Titel Luftfahrt
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Synergeticon vernetzt Werksarbeiter und Maschinen

SOMMER-SERIE Startups - Teil 7: Die Industrie 4.0-Innovation, bislang vor allem in der Luftfahrt eingesetzt, ist auch für andere Branchen interessant

Das Hamburger Startup Synergeticon entwickelt ein ausgefeiltes Assistenzsystem für Werksarbeiter, das bislang vor allem in der Luftfahrtindustrie zum Einsatz kommt. Die Gründer der Synergeticon GmbH sind Daniel Erdelmeier und David Küstner – beide studierte Machinenbauingenieure von der RWTH Aachen. Seit dem Start im März 2015 ist das Synergeticon-Team um drei Mitarbeiter gewachsen. Ihre finanziellen Mittel schöpfen Erdelmeier und Küstner aus bereits abgeschlossenen Projekten. Durch die Nähe zu zahlreichen Akteuren aus der Luftfahrt sei Hamburg der ideale Standort für Synergeticon, so die Gründer.

Intuitive Bedienung und Fehlervermeidung

Küstner erklärt, wie das Synergeticon-System in Industriebetrieben funktioniert: “Vor der Freigabe zum Einbau von Bauteilen benötigt der Werksarbeiter Informationen über Sollwerte und Toleranzen. Zudem generiert er bei eigenen Messungen weitere Informationen. Unser Assistenzsystem sucht sich die nötigen Informationen zum Beispiel aus SAP Aufträgen oder Handbüchern, empfängt die gemessenen Werte von angebundenen Messgeräten und gibt dem Werker sofortiges Feedback.“ Das Assistenzsystem sei intuitiv auf einem Tablet bedienbar, entlaste die Werksarbeiter und vermeide Fehler im Prozessablauf.

Beratung vom TU Startup Dock und Airbus-Coaches

Mit seinem speziellen Anwendungspotenzial für die Luftfahrtindustrie ist Synergeticon der Sprung in das Acceleration-Programm des Airbus BizLab gelungen. Sechs Monate lang erhielten die Gründer Beratung von Airbus-Coaches, Büroräume und die Möglichkeit, ihr Produkt vor Investoren und hochrangigen Airbus-Mitarbeitern vorzustellen. Nach dem Ende des Programms vor wenigen Wochen zieht Küstner eine positive Bilanz: „Im Airbus BizLab kamen wir sehr leicht an die richtigen Leute heran und hatten gleich ein ganz anderes Standing.“

Die Synergeticon-Gründer nutzen zudem die Unterstützung des Startup Docks der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Kontakte dorthin ergaben sich bereits zu Studienzeiten, als Erdelmeier und Küstner ihre Abschlussarbeiten bei der Lufthansa Technik AG verfassten. Das Synergeticon-Team zähle am Startup Dock zu den Erfolgskandidaten, sagte Academic Director Christoph Ihl im Interview mit den Hamburg News. Vom Startup Dock wird das Gründerduo vor allem in rechtlichen Fragen und bei der Mitarbeitersuche beraten.

Einsatz im Schiffsbau und in der Windkraftindustrie

Für die Zukunft haben die Gründer konkrete Pläne. Bislang wird ihre Industrie 4.0-Anwendung als Dienstleistung individuell und auf Kundenwunsch gefertigt. In einem nächsten Schritt soll der Kunde das Assistenzsystem als fertiges Produkt erwerben. Dies soll mithilfe eines integrierten Assistenten gelingen, der den Käufer anleitet, das System selbstständig für die eigenen Industrieprozesse zu konfigurieren.

Darüber hinaus wollen Erdelmeier und Küstner in Zukunft auch Kunden aus dem Schiffsbau und in der Windkraftindustrie für ihr Produkt gewinnen. Anders als zum Beispiel die Automobilindustrie seien in diesen Branchen – ebenso wie in der Luftfahrt – weiterhin manuelle Prozesse erforderlich. Auch in diesen Bereichen könnte Synergeticon das Zusammenspiel von Menschen und Maschinen optimieren, so die Gründer.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.synergeticon.de
www.airbus-bizlab.com

Die Gründer von Synergeticon (v.l.): Daniel Erdelmeier & David Küstner
Die Gründer von Synergeticon (v.l.): Daniel Erdelmeier & David Küstner
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