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PLAY15 - Mit Spielen spielen

Andreas Hedrich, Mitgründer der Initiative Creative Gaming, über das Festival PLAY15, den Creative Gaming Award und die Hamburger Spiele-Landschaft

„Sehen, Machen, Reden, Feiern mit digitalen Spielen“. Unter diesem Motto steht das diesjährige Festival PLAY, das vom 15. bis 19. September an verschiedenen Orten im Hamburger Zentrum stattfindet. Der Claim dient dabei gleichzeitig als Überblick über die verschiedenen Aspekte des Computerspiel-Festivals. Andreas Hedrich, unter anderem Mitgründer der Initiative Creative Gaming, die das Festival organisiert, erläutert das Programm im Gespräch genauer.

Premiere des Creative Gaming Awards

So geht es bei dem PLAY Festival vor allem darum, die kreative Seite des Computer-Spielens und der Spiel-Kultur zu zeigen. „Zentral ist eine große Ausstellung mit Indie-Games und Medienkunst, die sich mit digitalen Spielen befasst – also auch mit Objekten und Gemälden“, erklärt Hedrich. Dazu gehören ebenfalls die Nominierten des Creative Gaming Awards, der in diesem Jahr zum ersten Mal im Zuge des PLAY Festivals verliehen wird. Für Hedrich stellt er das Highlight in diesem Jahr dar: „Er ist für Spiele ausgeschrieben, die besonders kreativ mit dem Medium umgehen. Es sind mittlerweile weit über einhundert Einreichungen aus zwanzig Ländern eingegangen.“

Kino, Theater, Museum

Neben Ausstellung und Award stellen auch Workshops einen zentralen Teil des Festivals dar. „In denen kann ich selber lernen, welche Möglichkeiten ich habe oder was ich brauche, um ein Computerspiel zu machen, zu designen, wie ich Figuren in ein Spiel bekomme. Aber auch viel grundlegender, woraus eigentlich ein Spiel besteht. Das Programm ist relativ umfangreich, es gibt über dreißig Workshops, die dort gebucht werden können.“ Stattfinden werden diese Tages-Workshops im Gebäude der Bigpoint GmbH. Zu den weiteren Veranstaltungsorten gehören das Metropolis-Kino, das Ohnsorg-Theater, das Thalia-Theater, das Museum für Kunst und Gewerbe, der Medienbunker sowie die Handelskammer am Rathaus, in dem die Festival-Konferenz gehalten wird.

Schwerpunkt Emotionen

Bei der PLAY-Conference geht es in diesem Jahr um Emotionen. Wie entfachen digitale Spiele Emotionen, welche Emotionen erleben die Spielenden und welche Rolle nehmen Emotionen bei künstlichen Intelligenzen ein? Dazu gehören Talkshows, in denen Gäste zu Themen wie dem Umgang mit Spielen, aber auch der digitalen Spielkultur interviewt werden. Geleitet werden die Gespräche von Moderator Uke Bosse. „Zu dem Bereich 'Reden’ gehören aber auch Kurzinputs von Game-Designern und –Künstlern“, ergänzt Hedrich.

Computer-Spielen auf Plattdeutsch

Anders als erwartet geht es beim Bereich 'Feiern’ nicht um Aftershow-Parties im Club Uebel & Gefährlich: „Es geht darum, Elemente der digitalen Spielkultur aufzuzeigen, in der ganz andere Kulturformen vorkommen. Dazu gehört ein Poetry-Slam, dazu gehört eine Theater-Performance, dazu gehören Bands, aber auch ein plattdeutsches Let’s Play-Format, das im Ohnsorg-Theater auf die Bühne kommt.“ Bei 'Let’s Play’ handelt es sich um ein gemeinsames Spielen, bei dem eine oder mehrere Personen das Computerspiel steuern und ihre Aktionen erklären, während die Zuschauer beobachten und kommentieren. Zum 'Feiern’ gehört außerdem ein Gespräch mit Heinz Strunk, Mitglied der Band 'Fraktus’, der „einen amüsanten Teil der Spielkultur aufzeigen wird“, so Hedrich.

Die Unterstützer

Haupt-Mitveranstalter des Festivals ist die Bundeszentrale für politische Bildung. Zu den Unterstützern gehören jedoch auch das Jugendinformationszentrum der Stadt Hamburg, die Senatskanzlei, die Medienstiftung Hamburg Schleswig-Holstein, die Bürgerstiftung sowie die HAW Hamburg und die Universität Hamburg. „Und dann noch ganz viele kleine Sponsoren, aber auch einige der großen Games-Publisher in der Stadt“, fügt Hedrich hinzu.

Gutes Zeichen für Hamburger Spieleindustrie

Mit dem DevGAMM-Festival, das in diesem Jahr zum ersten Mal nach Hamburg kommt, findet unmittelbar eine Woche vor der PLAY15 ein weiteres Computerspiel-Event statt. Andreas Hedrich zeigt sich jedoch froh über die vermeintliche Konkurrenz. „Große Entwicklerkonferenzen haben ein anderes Zielpublikum, haben andere Themen und beschäftigen sich mit anderen Schwerpunkten der Spieleindustrie. Und das ist nicht unser Metier, da kommen wir uns auch gar nicht in die Quere. Also von daher würde ich eher sagen, das ist ein gutes Zeichen, wenn auch andere Veranstaltungen nach Hamburg kommen.“
pk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.playfestival.de
www.creative-gaming.eu

Über die Initiative Creative Gaming

Ihren Ursprung fand die Initiative Creative Gaming im Wissenschaftsjahr der Informatik, welches die Bundesregierung vor 2006 ins Leben rief. Hier trafen Experten aus den Bereichen Film und Computerspiel aufeinander, die sich das Ziel setzten, mit einer eigenen Initiative die Bedeutung des Kulturguts hervorzuheben. Der Claim der Initiative Creative Gaming lautet „Mit Spielen spielen“, ein zentrales Ziel ist dabei die Bildungsrelevanz – also die Beliebtheit von Computerspielen in Bildungszusammenhängen zu nutzen. Des Weiteren zählt die Förderung von Independent-Spielen zur Aufgabe der Initiative, also Spiele, die nicht marktkonform sind und dennoch ein Publikum haben.

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