CCH Hamburg - © www.mediaserver.hamburg.de/F.Scymanska
Hafencity - © www.mediaserver.hamburg.de/T.Hampel

Eine Woche ExtremWetterKongress in Hamburg: positive Bilanz

Großes Interesse der Öffentlichkeit und erfolgreiche Bildungsveranstaltung "Wetter.Wasser.Waterkant" in der HafenCity

Der 9. ExtremWetterKongress ist am Freitag in Hamburg zu Ende gegangen. Mehr als 5.000 Besucher und Teilnehmer zog es zu den insgesamt mehr als 250 Workshops, Exkursionen, Vorträgen und Ausstellungen des ExtremWetterKongresses und der eingebundenen Veranstaltungen in die HafenCity. „Besonders groß war das Interesse der Öffentlichkeit in diesem Jahr an Themen wie Wettermythen, Schallwetter, Extremwetter in sozialen Netzwerken und Wetter auf dem Mars“, sagt Frank Böttcher, Geschäftsführer vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) und Initiator des Kongresses. „Die Experten unter den Besuchern waren vor allem an Fragestellungen zu den Themen „Wetter und Verkehr“ sowie die „Einflüsse des Wetters auf die bauliche Infrastruktur“ besonders interessiert.“

Extreme Wetterlagen: Hitze und Starkregen und Überschwemmungen

Viele Menschen sind nach Ansicht von Frank Böttcher verunsichert. Sie wollen wissen, warum und wo die Zahl extremer Wetterlagen zunimmt, inwieweit sie selbst davon betroffen sein könnten und wie sie sich vor Starkregen, Stürmen und Überschwemmungen schützen können. Eine Aufklärung und Bereitstellung relevanter und verständlicher Informationen für eine breite Öffentlichkeit werde daher immer wichtiger. Böttcher: „Vielen Menschen ist nicht klar, dass eine sehr schwere Sturmflut für uns viel weniger bedrohlich ist als ein sehr schwerer Sturm. Hier müssen wir die Verwendung von Begriffen dringend überdenken.”

Wissen für Planung nutzen

Extreme Wetterereignisse verursachen insbesondere bei den Verkehrsträgern wie Flugzeug, Bus und Bahn immer wieder größere Ausfälle und Verspätungen – zum Beispiel in Folge von Hochwassern. „Für eine nachhaltige Strategie zum Erhalt bestehender und der Planung zukünftiger Verkehrsinfrastrukturen ist daher die Einbeziehung des Wissens über den Klimawandel von erheblicher Relevanz,“ so Dr. Paul Becker, Vizepräsident vom Deutschen Wetterdienst, in seinem Beitrag auf dem Extremwetterkongress.

2.500 junge Forscher in der HafenCity

Herausragend war die Veranstaltung “Wetter.Wasser.Waterkant. – Das Bildungsprogramm für Hamburger Schulen” mit rund 2.500 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern. “Es war die richtige Entscheidung, das Bildungsprogramm erstmals als eine eigene Veranstaltung parallel zum Kongress anzubieten”, so Böttcher. Die Angebote, die an den Bildungsplänen ausrichtet wurden, boten in Workshops, Exkursionen und Vorträgen aktives Forschen und Experimentieren. “Die HafenCity ist ein außergewöhnlicher Lernort. Es freut mich sehr, dass sich mit dem Bildungsprogramm „Wetter.Wasser.Waterkant“ ein so spannendes Format für Hamburger Schüler und Lehrer erfolgreich in der HafenCity etabliert hat”, so Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, gemeinsam mit der Stadt Hamburg der größte Förderer des Bildungsprogramms.

Im Rahmen des Kongresses wurde die hochauflösende Wettercam am Großglockner mit dem „Medienpreis für Meteorologie“ ausgezeichnet, die das Abschmelzen des Gletschers in den letzten Jahren dokumentiert hat.

Fast 100 Referenten informierten und diskutierten

Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR-Helmholtz-Zentrum Kiel, Prof. Dr. Hans von Storch vom Helmholtz-Zentrum in Geesthacht und weitere renommierte Forscher und Experten präsentierten eine Woche lang den aktuellen Stand der Wissenschaft und diskutierten mit einem interessierten Publikum.

Arved Fuchs berichtete von Grönland

Expeditionsleiter Arved Fuchs, gerade von seiner Grönlandreise zurückgekehrt, berichtete vor vollem Saal ergreifend von seinen Beobachtungen und rasant schmelzenden Gletschern: „Grönland hat im letzten Jahr 375 Milliarden Tonnen Eis verloren. Das ist der höchste Jahreswert seit Beginn der Beobachtungen.“ Seinen Vortrag schloss er mit einem Wunsch: „Nicht jeder hat die Möglichkeit, gleich einen Extremwetterkongress wie diesen auf die Beine zu stellen. Aber wenn jeder sich überlegt, welchen auch noch so kleinen Beitrag er selbst zum Schutz des Klimas beitragen könnte, wäre schon sehr viel gewonnen.“

Der ExtremWetterKongress findet seit neun Jahren an wechselnden Standorten statt und ist die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Der nächste ExtremWetterKongress findet im März 2016 statt.
ker

Quelle und weitere Informationen:
www.extremwetterkongress.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.