Titel Luftfahrt
© Wolfgang Becker

Flugzeugbaubauer Airbus will weibliche Führungskräfte stärker fördern

Frauenanteil in den Airbus-Führungsetagen soll von knapp 8 Prozent mittelfristig auf 20 Prozent steigen

Die Führungsebenen in vielen deutschen Unternehmen sind noch immer von Männern dominiert. Da bildet der Flugzeughersteller Airbus keine Ausnahme. Aber der Konzern unternimmt etwas dagegen und fördert Frauen jetzt noch gezielter – ohne dabei die Männer zu vergessen. In Deutschland gehört der Luftfahrtkonzern zu den engagiertesten im Bereich der Frauenförderung. Von den Maßnahmen profitieren auch die Mitarbeiter am Standort Hamburg-Finkenwerder.

In einem Ranking des Bundesfamilienministeriums, das die Frauenfreundlichkeit deutscher Unternehmen bewertet, belegte Airbus im Vorjahr Platz vier. Der Frauen-Karriere-Index zeigt an, welche Unternehmen faire Aufstiegschancen für Frauen bieten und welche Maßnahmen besonders geeignet sind, um Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Prgramme für weibliche Mitarbeiterinnen

Airbus will den Frauenanteil auf allen Hierarchiestufen erhöhen. Aktuell sind gerade einmal 132 der 1651 Airbus-Führungskräfte in Deutschland weiblich. Das macht einen Frauenanteil von 7,9 Prozent. Eine Zahl, die den Verantwortlichen des Luftfahrtkonzerns deutlich zu klein ist. Mittelfristig soll sie auf 20 Prozent erhöht werden. Zu diesem Zweck wurden einige Maßnahmen ins Leben gerufen, die sich neben den vielen Weiterbildungsangeboten und Förderprogrammen, die es ohnehin gibt, ausschließlich an weibliche Mitarbeiter richten.

Talente Tool gegründet

Bereits in 2011 hat Thierry Baril, Personalchef von EADS und Airbus, das Frauen-Förderungsprogramm Grow (growing opportunities for women) für im Unternehmen beschäftigte Ingenieurinnen initiiert. Grow bietet den Frauen eine Plattform, um ein Netzwerk zu entwickeln und sich auszutauschen. Der so entstehende Talente-Pool soll helfen, die Anzahl der weiblichen Führungskräfte zu erhöhen. Ebenfalls in 2011 wurde das Frauennetzwerk F@AIR gegründet, das talentierte Frauen mit dem Wunsch, eine Führungsrolle zu übernehmen, fördern und bei der Karriereplanung unterstützen soll.

Wenig Meisterinnen

Führungsstufe Nummer eins bei Airbus ist die Meisterstelle. Nicht einmal drei Prozent der 240 Airbus-Meister in Deutschland waren Stand 2012 Frauen. Mit dem Förderprogramm für Industriemeisterinnen, das 2011 aufgelegt wurde, will Airbus Frauen auf ihrem Weg in Führungspositionen im gewerblich-technischen Bereich unterstützen. 24 Frauen absolvierten die Erstauflage des Programms. Sie konnten die Qualifikation in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit erlangen.

150 Kita-Plätze in Hamburg

Eine wesentliche Voraussetzung für mehr Frauen in Führung sieht Airbus in der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Flexible Arbeitszeitmodelle sollen Entlastung schaffen – natürlich auch für männliche Mitarbeiter. Von der Teilzeitarbeit über alle denkbaren Jobsharing-Varianten bis hin zu flexiblen Heimbüro-Tagen und Telearbeit sind hier alle Lösungen machbar. Darüber hinaus bietet Airbus seinen Mitarbeitern in Hamburg 150 Kita-Plätze und ist damit einer der größten Anbieter betrieblicher Kinderbetreuung in der Metropolregion. In Bremen gibt es 42 Kitaplätze, 30 in Stade und 14 für Airbus-Mitarbeiter in Buxtehude. Kinderferienprogramme ergänzen das Angebot.

Quelle und weitere Informationen:
Auszug aus der aktuellen Ausgabe des Hamburger Wirtschaftsmagazin Business & People
www.tageblatt.de/business-people
wb/ker

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