächst in München gegründet und ist seit 2014 über Umwege in Hamburg sesshaft. Zu den großen Partnern zählen mitunter die Deutsche Bank oder Payback.
www.figo.io

Vielversprechende Fintech-Newcomer 2017

Penseo
Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge (bAV), doch das Thema ist komplex. Das Insure-Tech-Unternehmen will Abhilfe schaffen und richtet sich an Arbeitgeber und Arbeitsnehmer, die sich über die Chancen der baV informieren wollen. Eine innovative, digitale Beratung durch Chatbots vereinfacht den Abschluss und die Verwaltung. Hierfür arbeitet das Start-up mit verschiedenen Anbietern zusammen. Darüber hinaus lässt sich die voraussichtliche Betriebsrente jederzeit einsehen, welches für eine größtmögliche Transparenz sorgt.
www.penseo.de

Nect
Die Gründer, Benny Bennet Jürgen und Carlo Ulbricht, wollen Einfachheit mit Sicherheit verbinden. Hierfür entwickelt die Fintech-Firma zurzeit eine verifizierte digitale Identität – die Nect ID. Diese soll nicht nur die Anmeldung zu besonders geschützten Seiten von Banken und Versicherungen vereinfachen, sondern in nahezu jeder Branche einsetzbar sein. So gehören lange E-Mailadressen und schwierige Passwörter der Vergangenheit an. Zukünftig soll die Eingabe der kurzen Nect ID auf dem Smartphone und die Bestätigung per Fingerprint reichen. Dabei behält der Nutzer jederzeit die Kontrolle, wer welche persönlichen Daten erhält. Die Übertragung erfolgt in einem sicheren Format. Der Launch des digitalen Ausweises ist für 2018 geplant.
www.nect.com
sb/kk

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