Titel Luftfahrt
© Mitja Miesen

Cockpit-Feeling in der Hafencity

Hamburg hat einen neuen Anziehungspunkt für Luftfahrtbegeisterte. In zwei Flugsimulatoren in der Speicherstadt kann jeder zum Piloten werden

Beim Start beginnen die Sitze zu vibrieren. Die Triebwerke heulen auf, vor der Landung fahren die Fahrwerke polternd heraus. So beschreibt Walter Weyers, Geschäftsführer des Betreiber-Unternehmens Yourcockpit, das Flugerlebnis mit dem Airbus-Flugsimulator. Seit dem 10. Oktober sind sowohl ein A320- als auch ein Helikopter-Simulator an der Ericusspitze 24 in der HafenCity im Einsatz. “Mit dem Airbus-Simulator bieten wir jedermann die Möglichkeit, einen Airbus nicht nur zu besichtigen, sondern auch selber zu steuern”, so Weyers.

24.000 Flughäfen anfliegen

Ein reales Flugerlebnis soll sowohl durch technische Effekte als auch durch eine spezielle 3D-Software ermöglicht werden. “Mithilfe der 3D-Software kann der Pilot im Cockpit des A320 24.000 internationale Flughäfen anfliegen. Wetter- und Windbedingungen lassen sich beliebig einstellen”, erklärt der Geschäftsführer. Auch aus dem Hubschrauber-Cockpit habe der Pilot eine plastische Rundumsicht. Flüge durch tiefe Schluchten seien ebenso möglich wie Rettungseinsätze in den Bergen, wobei die Landschaften – anders als bei der Airbus-Software – keinen realen Vorbildern entsprächen.

Drittgrößter ziviler Luftfahrtstandort

Yourcockpit betreibt seit sechs Jahren einen Helikopter-Flugsimulator in Köln, der nach eigenen Angaben bis dato von mehr als 10.000 Hobby-Piloten genutzt wurde. Für Geschäftsführer Walter Weyers war Hamburg aufgrund seiner Verbindung zur Luftfahrt als neuer Standort interessant. “Die Hansestadt ist weltweit der drittgrößte zivile Luftfahrtstandort nach Seattle und Toulouse. Das Airbus-Werk in Finkenwerder stellt eine Attraktion für jeden Luftfahrtbegeisterten dar“, so Weyers. Auch der Hubschrauber vom Typ „Bell UH-1D“, habe eine besondere Verbindung zur Elbmetropole: Ein identisches Modell war vor Ort als Rettungshubschrauber SAR 71 bis 2006 im Einsatz und weitläufig unter dem Spitznamen „Anneliese“ bekannt.

Koordinative Fähigkeiten

Die Flugsimulatoren sind täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Ein zweistündiges Flugerlebnis im A320 kostet 164 Euro, für eine Stunde Cockpitfeeling zahlt der Besucher 87 Euro. 30 Minuten im Hubschrauber können für 69 Euro gebucht werden. Längere Flugzeiten sind möglich, laut Weyers aber nicht empfehlenswert: „Länger hält man das kaum durch. Man fliegt auf Sicht, das ist sehr physisch, eine gute Hand-Auge-Koordination ist wichtig.“ Im Cockpit der beiden Maschinen könne grundsätzlich jeder Platz nehmen, Kinder und Jugendliche erst ab einer Körpergröße von 1,40 Meter.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.yourcockpit.de

Luftfahrtstandort Hamburg

Hamburg ist das größte deutsche Zentrum der zivilen Luftfahrtindustrie. Airbus baut in seinen Werkshallen in Finkenwerder alle Typen der A320 Familie. Zudem werden hier mehrere Produktionsschritte der A380 und der A350 durchgeführt. Die Lufthansa Technik AG hat in Hamburg ihren Firmensitz. Sie ist der weltweit führende Anbieter für die Wartung, Reparatur und Überholung von Flugzeugen (MRO).

Am Hamburg Airport starten und landen pro Jahr mehr als 14 Millionen Passagiere. Zudem gehören mehr als 300 überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Hochschulen sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen zum Kompetenznetz Luftfahrtstandort Hamburg. Das Luftfahrtcluster der Metropolregion Hamburg zählt seit 2008 zu den Spitzenclustern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
www.hamburg.de
www.hamburg-aviation.de

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