Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Royaler Besuch in Hamburg: William und Kate besuchen die Hansestadt  - © Robert Magunia Senatskanzlei

Traditionsreiche Beziehung: Hamburg – very British!

Hamburg gilt als die britischste Stadt auf dem europäischen Festland. Enge wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen. Royaler Besuch in Hamburg

Es heißt, der Humor der Hamburger komme dem englischen ziemlich nahe und auch die hanseatische Zurückhaltung dürfte dem britischen Understatement sehr entsprechen. Tatsächlich muss, wer britische Lebensart pflegen möchte, nicht lange suchen. Anglo-hanseatischer (Kleidungs-) Stil wird seit über 170 Jahren am Neuer Wall bei Ladage & Oelke gepflegt, im Hamburger Polo-Club wird der von den Engländern hochgeschätzte Pferdesport betrieben, zahlreiche Pubs schenken Guinness, Newcastle Brown Ale oder Strongbow Cider aus und im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten hat die typisch-britische five-o’clock-tea-Zeremonie Tradition. Über 4.000 Briten leben in Hamburg. Jährlich kommen rund 300.000 britische Touristen in die Hansestadt.

Nach Stationen in Berlin und Heidelberg besuchten Prinz William und Herzogin Kate am Freitag (21. Juli) mit ihren Kindern George und Charlotte die Hansestadt. Auf dem Besuchsprogramm standen unter anderem das Maritime Museum, Airbus in Finkenwerder und natürlich die Elbphilharmonie. Von den Hamburgern wurden die Briten bei strahlendem Wetter begeistert begrüßt. Bei der Bevölkerung sind die Royals vor allem wegen ihrer unprätentiösen und volksnahen Art beliebt. So waren William und Kate beispielsweise mit dem ICE nach Hamburg angereist.

Deutsch-britische Beziehungen

Auf besonders stilvolle Weise werden im Anglo-German Club die deutsch-britischen Beziehungen gepflegt. Der 1948 von englischen Besatzungsoffizieren gegründete Verein ist ein unpolitischer Club, der mit Veranstaltungen wie dem alljährlichen Golfturnier, dem Christmas-Dinner sowie der Garden Party, die zu Ehren der englischen Königin anlässlich ihres Geburtstages veranstaltet wird, einen edlen Rahmen bietet für Kontakte und den Austausch von Meinungen und Informationen.

Angela Merkel: Es ist nicht nur das Wetter…

„Hamburg ist vielleicht die Stadt, in der die Verbundenheit zwischen Deutschland und Großbritannien am stärksten zu spüren ist. Vielen gilt Hamburg gleichermaßen als die britischste Stadt auf dem europäischen Festland. Das mag nicht nur am Wetter liegen, sondern vor allen Dingen an Hamburgs Rolle als Hafenstadt und Tor zur Welt“, versuchte sich Angela Merkel an einem Erklärungsversuch, als sie im Mai anlässlich des Übersee-Tags in Hamburg war. Neben Ähnlichkeiten im Temperament ist es schließlich vor allem die Wirtschaft, die Hamburg und Großbritannien miteinander verbindet. Aktuell gehen rund zehn Prozent des Exports von Hamburger Unternehmen nach Großbritannien. An der Spitze der ausgeführten Güter stehen pharmazeutische Erzeugnisse und Luftfahrzeuge. Wichtige Einfuhrgüter sind Erdöl und Erdgas sowie Mineralölerzeugnisse.

Hohe Lebensqualität und attraktive wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Etwa 1.000 Hamburger Unternehmen unterhalten Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich, davon sind rund 200 Unternehmen – beispielsweise die Jungheinrich AG, die Helm AG oder die Berenberg Bank – permanent mit einer Niederlassung, über ein Joint Venture, eine Vertretung oder eine Produktionsstätte vor Ort präsent. Umgekehrt finden sich gut 70 britische Unternehmen mit Sitz in Hamburg, darunter BP Europa, Cunard Line, British American Tobacco oder Unilever als niederländisch-britischer Konzern. Bereits 1926 ließ sich die British American Tobacco Co (BAT) mit einer Tochter an der Elbe nieder. Weitere Unternehmen sind jederzeit willkommen. „Hamburg bietet britischen Unternehmen attraktive Bedingungen sowohl im Hinblick auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen als auch angesichts der sehr hohen Lebensqualität in der Hansestadt“, sagt Philip Koch, Leiter Internationale Projekte und Partnerschaften bei der Handelskammer Hamburg.

