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„EU und China brauchen einander mehr als je zuvor“

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang zu Gast beim „Hamburg Summit". Einige Wirtschaftsvereinbarungen am Rande des Besuchs getroffen. CHINA-TIME im November

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und der deutsche Außenminister Frank Walter Steinmeier beendeten am Samstag mit ihren Keynotes den sechsten „Hamburg Summit: China Meets Europe“ am 10. und 11. Oktober in Hamburg. Mit über 600 Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik ist das Treffen der wichtigste europäisch-chinesische Wirtschaftsgipfel. Spitzenpolitiker aus beiden Regionen bekräftigten, dass sich diese mehr bräuchten als je zuvor.

Potenzial für enge Partnerschaft

Beim gemeinsamen Abschlussessen hob EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die Bedeutung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hervor: „Chinas weltweiter Einfluss ist enorm gewachsen und mit ihm das Potenzial für eine ergiebige Partnerschaft mit der Europäischen Union. Die Finanzkrise hat gezeigt, wie abhängig wir voneinander sind und wie wichtig damit eine internationale Zusammenarbeit ist. Die EU und China brauchen einander heute mehr als je zuvor.“

Hamburgs Bedeutung als Ort für Austausch gewürdigt

Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier würdigte die Konferenz: „Der ‚Hamburg Summit‘ ist eine ganz wichtige deutsch-chinesische Plattform für Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Hier werden Gedanken entwickelt und Kontakte geknüpft, um das deutschchinesische Verhältnis noch fruchtbarer zu gestalten. Hamburg steht wie kaum ein anderer Ort für Chinas Beziehungen zu Deutschland und Europa.“ Das passe gut zu dem deutschchinesischen Aktionsrahmen „Innovation gemeinsam gestalten“, der sich nicht nur um Forschung, Technologie und Wirtschaft drehe, „er nimmt auch ein modernes Bildungs- und Sozialsystem und einen funktionierenden Rechtsstaat in den Blick“.

Wirtschaftsvereinbarungen – Bestellung bei Airbus besiegelt

Am Rande des chinesischen Besuchs in Deutschland wurden einige wichtige Wirtschaftsvereinbarungen getroffen. Gut für den Standort Hamburg: der europäische Flugzeugbauer Airbus konnte eine Rahmenvereinbarung über eine Bestellung von 70 A 320-Maschinen besiegeln. Außerdem sei eine Absichtserklärung über den Bau eines A330-Fertigungszentrums im chinesischen Tianjin unterzeichnet worden.

Gemeinsam für globale Handels- und Wirtschaftsordnung

Fritz Horst Melsheimer, Präses der Handelskammer Hamburg, zog am Schluss der Konferenz ein sehr positives Fazit: „Nach den zahlreichen Gesprächen und Diskussionen auf unserer Konferenz bin ich sicher, dass China die 2013 beschlossenen einschneidenden und schmerzhaften Wirtschaftsreformen angehen und gestärkt daraus hervorgehen wird.“

Weiter plädierte er dafür, sich auf allen Ebenen für ein besseres gegenseitiges Verständnis und ein belastbares Vertrauensverhältnis einzusetzen. „China und Europa haben in wirtschaftlichen Aspekten viel gemeinsam. Daher sollten China und Europa sich zusammen für die Fortentwicklung einer offenen, multilateralen, regelbasierten globalen Wirtschafts- und Handelsordnung einsetzen.“

Präses Melsheimer dankte dem chinesischen Ministerpräsidenten für seinen Besuch und wertete diesen als besondere Würdigung des „Hamburg Summit“, der in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal und mit einer Rekordbeteiligung von über 600 Teilnehmern stattfand.

Offene Märkte als wichtige Voraussetzung

In seiner Rede am Vortag begrüßte EU-Handelskommissar Karel De Gucht die Reformbemühungen der chinesischen Regierung: „Wir freuen uns über die weitere Marktöffnung für ausländische Direktinvestitionen, insbesondere im Dienstleistungsbereich!“ Auch lobte er das neue Bekenntnis Chinas zur entscheidenden Rolle des Marktes für ihre Wirtschaft. Tiefgreifende Veränderungen seien nicht einfach, so De Gucht weiter. Die Unterstützung Europas auf diesem Weg sei China und seiner Bevölkerung aber sicher. Mit Blick auf Europa rief De Gucht dazu auf, sich entgegen den momentanen populistischen Strömungen weiter für offene Märkte einzusetzen, denn nur durch internationalen Handel und Investitionen könne Europas Wirtschaft wieder in Schwung kommen.

Hamburg feiert Fernost bei der CHINA-TIME

In der Hansestadt steht China in diesem Jahr noch einmal im Fokus: Vom 4. bis 23. November präsentiert Hamburg im Rahmen der fünften “CHINA-TIME” über 200 Veran­staltungen rund um das Thema China. Sie geben Einblicke in den vielfältigen kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Austausch zwischen China und Hamburg. Zweieinhalb Wochen lang können sich die Besucherinnen und Besucher in Ausstellungen, Konzerten, Podiumsdiskussionen und Vorträgen selbst ein Bild machen.
ker

Quelle und weitere Informationen:
www.hk24.de
www.hamburg-summit.com
www.airbus.com
www.chinatime.hamburg.de

Hamburg – Chinas Handelszentrum in Europa

Hamburg ist für China das Tor zu Europa. Mehr als die Hälfte des deutschen Außenhandels mit der Volksrepublik China wird heute über den Hamburger Hafen abgewickelt. Der Containerumschlag mit China lag 2013 bei 2,7 Millionen Containereinheiten (TEU). Das sind rund 30 Prozent des Gesamtumschlags in Hamburg, was China zum wichtigsten Außenhandelspartner des Hamburger Hafens macht.

Über 500 chinesische Unternehmen unterhalten Niederlassungen in der Hansestadt. Mehr als 600 Hamburger Unternehmen treiben Handel mit der Volksrepublik und steuern von hier aus ihre China-Im- und -Exporte für ganz Europa.

Mit den Veranstaltungen „Hamburg Summit: China meets Europe“ und CHINA TIME im November finden die zwei größten chinabezogenen Events in Hamburg statt. Zudem ist Hamburg schon seit 1986 Partnerstadt von Shanghai und pflegt intensive Beziehungen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft mit dem chinesischen Handelszentrum.

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