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Senatsempfang_zum_Mediendialog_2015 - © Marcelo Hernandez

300 Gäste diskutieren beim diesjährigen Mediendialog

Beim Senatsempfang zum diesjährigen Mediendialog trafen sich am vergangenen Dienstag den 2.6. rund 300 Gäste im Rathaus. Diskutiert wurden die Herausforderungen einer digitalen Öffentlichkeit

Im Zentrum des Senatsempfangs im Rathaus stand die Frage, wie die besondere Rolle von Kreativwirtschaft und Journalismus für die Demokratie in der digitalen Öffentlichkeit gesichert werden kann. „Öffentlichkeit entsteht in Freiheit – wirtschaftlich ebenso wie gesellschaftlich“, sagte Bürgermeister Olaf Scholz zum Auftakt des Mediendialogs Hamburg. Der Handlungsspielraum der Politik sei deshalb begrenzt. „Aber wir müssen uns um den Rahmen und die Prozesse kümmern, die ihr Entstehen ermöglichen.“

Größeres Bewusstsein der Medienbranche

Neben der Herausforderung des digitalen Wandels betonte Scholz die Dringlichkeit, Antworten zu finden auf die mitunter drastische gesellschaftliche Kritik und Schmähung der Medien: „Auch inhaltlich gerät die Leistung unabhängiger Medien unter Druck. Wachsende Teile unserer Gesellschaft fühlen sich anscheinend in unserer Öffentlichkeit nicht mehr zu Hause“, so Scholz. Der Bürgermeister warb für ein größeres gemeinsames Bewusstsein der Medienbranche und für klare, verbindliche und faire Regeln für alle Marktbeteiligten.

Verhinderung von Inhalts-Diskriminierung

Olaf Scholz setzte sich in seiner Grundsatzrede zudem mit der Bedeutung von Suchmaschinen und Sozialen Medien auseinander. Die Forderung nach einer Suchmaschinenneutralität gehe ins Leere, da Suchergebnisse zwangsläufig auf Auswahl beruhten. „Auch die Veröffentlichung des Algorithmus würde die besondere Funktion von Intermediären mehr gefährden, als ihr nutzen“, so Scholz. Als Intermediäre werden alle Akteure verstanden, die zwischen Inhalte-Anbietern und Nutzern agieren, also Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder App-Stores. Es müssten neue Instrumente und Mechanismen entwickelt werden, um eine Diskriminierung von Inhalten aus wirtschaftlichen oder politischen Motiven zu verhindern. Hamburg hat den Vorsitz einer Arbeitsgruppe der Bund-Länder-Kommission zu den Folgen der Konvergenz übernommen, die über zeitgemäße Regeln für neue Intermediäre berät.

Neue Ansätze des Lernens

Mit den weitreichenden Veränderungen, die das Internet für Innovation, Bildung und das Zustandekommen von Öffentlichkeit mit sich bringt, setzte sich anschließend Jōichi Itō in seiner Festrede auseinander. Dem Direktor des renommierten Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zufolge entstünden durch digitale Technologien völlig neue Ansätze des Lernens und Verstehens. Itō zeigte etwa, wie Journalisten mithilfe von Algorithmen schnell herausfinden, ob ein Gerücht im Netz eher zutreffend oder falsch ist.

Startschuss für Kooperationsprojekt

Am Nachmittag hatte Itō gemeinsam mit dem Präsidenten der Hamburger HafenCity Universität (HCU), Dr.-Ing. Walter Pelka, den offiziellen Startschuss für ein Kooperationsprojekt zwischen dem Media Lab des MIT und der HafenCity Universität gegeben. Das Projekt soll die mit der Digitalisierung verbundenen Veränderungen von Städten erforschen und konstruktiv mitgestalten. Mehr zu dem Projekt ist hier zu lesen.
pk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de

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