Hamburg bedauert das Votum – und bietet Alternativen

Hamburg betont die traditionelle Freundschaft mit dem Vereinigten Königreich und bedauert das Votum für den Austritt aus der Europäischen Union. Die Stadt halte es für wichtig, Großbritannien auch künftig so weit wie möglich in den europäischen Binnenmarkt zu integrieren. “Wo das nicht geht, und Unternehmen über zusätzliche Aktivitäten auf dem Kontinent nachdenken, bietet sich Hamburg als Tor für in Großbritannien ansässige Firmen in die Europäische Union an. Für sie bietet Hamburg viele Vorteile”, so die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH.

Hamburg und Großbritannien verbindet eine lange Geschichte

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Großbritannien haben eine lange Tradition. 1266 gewährte König Heinrich III – ein Urahn von Elizabeth II – den Hansestädten das Recht, mit England Handel zu treiben. Als Hamburg der Hanse beitrat, waren Tücher ein wesentliches Handelsgut und so entwickelte sich der Tuchhandel der Hansestadt mit den Merchant Adventurers of England in beiderseitigem Interesse. 1350 wurde die Englandfahrer-Bruderschaft in Hamburg gegründet, während in London mit dem Stalhof ein bedeutendes Hamburger Handelskontor entstand. Zudem waren an der Londoner Börse eigens Plätze für Hamburger Kaufleute reserviert, während der Hamburger Senat britischen Kaufleuten Unterkunft in seinem Gästehaus anbot.

1632 wurde in Hamburg das britische Generalkonsulat etabliert, das 2006 in ein Honorarkonsulat umgewandelt wurde. Mit der English Church of St. Thomas à Becket entstand 1838 am Zeughausmarkt, unweit des Hamburger Michels, die älteste anglikanische Kirche auf dem Kontinent. Und nachdem 1842 der große Hamburger Brand gewütet hatte, erhielt der britische Ingenieur William Lindley von der Hamburger Rath- und Bürgerdeputation den Auftrag, die zerstörte Innenstadt neu zu planen. Ihm verdanken die Hamburger ihre Kanalisation.

Regelmäßiger Gast im Hamburger Hafen: Die Queen Mary 2

Dem schottischen Landschaftsgärtner James Booth verdankt die Stadt die Gestaltung des Jenischparks, wie überhaupt viele Hamburger Grünanlagen von englischer Gartenarchitektur beeinflusst wurden. Und der gebürtige Brite Robert M. Sloman brachte es 1851 gar zum Präsidenten der ersten gewählten Hamburger Bürgerschaft. Seine 1793 gegründete Reederei ist das älteste noch existierende Schifffahrtsunternehmen Deutschlands.

Erwähnt sei auch das besonders innige Verhältnis zu einem regelmäßigen königlichen Gast im Hamburger Hafen: Bereits seit 2004 besucht die Queen Mary 2 Hamburg und sorgt damit für Furore, denn die QM2 ist ein Kreuzfahrtschiff der Superlative: Mit 345 m Länge, 72 m Höhe und einem Gewicht von 151.400 t gehört sie zu den größten Kreuzfahrtschiffen der Welt.

Hütehunde-Vorführungen und Gummistiefelweitwurf

Die vielfachen Verflechtungen der Hansestadt mit dem Inselvolk in der Nordsee ließen sich noch lange fortsetzen,
hautnah erleben lässt sich britische Lebensart beim British Flair Festival vom 4. bis 6. August. Die Kombination aus Lifestyle-Messe und britischem Event-, Sport- und Kulturprogramm in Klein Flottbek gilt längst als Feier der deutsch-britischen Freundschaft und findet dieses Jahr zum 27. Mal statt. Als Highlights gelten die Polo- und Cricketspiele, die Hütehunde-Vorführungen und der Gummistiefelweitwurf sowie das „British Flair Open Air Proms Concert“ am Sonnabend zu dem traditionell die Picknick-Körbe ausgepackt werden. Hüte sind optional.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen unter:
www.hwf-hamburg.de
www.hk24.de
www.ladage-oelke.de
www.hamburger-polo-club.de
www.fairmont.de
www.anglo-german-club.de
www.uebersee-club.de
www.britishflair.de

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