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Olympia Digital in Hamburg: „Nicht von dieser Welt“

Xing-Gründer und Visionär Lars Hinrichs glaubt fest an die Spiele in Hamburg. Seine Antwort auf die Fragen der Zukunft ist eine Zahl: 64

Neun mal 12 Monate sind 108. Geteilt durch 18 ergibt 6. Zwei hoch 6 ergibt 64. Was sich hinter dieser Rechnung verbirgt und was das alles mit Hamburg und den Olympischen Spielen zu tun hat, erläutert Hinrichs in einem Gastbeitrag für die Hamburg News.

Kürzlich hörte ich Oberbaudirektor Jörn Walter in einer flammenden Rede von den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Hamburg sprechen. Geradezu euphorisch und spürbar stolz auf die Stadt – so etwas kennt man sonst eigentlich nur aus Berlin. Auch ich bin der Meinung, eine Stadt wie Hamburg kann und sollte sich so etwas Großartiges wie die Olympischen Spiele leisten. Wie Olympia 2024 in Hamburg sein wird? Das ist immerhin erst in neun Jahren, in dieser Zeit wird sich viel verändern.

Technische Weiterentwicklung

Ich sehe da vor allem drei wesentliche Entwicklungen. Punkt eins: Alle 18 Monate verdoppelt sich die Rechnergeschwindigkeit, also die technische Weiterentwicklung. Das sieht man an den iphones, an Rechnern und in ganz vielen anderen Bereichen – und das besagt auch das Mooresche Gesetz* von 1965. Daraus folgt die Rechnung: Neun mal 12 Monate, geteilt durch 18 hoch zwei. Das heißt, im Jahr 2024 wird die Technik 64 Mal so schnell sein wie heute und das zum gleichen Preis.

Spiele von jedem Ort der Welt erleben

Die rasante technische Weiterentwicklung gibt es also schon länger und bisher sind die Menschen damit auch ganz gut klargekommen. Das heißt bezogen auf Olympia digital: Wir müssen uns eine Welt vorstellen, die technisch gesehen, 64 Mal besser ist als das, was wir heute haben. Da kann man nicht mit heutigen Maßstäben messen; man muss für eine solche Welt konzeptionell neu denken. 2024 werden Dinge möglich sein, die heute undenkbar scheinen. Daraus ergibt sich der zweite bedeutende Fortschritt: 2024 werden wir die Spiele überall auf der Welt hautnah erleben können!

Sind heute noch Kameras auf die Stadien gerichtet, werden die Menschen durch den exponentiellen Fortschritt der Technik dann die Möglichkeit haben, von jedem Ort der Welt – sei es durch gigantische Video Screens oder Virtual Reality – live bei den Spielen dabei zu sein. Die Spiele finden zwar physisch in Hamburg statt, können aber überall auf der Welt live erlebt werden.

Zuschauer sind aktiv dabei

2024 werden die Spiele komplett digital ausgestattet sein. Wir werden die Spiele nicht nur hautnah miterleben, sondern sogar selbst mitspielen können. Durch moderne Projektion haben die Zuschauer das Gefühl, als würden sie selbst schwimmen, laufen oder reiten. Schon heute kann man mit einer VR-Brille einem T-Rex gegenüber stehen oder nach Australien reisen. In neun Jahren werden noch ganz andere Dinge möglich sein. Und das wäre die maßgebliche dritte Weiterentwicklung: Ich kann als Zuschauer mitspielen und direkt gegen meinen Wunschgegner antreten.

Selbstfahrende Autos und Züge ohne Schaffner

Hatten wir früher das Problem verstopfter Straßen und Verkehrsprobleme, werden wir uns dann in intelligenten Fahrzeugen fortbewegen, autonomes Fahren wird 2024 kein Problem mehr sein. Wir werden auch keine Schaffner oder Personal in Zügen mehr haben, das wird alles autonom sein.

Welche Herausforderungen und welche Innovationskraft das für eine Metropole hat, konnte man ganz gut in London sehen, als die ganze Stadt durch die Spiele revitalisiert wurde. Ich bin ein großer Verfechter von Olympia in Hamburg und ich bin überzeugt, es wird auch so kommen.
lh/kk
Redaktion: Karolin Köcher

Weitere Informationen und Kontakt:
www.cinco-capital.com

Gorden Moor – Moore‘s Law

1965 veröffentlichte der Computer-Pionier Gordon Moore einen Artikel, der die rasante Technologieentwicklung benennt und bis heute die IT-Branche prägt. Er sagte voraus, dass sich binnen zehn Jahren die Zahl der Schaltkreise auf einem Computerchip jährlich verdoppeln würde. So kam es. Chips wurden immer kleiner und gleichzeitig schneller und leistungsfähiger. Man sprach vom Moore’s Law oder vom Mooreschen Gesetz. Zunächst sprach Moore von einem Jahr, später von zwei Jahren. Heute gelten 18 bis 24 Monate als die Zeiteinheit für die Verdoppelung der auf einem Chip verbauten Transistoren. Dieser Technologiefortschritt bildet eine wesentliche Grundlage der „digitalen Revolution“.

Lars_Hinrichs
Lars Hinrichs

Lars Hinrichs ist Gründer und CEO von Cinco Capital, einem Private Equity Fund, der in europäische und amerikanische Firmen im Technologiebereich investiert. 2003 gründete er das Business Netzwerk XING und führte es drei Jahre später als erstes Web-2.0-Unternehmen erfolgreich an die Börse. 2010 gründete er HackFwd, ein Unternehmen, das in die besten europäischen Softwareentwickler investierte. Lars Hinrichs ist Young Global Leader (YGL) beim World Economic Forum und Mitglied der Young Presidents’ Organization (YPO). Seit 2013 ist er ein Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG.

Das Haus der Zukunft: Das Apartimentum

Das neueste Projekt von Lars Hinrichs entsteht derzeit im Hamburger Nobelviertel Rotherbaum. Eine Gründerzeitvilla, die er zu einem Smart-Home ausbaut. Die ersten 20 Wohneinheiten in „Deutschlands intelligentestem Haus“ sind voraussichtlich im Februar 2016 bezugsfertig.

Weitere Informationen:
www.apartimentum.com
Die Hamburg News berichteten über das Apartimentum

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