Titel Luftfahrt
Super Star - © Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung

Projekt Super Star: Lufthansa Technik restauriert eine Legende

Hamburger Flugzeug als Testplattform. Das von LHT in Hamburg entwickelte Mock-up ermöglicht realistische Eindrücke der Super Star-Kabine

Die ab 1956 gebaute L-1649A Super Star, ist der technologische Höhepunkt und gleichzeitig grandioses Finale der Epoche des Langstreckenflugverkehrs mit Kolbenmotoren. Eine weltweit letzte Lockheed L-1649A wieder flugfähig zu restaurieren, ist eine besondere Herausforderung für Lufthansa Technik. Um die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, wurde zunächst eine Wartungshalle am Flughafen Auburn im US-Bundesstaat Maine gebaut, dem Heimatflughafen der zur Restaurierung ausgewählten Super Star. Während die Lockheed L-1649A Super Star mit der Baunummer 1043 im Restaurierungshangar in Auburn ihrer Vollendung entgegen geht, dient ihre Schwestermaschine vor Ort mit der Baunummer 1038 mittlerweile als Testflugzeug für die in Hamburg entwickelte Passagierkabine.

Herausforderung für Hamburger Auszubildende

Burkhard Linke, seit 1. Juli Projektleiter für die Phase II im Super Star-Team erläutert: „Das Kabinen-Mock-up im Originalflugzeug ergänzt unser bisheriges, aus Holz gebautes Mock-up, das uns in Hamburg zur Validierung des Grunddesigns der Super Star-Passagierkabine zur Verfügung steht.” Die für das Mock-up in Auburn verwendeten Bauteile wurden in Hamburg von Auszubildenden des dritten Lehrjahres der Lufthansa Technical Training unter Anleitung ihres Ausbilders Jürgen Peters vorgefertigt und anschließend zum Einbau in die USA transportiert. Großen Wert legten die Kabinenexperten auf die Verwendung von Originalbauteilen. Dass die Baunummer 1038 als Mock-up-Träger gewählt wurde, und nicht gleich die Kabine des künftig fliegenden Flugzeugs, in dem das Mock-up an Ort und Stelle verbleiben könnte, liegt an den laufenden Strukturarbeiten im Kabinenbereich. „Wir würden die Kollegen vor Ort nur behindern”, erläutert Linke.

Zweigeteilte Kabine: links Original, rechts Rohbau

Auch die Anordnung des Mock-up im Bereich des Rumpf-Barrel 4 ist wohl überlegt. Denn dies ist der komplexeste und breiteste Bereich der Super Star-Kabine, inklusive der Overwing Emergency Exits. Burkhard Linke: „Wir können hier zwei Originalsitzreihen installieren, die einen realistischen Eindruck vom künftigen Raumgefühl vermitteln werden.” Während sich die rechte Kabinenseite im Aussehen nicht von der späteren Originalkabine unterscheidet, inklusive Lack, Holzfolie und Gardinen, verbleibt die linke Seite im Rohzustand. Linke: „Dieser ‚technische Look’ vermittelt den Besuchern, welche Lösungen wir für Sound Insulation, PSU/Oxygen, Cabin Airconditioning und Attachments gefunden haben.”

Fliegender Botschafter

Besonderes Augenmerk legte das Kabinenteam zudem auf die einfache Wartung der Kabinenelemente, was sich künftig positiv auf die Betriebskosten der Super Star im Flugbetrieb der Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung auswirken wird. Die historische Flotte umfasst mit der Messerschmitt Me 108 „Taifun”, Dornier Do 27 und der Junkers Ju 52/3m D-AQUI Meilensteine des Flugzeugbaus. Die Lockheed Super Star konnte ab 1958 ohne Tankstopps Ozeane überqueren und eröffnete so neue globale Handelswege für das „Wirtschaftswunderland” Bundesrepublik Deutschland.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.lufthansa-technik.com

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