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Keine Spur von Brexit-Frust: Die British Flair in Hamburg

Sechs Wochen nach dem folgenschweren Referendum sieht der HWF-Geschäftsführer auch Chancen für die Hamburger Wirtschaft

Brexit hin oder her – an Traditionen hält der Brite fest. Und deswegen ist es auch keine Frage, dass die British Flair 2016 zum 26. Mal nach alter Manier in Hamburg stattfindet. Wachsjacken, Hüte, Whiskeys, Fish and Chips, Dudelsack-Spieler, Oldtimer, Cricket, Croquet, Rugby und Gummistiefelweitwerfen – um nur ein paar der britischen Traditionen zu nennen, die rund 50 Aussteller an diesem Wochenende im Hamburger Polo Club präsentieren. Ein besonderer Höhepunkt ist das alljährliche „British Flair Open Air Proms Concert“ am Sonnabend, das sich Besucher – ganz im Stil des Finales der „Proms“-Konzerte in London – bei einem Picknick unter Sternen anhören können.

Kultureller Austausch – jetzt erst recht!

Der gebürtige Engländer Thomas Evans reist an diesem Wochenende als Aussteller zur British Flair nach Hamburg. An seinem Stand verkauft er englische Antiquitäten sowie Stilmöbel und britische Accessoires seiner Firma „Evans English Lifestyle”. „Für uns war der Ausgang des Brexit-Votums ein großer Schock. Wir haben gehofft und gebangt, aber am Ende hat es nicht gereicht”, so der Geschäftsführer aus Osnabrück. Die Vorfreude auf die British Flair lässt er sich von politischen Tumulten aber nicht verderben. „Gerade jetzt müssen wir uns doch für den kulturellen Austausch einsetzen”, meint Evans.

Britische Start-ups auf der Suche nach neuen Standorten

Sechs Wochen nach der Volksabstimmung in Großbritannien sind auch die Prognosen für die Hamburger Wirtschaft nicht mehr ganz so trüb. Von der Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF) kommen sogar optimistische Töne. “Für Unternehmen, die in der EU Geschäfte machen wollen, wird es künftig noch wichtiger sein, dort auch den Unternehmenssitz zu haben. Für Europazentralen wird London als Standort an Bedeutung verlieren”, sagt der Geschäftsführer der HWF Dr. Rolf Strittmatter. So könnten sich vor allem im Digital- und Tech-Bereich neue Chancen für die Hansestadt ergeben. Viele britische Startups sehen sich nach neuen Standorten um. Zudem gelte Hamburg für den Bereich Handels- und Schiffsfinanzierung als gute Alternative, so Strittmatter.

Zweitwichtigster Exportpartner

Hamburg pflegt traditionell enge Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien. In der Hansestadt leben rund 4.200 Briten, die einen Anteil von 2,6 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Und auch für den Tourismus spielen die Briten eine wichtige Rolle. 2015 lagen Gäste aus Großbritannien mit rund 280.000 Übernachtungen auf dem dritten Platz der wichtigsten Auslandsmärkte für Hamburg. Rund zehn Prozent des Exports von Hamburger Unternehmen gehen nach Großbritannien. Damit steht das Land auf Platz zwei des Länderrankings der wichtigsten Außenwirtschaftspartner Hamburgs (Exporte).

Zurückhaltende Geschäftserwartungen

Eben diese enge Verbundenheit macht das Brexit-Votum auch zu einer folgenschweren Entscheidung für die Hamburger Wirtschaft, wie das aktuelle Konjunkturbarometer der Handelskammer Hamburg bestätigt. Demnach bewerten die befragten Hamburger Unternehmen die Geschäftserwartungen und Exportaussichten für die kommenden zwölf Monate zurückhaltender als im Vorquartal. „Die Unsicherheit, die durch den anstehenden EU-Austritt Großbritanniens entsteht, wirkt sich negativ auf die Erwartungen der Hamburger Unternehmen aus“, sagte Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer. “Keep Calm and Carry on” würde der Brite nun sagen – womöglich auch ein treffendes Motto für die British Flair 2016.
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.britishflair.de
www.hwf-hamburg.de
www.hamburger-polo-club.de

Über die British Flair

Die British Flair in Hamburg wird von der „Das AgenturHaus GmbH“ aus Lübeck ausgerichtet. Geöffnet ist die Messe am Samstag, den 6. August, von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag, den 7. August, von 10 bis 18 Uhr. Vom 9. bis 11. September findet eine weitere British Flair in Krefeld statt. Weitere Informationen unter www.britishflair.de und unter www.das-agenturhaus.de

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