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(v.l.n.r.): Christian Kuper (Vincent Vegan), Christina Preiß (UMPR GmbH), Stefan Matz (HWF), Ute Middelmann (UMPR GmbH), Carsten Nicolaisen (Block Foods AG), Dr. Annika Schröder (foodactive e.V.), Prof. Dr. Ulrich Reinhardt (BAT-Stiftung für Zukunftsfrage - © HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH

Wie tickt der Konsument von morgen?

Um Trends in der Gastronomie und im Lebensmittelmarkt ging es auf einer Expertenveranstaltung im Business Club Hamburg

In zwanzig Jahren werden wir die älteste Bevölkerung der Welt haben. “Schon jetzt gibt es in Deutschland mehr Paare ohne als mit Kind. Letztes Jahr wurden mehr iphones verkauft als Kinder geboren” – Zukunftsforscher Prof. Dr. Ulrich Reinhardt hatte die volle Aufmerksamkeit der Gäste, als er mit einigen Charts die Rahmenbedingungen künftiger Marktentwicklungen skizzierte. “Die Konsumentengruppen in Deutschland differenzieren sich immer stärker, der Food-Konsum verändert sich und stellt die Ernährungsindustrie vor neue Herausforderungen”, so der Experte von der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen.

Rund 70 Teilnehmer, darunter zahlreiche Entscheidungsträger von Unternehmen der Lebensmittelbranche sowie internationale Wirtschaftsdelegierte, waren am Dienstagabend in den Business Club Hamburg gekommen, um über Trends, den Konsumenten von morgen und die Herausforderungen der Branche zu diskutieren.

Viele Food-Trends kommen aus Hamburg

So sprach Carsten Nicolaisen als Vorstand der Block Foods AG über das Thema „Gastronomie für zuhause – Cocooning to go?”. Zwar wachse der Außer-Haus-Markt seit Jahren, dennoch werde überwiegend zuhause gegessen. “Wohnküchen liegen voll im Trend”, so Nicolaisen. Zwar hielten die meisten Verbraucher ihre Kochkompetenz für gut oder sehr gut. “Aber die Zeit ist knapp und der Wille ist schwach.” Der Markt sei daher reif für High-End-Convenience-Produkte.

Die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH, die Kommunikationsberatung UMPR und das Ernährungsnetzwerk der Metropolregion Hamburg foodactive e.V. hatten zu der Veranstaltung geladen, um Austausch und Wissenstransfer zu fördern. “Die Food-Branche hat traditionell in Hamburg einen hohen Stellenwert. Über den Hamburger Hafen wurden schon immer exotische Nahrungsmittel importiert. Darum herum hat sich heute eine innovative Branche angesiedelt. Zahlreiche Food-Innovationen kommen aus der Metropolregion Hamburg. Das macht unsere Region interessant für viele weitere Unternehmen, die wir als Wirtschaftsförderung gern bei der Ansiedlung unterstützen”, so Stefan Matz, HWF-Bereichsleiter Internationale Unternehmen.

Der digitale Konsument

“Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr Handys verkauft als Zahnbürsten”, so erneut ein verblüffender Chart von Professor Reinhardt. Der wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen schlägt damit den Bogen zum Konsumenten von morgen – und der ist vor allem gut vernetzt und digital. “Jeder vierte Deutsche würde Lebensmittel inzwischen online kaufen”, fährt er fort.

Ein cleveres Geschäftsmodell, das on- und offline geschickt miteinander verbindet, präsentierte Vincent Vegan – beziehungsweise dessen Erfinder Christian Kuper. Der Gründer von Vincent Vegan, dem ersten veganen Food-Truck in Hamburg, verfügt on- und offline über direkten Kontakt zum Kunden. Der Erfolg des Hamburger Startups zeigt auch die Entwicklung hin zum kritischen Verbraucher und experimentierfreudigen Konsumenten. Vegetarier, Flexitarier oder Pescarier – Ernährung als gesellschaftliches Statement.

Kunden informieren sich über facebook und App

Zwei weitere Trucks fahren inzwischen für den sympathischen Unternehmer, außerdem gibt es einen stationären Ableger in Altona, in dem er seine veganen Burger anbietet. “Vegan is not a trend”, ist Kuper überzeugt und: auch echte Kerle mögen vegane Burger. Dafür stehen auch seine Mitarbeiter, die die Burger in den szenigen Trucks frisch zubereiten – humorvoll, tätowiert und bärtig. “Leute, die auch ein bisschen entertainen, darauf stehen die Kunden”, meint Kuper. Über facebook oder via eigener App erfährt seine wachsende Fangemende den aktuellen Standort seiner Trucks.

„Die Entwicklung vom bloßen Versorgungskonsumenten hin zum Erlebniskonsumenten mit besonderen Ansprüchen und Wünschen wird auch noch in den kommenden Jahren noch für viel Gesprächsstoff sorgen“, so Zukunftsforscher Reinhardt.
kk

Quelle und weitere Informationen
www.umpr.de
www.hwf-hamburg.de
www.foodactive.de

Finden Sie weitere Berichte über Lebensmittel- und Gastro-Trends in den Hamburg News:

zu den Food-Trucks, Food Trucks auf der Messe, den Eisprinzessinnen, dem Gastro-Startup eatclever, dem Lebensmittel-Startup Frischepost, oder den Kitchennerds

Über HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH

Die HWF ist die One Stop Agency für Investitionen aus dem In- und Ausland in Hamburg sowie zentraler Partner der Hamburger Wirtschaft zu allen Themen der Wirtschaftsförderung. Mit dem Service der Mittelstandslotsin unterstützt sie besonders kleine und mittlere Unternehmen. Sie wirbt international und national für den Wirtschaftsstandort Hamburg.
www.hwf-hamburg.de

Über foodactive e.V.

foodactive e.V. ist das Branchennetzwerk der Ernährungswirtschaft der Metropolregion Hamburg. Neben Netzwerkveranstaltungen zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch werden unternehmensübergreifend Projekte in den Bereichen Personalentwicklung, Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement und Innovationsmanagement initiiert und umgesetzt. Über wertschöpfende Kooperationen verwirklichen ihre Mitgliedsunternehmen Synergieeffekte.
www.foodactive.de

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