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Beyond Value: „Wichtig ist der direkte Draht zu den Entscheidern“

Tagungen, Kongresse, Meetings - die Zahl der Geschäftsreisenden in Hamburg steigt. Hamburg Convention Bureau-Geschäftsführer Thorsten Kausch sieht „Riesenpotenziale“ in diesem Bereich

Managementtrainer Jörg Löhr ist hoch zufrieden. Die Auftaktveranstaltung seiner Seminarreihe in Hamburg war ein voller Erfolg, die Teilnehmer sind begeistert. Dass der Charme der Hafencity, das Hotel und die Restaurants einen Teil zum Gelingen beitrugen, räumt Löhr freimütig ein. „Wir wollen unseren Teilnehmern nicht nur hochklassige Inhalte, sondern auch Erlebnisse an den attraktivsten Standorten bieten“, so Löhr.

Der Augsburger Unternehmer und gefragte Keynotespeaker steht damit stellvertretend für eine wachsende Zahl Hamburg-Reisender, die aus geschäftlichen Anlässen nach Hamburg kommen. Um diese aus Stadtmarketingsicht hochattraktive Zielgruppe auszubauen und adäquat ansprechen zu können, wurde das Hamburg Convention Bureau GmbH (HCB) als hundertprozentige Tochter der Hamburg Marketing GmbH (HMG) mit Thorsten Kausch an der Spitze Anfang 2014 neu strukturiert und personell verstärkt. Mit einem vierköpfigen Team gestartet, kümmern sich heute rund 20 Mitarbeiter um die Belange der MICE- und Eventmarketing-Branche (MICE = Meetings, Incentives, Conventions, Events).

Handel hat in Hamburg Tradition

Hamburg ist Deutschlands Handelsmetropole. Mit mehr als 32.000 Handelsunternehmen ist die Stadt an der Elbe neben Berlin der größte deutsche Handelsplatz. Rund ein Fünftel aller Übernachtungen des Hamburger Tourismusaufkommens 2013 sind allein durch Meetings, Incentives, Conventions und Events (ohne Messebesucher) entstanden. Aus einer HCB-Studie geht hervor, dass die 9,5 Millionen Aufenthaltstage (Übernachtungsgäste und Tagesgeschäftsreisende) dieser Gruppe rund 736 Millionen Euro Bruttowertschöpfung zum wirtschaftlichen Wohlstand der Stadt beitragen. HCB-Chef Thorsten Kausch: „Jeder dieser Geschäftsreisenden lässt durchschnittlich 236 Euro hier. Die Reisekosten und die Kosten für die Veranstaltung noch gar nicht mit eingerechnet“. „Riesiges unausgeschöpftes Potenzial“ sieht er hier.

Nachgelagerte Wertschöpfung schaffen

Kausch will Veranstalter daher nicht nur bei der Suche nach Hotels und Locations unterstützen. Darüber hinaus möchte er möglichst eine zusätzliche Wertschöpfung über den monetären Aspekt hinaus für den Standort sowie weiteren Nutzen für die Veranstalter, Teilnehmer und Player vor Ort generieren. Das Thema „Beyond Value“ – also diese nachgelagerte Wertschöpfung und die entsprechenden wechselseitigen Effekte – sei für modernes Stadtmarketing das Zukunftsmodell für Tagungen und Kongresse. Diese Effekte sieht er unter anderem in der Anbindung und Vernetzung der Veranstalter mit der Hamburger Wirtschaft, Wissenschaft und wichtigen Entscheidern der Stadt oder in den potentiellen Kontakten mit Spezialisten, Talenten und Unternehmen.

Indirekte Effekte sichtbar machen

„Ein Beispiel ist der ADC Kongress, der das Augenmerk der Branche auf den Kreativ- und Werbestandort Hamburg lenkt, was wir über all unsere Kanäle verstärken. Durch konkrete Maßnahmen wie zum Beispiel die gezielte Ansprache von Nachwuchskräften begeistern wir Talente und Startups nachhaltig für den Kreativstandort Hamburg. Die hieraus entstehenden Impulse, Ideen und Geschäftsbeziehungen in und für Hamburg versinnbildlichen den Begriff „Beyond Value“, sind jedoch leider schwer messbar. Unser Ziel ist es jedoch, dies konkretisieren zu können.“

Den Rotariern verhilft sein Team daher schon mal zu besonderen Veranstaltungsräumen wie in der Elbphilharmonie, um die Rotary International Convention 2019 mit rund 22.000 Teilnehmern für die Stadt zu gewinnen und durch eine solche Veranstaltung eine signifikante Wertschöpfung für die Stadt zu ermöglichen. Dass Kausch neben dem HCB gleichzeitig als Geschäftsführer der Hamburg Marketing GmbH fungiert, ist für ihn daher auch ein großer strategischer Vorteil: „Wichtig ist der direkte Draht zu den Entscheidern – sowohl auf Seiten der potenziellen Veranstalter als auch der Hamburger Wirtschaft und der Stadt selbst.“ In dieser „eins zu eins – Kommunikation“ liege für ihn ein größerer Nutzen als in großen Werbekampagnen für den Standort.

Enge Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsclustern

Eng arbeitet er daher auch mit den Hamburger Wirtschaftsclustern zusammen, die die inhaltliche Expertise einbringen und die direkten Branchenkontakte haben. So konnte im engen Zusammenspiel zwischen Hamburg Aviation – dem Hamburger Luftfahrtcluster – und dem HCB die wichtige Slot-Konferenz des internationalen Dachverbands der Fluggesellschaften IATA für 2016 in die Hansestadt geholt werden.

Etwa jeder fünfte Geschäftsreisende aus dem MICE-Bereich kommt aus dem Ausland – allen voran aus Großbritannien, gefolgt von Skandinavien, den USA und der Schweiz. Dabei seien die Branchen Finanzdienstleistungen, Medizin & Medizintechnik, IT & Kommunikation besonders stark vertreten, so die HCB-Studie.

Um diese Zahlen zu validieren und weitere strategische Maßnahmen aus den Ergebnissen ableiten zu können, sollen weitere Vergleichserhebungen folgen. Das Ziel des HCB: Die Metropole soll zu einem der gefragtesten Premium-Standorte für Kongresse und Events weltweit werden. In Deutschland soll Hamburg bis 2022 Platz zwei nach Berlin einnehmen. Kausch blickt aus seinem Bürofenster direkt auf Hafen und Elbphilharmonie: „Hamburg hat das Potenzial und die Kraft, dieses Ziel zu erreichen.“
kk

Quellen und weitere Informationen:
www.hamburg-convention.com

Thorsten Kausch
Das Hamburg Convention Bureau

Als direkte Tochter der Hamburg Marketing GmbH vereinigt die Hamburg Convention Bureau GmbH (HCB) Standortkompetenz mit einem breiten Spektrum an Expertise von B2B-Veranstaltungen, wie Kongresse und Tagungen, bis hin zu Großveranstaltungen im öffentlichen Raum. Zu den Aufgaben gehört sowohl die weltweite Vermarktung des Kongress- und Tagungsstandorts Hamburg als auch die internationale Stärkung des Profils der Elbmetropole über bildstarke Publikums-Events. Geschäftsführer ist Thorsten Kausch.

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