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Die vier größten Fehler von Unternehmen in der Wachstumsphase

Diese Fallen drohen vor allem in der wichtigen Phase des Wachstums. So können Jungunternehmer sie vermeiden

Ein überzeugendes Produkt, eine clevere Dienstleistung oder mit der Geschäftsidee einfach den Nerv der Zeit getroffen – und plötzlich läuft das Geschäft. Die Aufträge nehmen zu, der Umsatz wächst, Erfolg stellt sich ein! Doch (schnelles) Wachstum ist auch eine Herausforderung für Unternehmer. Christine Frühauf, Hamburger Beraterin mit den Schwerpunkten Wachstumsmanagement, Innovationsmanagement und Interim Management, erläutert, was beim Wachsen wichtig ist und wie aufstrebende Jungunternehmer typische Fehler vermeiden können.

Fehler Nr. 1: Die Weigerung zu delegieren

Wer seine Firma in Eigenregie aufgebaut hat, kennt sie durch und durch. Niemand weiß besser, wie die Erfolgsrezepte anzuwenden sind, die das Unternehmen überhaupt erst auf Wachstumskurs gebracht haben. Und so bleibt am besten jeder Schritt in der Hand des Experten. „So vorzugehen ist verständlich. Nur werden Sie so schnell zu einem begrenzenden Faktor“, weiß die Beraterin. Um gesund wachsen zu können, müsse der Unternehmer sich vom operativen Geschäft lösen. „Arbeiten Sie AM Unternehmen, nicht IM Unternehmen“, rät sie. Dieser Schritt unterscheide den Gründer vom Unternehmer.

Fehler Nr. 2: Das Brandbekämpfungssyndrom

Junge Unternehmer sind groß im Improvisieren. In einem wachsenden Unternehmen nimmt die Arbeit massiv zu, die Aufgaben werden komplexer, während parallel dazu der Informationsstrom ins Stocken gerät. Die Folge: Kleine Brandherde flammen wieder und wieder auf, werden auf kreative Weise erstickt und weiter geht`s zur nächsten Baustelle. „In den meisten Fällen fehlt schlicht die Zeit, echte Lösungsstrategien für wiederkehrende Probleme zu entwickeln“, erklärt Frühauf. Doch das sei ein nötiger Schritt in der Professionalisierungsphase. „Prozesse müssen organisiert, Strukturen geschaffen und Verantwortungen geklärt werden.“

Fehler Nr. 3: Zurückhaltung bei der Personalakquise

Die Wachstumsdynamik – rasant oder gemächlich – macht kaum einen Unterschied, wenn es darum geht, die Weichen für gesunde Entwicklung richtig zu stellen. Ab einem gewissen Punkt müsse delegiert und professionelle Strukturen etabliert werden. Und die Expertin ist sicher: „Mitarbeiter sind dabei der wichtigste Erfolgsfaktor!“ Jung-Unternehmer schrecken jedoch oft vor einer Erweiterung ihrer Personalkapazitäten zurück – aus Zeitmangel oder aus kaufmännischer Vorsicht. Die Wachstumsexpertin: „Ohne in Mitarbeiter zu investieren können Sie nicht wachsen.“ Und das Thema müsse frühzeitig angedacht werden. „Es dauert vielleicht, bis der passende Mitarbeiter gefunden ist.“ Zumal: Wer aus Personalnot Entscheidungen trifft, trifft sie nicht immer klug. „Es geht darum, heute schon künftige Anforderungen im Blick zu haben und neue Mitarbeiter systematisch einzuarbeiten und weiterzuentwickeln.“

Fehler Nr. 4: Wankelmut: Wachstums-Visionen oder Notbremse?

Am Anfang stand der Businessplan. Die Unternehmens-Idee wurde klar formuliert und gedanklich durchstrukturiert. „Doch in der weiteren geschäftlichen Entwicklung unterbleibt das oft“, weiß die Beraterin aus Erfahrung. Attraktive Wachstums-Visionen zu formulieren sei jedoch genauso wichtig, wie in regelmäßigen Abständen die bestehende Geschäftsstrategie zu überprüfen: Wo wird tatsächlich Geld verdient? Was bringt das Unternehmen nach vorne? Wo hakt es? „Und dazu gehört auch die Frage: Will ich überhaupt wachsen?“ Viele erfolgreiche Unternehmen basieren auf einem besonderen Talent und darauf, dass der Gründer sein Geschäft mit großer Leidenschaft führt.

Wer jedoch im Sinne eines gesunden Wachstums gelernt hat zu delegieren, findet sich oft in einer Position wieder, in der er nur noch Menschen steuert, die tun, was er selbst gern tun würde. „Darum ist es so wichtig, immer wieder aufs Neue zu überprüfen, welche Unternehmensgröße die richtige ist“, erklärt die Expertin. „Ist dieses Ziel definiert, können Sie entscheiden, welche Strategien und Maßnahmen Sie nun ergreifen wollen. Doch entscheiden sollten Sie.“
ys/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.christinefruehauf.de
www.hk24.de

Handelskammer Hamburg vor Ort

Hamburg News hat Christine Frühauf, Beraterin & Trainerin mit Schwerpunkten Wachstumsmanagement, Innovationsmanagement und Interim Management, bei einer Veranstaltung der Reihe „Handelskammer vor Ort“ getroffen. Mit dem kostenlosen Beratungsangebot für Unternehmerinnen und Unternehmer in den sieben Hamburger Bezirken möchte die Handelskammer Hamburg einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes leisten und Unternehmen jeder Größe vielfältige professionelle Unterstützung bieten.

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