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Hamburg Messe - © Bertram Solcher/HMC

650 Jahre Hamburg Messe

Am 29. Januar 1365 verlieh Kaiser Karl IV. Hamburg das Messeprivileg. Damit zählt die Hansestadt zu den ältesten Messestädten Deutschlands

Mit einer Reihe von Veranstaltungen wird die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) im Jubiläumsjahr über die spannende Geschichte und Entwicklung des Messewesens in der Hansestadt informieren. Den Höhepunkt bildet ein öffentlicher, bischöflicher ökumenischer Gottesdienst am 29. Januar 2015, dem Jahrestag der Urkundenverleihung, in der Hauptkirche St. Michaelis.

Univorlesungen zum Jubiläum

Im Juni 2015 wird es eine Ausstellung zur Geschichte der Hamburger Messen und Kongresse in der Rathausdiele geben. Doch den Auftakt ins Jubiläumsjahr bildet eine öffentliche Vorlesungsreihe an der Universität Hamburg, die bereits am 8. Oktober 2014 beginnt. Historiker und Messeexperten aus ganz Deutschland geben oft überraschende Einblicke in die Entwicklung und Bedeutung des Messewesens in Hamburg und der Bundesrepublik, dem größten und erfolgreichsten Messeland der Welt. „Es ist sicher etwas Besonderes für eine Messegesellschaft, eine Vorlesungsreihe auf den Weg zu bringen“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH. „ Für die sieben Vorlesungen konnten unter anderem die Messechefs aus Frankfurt, der größten deutschen Messegesellschaft, und Leipzig, das vor allem während der deutsch-deutschen Teilung eine ganze besondere Rolle in der internationalen Messewirtschaft einnahm, gewonnen werden.

Bedeutender Messeplatz

Wirtschaftssenator Frank Horch: „Ich freue mich über diese Initiative, denn sie ist ein guter Anlass, die Bedeutung der Messewirtschaft für die wirtschaftliche Entwicklung einer Metropole noch einmal deutlich in das allgemeine Bewusstsein zu rücken.(...) Wir verfolgen insbesondere die strategische Zielsetzung, Hamburg im wachsenden Markt der Messen, Tagungen und Kongresse international noch stärker zu positionieren.“ Die Hamburg Messe und Congress ist mit rund 40 Messen sowie gut 250 Kongressen und Veranstaltungen im CCH – Congress Center Hamburg jährlich Anziehungspunkt für mehr als eine Million Besucher. Gemeinsam mit den Aussteller geben sie Jahr für Jahr bis zu 700 Millionen Euro in den Geschäften, Hotels, Restaurants oder kulturellen Einrichtungen der Hansestadt aus.

Alles begann mit einem Freibrief

Wie beim Hamburger Hafen, so stand auch bei Entwicklung der Messe ein mit goldenem Majestätssiegel versehener Freibrief: Das von Kaiser Karl IV., Herrscher des Römischen Reiches deutscher Nation, am 29. Januar 1365 verliehene Messeprivileg, das es Hamburg erlaubte, zwei Wochen vor Pfingsten bis acht Tage danach eine Handelsmesse abzuhalten. Karl IV. wollte damit auch den Handelsweg von seinem Herrschersitz in Prag nach Norden sichern, dessen Endpunkt Hamburg war. Handelskolonnen mit Waren aus dem Orient und dem Mittelmeerraum, die in Prag gesammelt wurden, standen damit unter einem besonderen Schutz. In die andere Richtung konnten Salz aus Lüneburg, Stockfisch aus Norwegen, Stoffe aus Flandern oder Bier aus Hamburg nach Prag gebracht werden, ohne dass sie aufgrund besonderer Stapelrechte beispielsweise zunächst in Magdeburg angeboten werden mussten. Mit dem Tod des Herrschers 1378 änderten sich auch die Handelswege und das Messeprivileg verlor für die Pfingstmesse seine Bedeutung. Der Rat der Stadt Hamburg hob die Pfingstmesse daher 1383 auf, übertrug jedoch vorher die Privilegien auf andere Hamburger Wochen- und Jahrmärkte.

Geprägt von zwei Männern

Väter des Messewesens der Neuzeit sind Ernst Freiherr von Merck (1811-1863) und der „Erfinder“ der INTERNORGA, Albert Lubisch (1898-1978). Ernst Merck, dessen Relief bis heute eine Wand in der Messehalle B4 ziert, hatte 800 Aktionäre gewinnen können, um 1863 den Hamburger Zoologischen Garten auf dem Gelände des heutigen Planten un Blomen zu bauen. Mit der Eröffnung von Hagenbecks Tierpark 1907 in Stellingen geriet der Zoologische Garten jedoch unter wirtschaftlichen Druck, so dass zunehmend Ausstellungen und Messen in den Pavillons des Zoos durchgeführt wurden. 1921 organisierte der junge Berliner Redakteur Albert Lubisch dort erstmals die Messe mit dem sperrigen Titel „Nordwestdeutsche Frühjahrsmesse für den gesamten Bedarf von Hotel-, Restaurations-, Café- und Großküchenbetrieben“, die heute INTERNORGA heißt und die älteste Messe der HMC ist. Albert Lubisch wurde 1923 Direktor der „Zoo-Ausstellungs-Hallen AG“ und damit erster Messechef Hamburgs. 1948 übernahm Lubisch, der von den Nationalsozialisten zwischenzeitlich abgesetzt worden war, das Amt erneut und blieb bis 1967 Direktor des „Ausstellungspark Planten un Blomen“. Die heutige Hamburg Messe und Congress GmbH wurde im November 1972, kurz vor der Eröffnung des CCH – Congress Center Hamburg, gegründet.
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Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg-messe.de

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