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Kente-Festival: Afrika in Hamburg

Dieses Wochenende: Festival rund um die Bedeutung des afrikanischen Kente-Stoffs. Besuch der ghanaischen Ministerin für Kultur und Tourismus

Am kommenden Wochenende (25. bis 27. August) findet in Hamburg zum ersten Mal das Internationale Kente Festival 2017 statt. Die traditionellen Kente-Stoffe stammen ursprünglich aus Ghana, sind heute aber in der ganzen Welt verbreitet. Sie zeichnen sich in der Farbgebung, Webart, den Mustern und Ornamenten durch eine hohe Symbolik aus und geben mit ihrer Entwicklung tiefe Einblicke in die globalisierte Welt. Könige und Priester trugen ihn zu zeremoniellen Zwecken.

Ausstellung, Workshops und Modenschau

Im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, in der Mensa der Universität Hamburg, und im Kulturhof Dulsberg wird ein Programm rund um den traditionellen afrikanischen Stoff unter dem Titel „Kulturen verbinden – Möglichkeiten schaffen, entdecken, erweitern“ zusammengestellt. Das Programm umfasst wissenschaftliche Vorträge zur Historie und Produktion der Kente-Stoffe, eine Ausstellung, Workshops, eine Modenschau und die Wahl einer Kentekönigin und eines Kentekönigs. Das Festival wird vom Amtsleiter Kultur, Hans-Heinrich Bethge, eröffnet.

Hamburg als Hotspot der Kulturen

„Hamburg wird als Hafenstadt schon immer von verschiedenen kulturellen Einflüssen geprägt. Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Ländern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen trafen und treffen zusammen, ohne viel übereinander zu wissen”, so Staatsrätin Jana Schiedek. “Das Kente Festival präsentiert eine Stoffsammlung aus Privatsammlungen, macht diese kulturellen Schätze für Hamburgerinnen und Hamburger erstmals zugänglich und zeigt damit, wie bunt und bereichernd Diversität sein kann.“

Transkulturelles Produkt

Kente-Stoffe wurden vor etwa 375 Jahren erstmals im Ort Bonwire im heutigen Ghana gewoben und waren ursprünglich nur schwarz-weiß. Die Stoffe wurden zu Beginn aus Rinde gemacht und die später hinzukommenden Farben wurden aus Samen hergestellt, später bestanden die Stoffe dann aus Seide und Baumwolle. Industriell hergestellte Farben wurden durch den Einfluss der Europäer in die Stofftradition integriert.

Mit Baumwolle aus Ghana, Seide aus Asien und Farbstoffen industrieller Herstellung aus Europa, sind die Kente-Stoffe bis heute ein transkulturelles Produkt, dessen Geschichte von Handelsbeziehungen und Kolonialismus berührt ist und die jahrhundertealte Dreiecksbeziehung zwischen Afrika, Asien und Europa zeigt. Heute sind die Stoffe auf den Laufstegen von Paris und der New York Fashion Week zu sehen und werden gleichzeitig als typisch afrikanische Souvenirs verkauft.
kk

Quelle und weitere Informationen:
agnaonline.de/de/ikf-konzept

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