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Bucerius Lab - © Frederika Hoffmann / ZEIT-Stiftung

Vom Silicon Valley lernen: neue Info-Reihe im Bucerius Lab

In der Auftaktveranstaltung ging es um die Erfolgsfaktoren einer digitalen Zukunft. Weitere Termine im Mai. Hamburg wird digital: freies WLAN in der City

Hamburg ist auf dem Weg zur digitalen Stadt. Für 90 Prozent der Hamburger Unternehmen hat die Digitalisierung einer Umfrage zufolge eine entscheidende Bedeutung für die zukünftige Entwicklung ihrer Geschäfts- und Arbeitsprozesse. Auch für Kultur und Gesellschaft ist die Digitalisierung Treiber von Veränderungen. Im „Bucerius Lab“, dem neuen Projekt der Hamburger Zeit-Stiftung, steht der digitale Wandel daher im Fokus.

Nach dem Auftakt-Symposium im Februar sind nun die „Bucerius Lab Lectures“ gestartet. Autor und Mitbegründer des Wirtschaftsmagazins „Brand eins“ Wolf Lotter sprach zum Auftakt am 12. April an der Bucerius Law School über „Kreative Revolution oder: Was wir vom Silicon Valley lernen müssen, um in die Wissensgesellschaft zu kommen“.

Veränderungen der Arbeitswelt

60 bis 70 Prozent der heutigen Arbeitsplätze könnten der Digitalisierung und Automatisierung zum Opfer fallen, referierte Lotter mit Verweis auf aktuelle Studien. Dennoch: „Der Blick in die Geschichte lehrt uns, jede Technologie bisher hat mehr Arbeitsplätze geschaffen, als vernichtet.“ Allerdings sei das ein eher langfristiger Prozess.

Individualität als wesentlicher Faktor für Erfolg

Wolf Lotters gut besuchter Vortrag bot eine umfassende wirtschafts- und gesellschaftspolitische Analyse. Individuelle Stärken, die Lust Herausforderungen meistern zu wollen, sowie die Kompetenz mit Überraschungen umgehen zu können, erklärte er zu wesentlichen Faktoren, um erfolgreich die digitale Zukunft zu gestalten. Der aktuellen wirtschaftliche Erfolg Deutschlands sei dabei geradezu gefährlich, verführe er doch dazu, den gegenwärtigen Kurs beibehalten zu wollen, statt Neues zu wagen.

Weitere Konferenzen zum Thema

Was wir vom kalifornischen Silicon Valley lernen können und was wir lieber nicht übernehmen sollten, diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltungen des Bucerius Lab. Unabhängig und ergebnisoffen soll es um die Frage gehen: Was bedeutet der digitale Wandel für Demokratie, Ökonomie und Kultur und welche Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet er?

„Wir befinden uns noch in der Gründungsphase des Bucerius Labs“, erläutert Projektleiter Daniel Opper. „Im Februar haben wir in einem zweitägigen Auftakt-Symposium nach Kalifornien geblickt und uns mit der Frage beschäftigt, ´In was für einer digitalen Zukunft wollen wir leben?`. Nun werden wir mit weiteren Konferenzen, Workshops und eben den Bucerius Lab Lectures dieses Thema vertiefen.“

Die nächsten Vorträge im Mai

Zwei weitere „Bucerius Lab Lectures“ sind für Mai geplant. Für den 9. Mai hat sich der Historiker Andreas Rödder angesagt und wird zum Thema „Mensch und Technik. Ein historisches Triple-A-Rating“ sprechen. Am 25. Mai folgt Yvonne Hofstetter, Juristin und Essayistin, mit „Wie Algorithmen das Recht und unsere Demokratie herausfordern“. Beide Experten beschäftigen sich bereits seit Jahren mit Big Data und der Auswirkung der Datenflut auf den Menschen und werden ihren Blick auf den digitalen Wandel skizzieren und zur Diskussion stellen – ganz im Sinne des Bucerius Lab, das möglichst eigene Zukunftsfragen entwickeln und öffentlich zur Diskussion anregen möchte.
ys/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.vernetzterleben.de
www.zeit-stiftung.de

Digitalisierung in Hamburg

In der Handelskammer Hamburg soll bis Jahresende ein „Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum“ entstehen, das Firmen bei Fragen der Digitalisierung unterstützt. Damit will die Kammer die positive Stimmung der Hamburger Wirtschaft in Bezug auf das Thema Digitaler Wandel unterstützen. Eine Umfrage mit diesem Titel „Hamburger Wirtschaft 4.0.“ unter mehr als 1.000 Firmen aller Branchen und Größen im Dezember letzen Jahres hatte ergeben: Für 90 Prozent der Hamburger Unternehmen hat die Digitalisierung eine entscheidende Bedeutung für die zukünftige Entwicklung ihrer Geschäfts- und Arbeitsprozesse.

Mehr als jedes zweite Unternehmen erhofft sich demnach durch die Digitalisierung eine Steigerung des Absatzes. Im Bundesdurchschnitt trifft dies lediglich auf jedes dritte Unternehmen zu. Zudem wird Hamburg zunehmend zur ´Free-Wifi-Zone`. Bis Ende 2017 soll es 180 Access-Points für kostenloses WLAN in der Stadt geben, die ersten Zugangsstellen wurden bereits freigeschaltet. Auch der HVV plant eine WLAN-Offensive.
Studie „Hamburger Wirtschaft 4.0.“: www.hk24.de

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