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Andrew Ferrone, Keynotespeaker - © newtv Kongress Faktor3

newTV Kongress 2015: Mobile, Streaming und Daten

Experten diskutierten über die Zukunftsthemen der Bewegtbildbranche. Was will der User?

Führende Experten von TV-Anbietern, Unternehmen und Agenturen haben beim newTV Kongress in der Freien Akademie der Künste über Finanzierungs- und Bezahlmodelle der Bewegtbildbranche diskutiert. Rund 130 Teilnehmer besuchten die halbtägige Konferenz am vergangenen Donnerstag zum Thema „Monetarisierung des Contents – Payment- und Advertising-Modelle”, die von nextMedia.Hamburg, der Initiative der Medien- und Digitalwirtschaft, veranstaltet wird. Vor allem drei Trends prägten die Diskussionen: Mobile Nutzung von Inhalten, Möglichkeiten des Streamings und die Nutzung von Daten.

Bündelung von Produkten aus verschiedenen Quellen

Die Konferenz eröffnete Andrew Ferrone vom US-amerikanischen Streaming-Spezialisten Roku. In seiner Keynote gab er Einblicke in die Möglichkeiten, die durch technologisch neue Streaming-Plattformen entstehen. „Geänderte Konsumgewohnheiten haben die Erwartungen an Pay-TV-Anbieter verändert“, so Ferrone. Die Konsumenten erwarten ein umfassendes Angebot, das die Anbieter nun durch die Bündelung von Produkten aus verschiedenen Quellen bedienen können. Neben einem breiten Programm begegnet Roku dem Wandel mit der Ausrichtung auf die Präferenzen der User. Zusätzliche Erlöse ergeben sich somit über ein erweitertes Inhalteangebot, variable Abrechnungsmodelle, Programm-Promotion und Kooperationen – jüngst auch mit Sky Deutschland.

Von großen zu kleinen Screens

Wie die Marketingkommunikation im TV – neben großen Ideen für die Zukunft – schon gegenwärtig innovativ genutzt werden kann, beschrieb Sven Weisbrich von Universal McCann. „Wir müssen analysieren wie die Online- und Offline-Medien zusammenwirken und die Daten nutzen, die zur Verfügung stehen“, sagte er im Hinblick auf nachlassende TV-Nutzung und den gleichzeitig wachsenden Markt der Online-Nutzung. Bei dieser muss vor allem die mobile Nutzung berücksichtigt werden: „Wir befinden uns in einer Übergangsphase von großen zu kleinen Screens. Da der Content vermehrt mit mobilen Endgeräten konsumiert wird, muss er auch dafür passend aufbereitet werden“, so der CEO der Media- und Marketingberatung weiter.

Individualisierte Werbung per Ad-Server

Eine weitere Monetarisierungsmöglichkeit sieht Stéfane France von Orange-France Telecom: „Die künftige Geldquelle sind Daten.“ Der International TV Director betont, dass die Kunden dafür aber Vertrauen haben müssen. Die Bedeutung von Daten wird auch bei dem Prinzip Adressable TV deutlich, das Thorsten Schütte-Gravelaar von Smartclip vorstellte. „Neue digitale Technologien machen nicht vor dem linearen Fernsehen halt“, erklärt der Plattformbetreiber. Statt einen Werbeblock an alle zu senden, kann schon jetzt individualisierte Werbung per digitalem Ad-Server ausgespielt werden. Gemeinsam mit Deniz Mathieu (Geschäftsführerin pilot) und Saskia Gartzen (Leiterin Markenführung HanseMerkur Versicherungsgruppe) stellte er neue Wege der Zuschaueransprache vor. „Wir als Kunden profitieren von den neuen Möglichkeiten der gezielten Adressierbarkeit von Kunden“ betonte Gartzen.

Lineares Fernsehen wird es bald nicht mehr geben

Das Abschlusspanel, moderiert vom Medienexperten Richard Gutjahr, griff alle zuvor diskutierten Fäden nochmals pointiert auf. Dem linearen Fernsehen, das Jahrzehnte lang die wichtigste Informations- und Unterhaltungsquelle war, wird keine unendliche Lebensdauer bescheinigt. „Noch zwei oder drei Generationen, dann wird es lineares Fernsehen nicht mehr geben“, sagt Daniel Bröckerhoff, freier Journalist aus Hamburg. Über die Bedeutung von Bewegtbild für die werbetreibende Industrie ist sich das Plenum einig. „TV – also Bewegtbild – hat das goldene Zeitalter noch vor sich“, fasst Ralf Klassen von OneTV Mag zusammen.
kk

Qelle und weitere Informationen:
www.faktor3.de
www.newTV-Kongress.de

Über newTV Kongress:

Der newTV Kongress findet seit 2009 jährlich statt. Organisiert wird die halbtägige Konferenz von der newTV Focus Group unter dem Dach der neuen Standortinitiative für die Medien- und Digitalwirtschaft nextMedia.Hamburg. Im Rahmen des Kongresses treffen internationale Experten auf Strategen der führenden deutschen TV-Sender, um über interaktive Formate und das sich verändernde Mediennutzungsverhalten zu diskutieren. Er richtet sich an alle Marktteilnehmer, die sich unmittelbar und in ihrer täglichen Arbeit auf das Thema digitales Bewegtbild fokussieren.
www.newTV-Kongress.de

Über nextMedia.Hamburg:

nextMedia.Hamburg ist die Hamburger Initiative für die Medien- und Digitalwirtschaft. Sie wird getragen von der Freien und Hansestadt Hamburg, der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH dem Verein Hamburg@work e.V. sowie engagierten Unternehmen. Ziel der Initiative ist es, die Spitzenposition der Medienmetropole Hamburg zu sichern und die Rahmenbedingungen für die hiesigen Unternehmen zu verbessern.
www.nextMedia-Hamburg.de

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