Titel Luftfahrt
TUHH Hauptgebäude - © Lina P.A. Nguyen

TUHH und Airbus bringen Aerographit in den Weltraum

Forscher der TUHH und von Airbus testeten Belastbarkeit des ultraleichten Werkstoffs Aerographit. Nun bieten sich neue Möglichkeiten in Luft- und Raumfahrt

Durchbruch in der Werkstoffentwicklung: Im Jahr 2012 entdeckten Wissenschaftler der Technischen Universität Hamburg (TUHH) gemeinsam mit Forschern der Universität zu Kiel den neuen Stoff Aerographit, welcher ganz neue Möglichkeiten bietet. Das Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe der TUHH testete nun gemeinsam mit Airbus erstmals Aerographit für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrt. Mit einem von der Europäischen Weltraumorganisation ESA zertifizierten Versuchsstand wurde ein erster Vibrationstest erfolgreich für die Qualifikation als Luft- und Raumfahrtwerkstoff durchgeführt. Damit ist ein wichtiger zukünftiger Technologiebereich erschlossen worden. „Dieser erfolgreiche Versuch war der erste Schritt für den Einsatz des Aerographits in der Luft- und Raumfahrt. Nun können wir mit der Forschung für unterschiedlichste Anwendungen beginnen“, erklärt Professor Bodo Fiedler, Leiter des TUHH-Instituts für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe.

Aerographit bei Raketenstart erprobt

Aerographit weist besondere Eigenschaften auf: Es ist pechschwarz, stabil, elektrisch leitfähig, verformbar und undurchsichtig. Außerdem weist der extrem leichte Kohlenstoffschaum eine geringe Dichte von 2 Milligramm pro Kubikzentimeter auf und ist damit nach Angaben der Experten 7,5-mal leichter als Styropor. Dennoch soll der Werkstoff enormen Belastungen standhalten können. Die Wissenschaftler der TUHH und von Airbus haben nun mit einem Vibrationstest geprüft wie sich der Werkstoff bei extremen Belastungen verhält. Dabei wurde ein Raketenstart simuliert, um Werkstoffe der Luft- und Raumfahrt breitbandig auf ihre mechanische Belastbarkeit gegenüber mechanischen Schwingungen und Schocklasten zu testen.

Test mit unbemanntem Flugzeug

Nun soll ein erster Test auf dem unbemannten Flugzeug Thor (Test of High-tech Objectives in Reality) durchgeführt werden. Dieses im Jahr 2016 von Airbus vorgestellte Fluggerät wird fast vollständig in einem 3D-Drucker hergestellt und dient zur Erprobung neuartiger Technologien – speziell solcher, die aufgrund fehlender praktischer Erfahrungen noch mit Risiko behaftet sind.
mm/ca

Quelle und weitere Informationen:
www.tuhh.de

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