Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
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Olaf Scholz: "Eine Tatsache, mit der wir umzugehen haben"

So reagieren Wirtschaft und Politik in Hamburg auf den Wahlsieg von Donald Trump. Bei den Unternehmen dominiert die Sorge um den Freihandel

Seit Dienstagmorgen steht fest: Donald Trump wird der nächste Präsident der USA. Seitdem dominiert dieses Thema die Beiträge in den Medien. “Ressentiments dürfen das politische Handeln nicht leiten”, twittert Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und fügt seinem Tweet ein Statement an:

Tweet von Olaf Scholz zum Ausgang der US-Wahlen 2016

Fegebank: Oh my God!

Emotionale Kommentare kommen auch von der FDP: “Wache schweißgebadet aus meinem Albtraum auf. Und stelle fest, dass er Realität geworden ist”, twittert die FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding. Nicht nur bei den Liberalen ist die Stimmung gedrückt. Die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) teilt mit: “Oh my God! Das habe ich die letzten Wochen gedanklich nicht zulassen wollen, mir fehlte einfach die Vorstellungskraft dafür.”

Wirtschaft fürchtet Nachteile für den Welthandel

„Die USA sind für Hamburg der fünftwichtigste Wirtschaftspartner weltweit”, so Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer. “Sollte Trump seine Wahlkampfankündigungen wahr machen und auf eine isolationistischere und protektionistischere Wirtschaftspolitik umschwenken, würde unser Außenhandel das in den kommenden Jahren sehr negativ zu spüren bekommen.” Die Hamburger Industrie, wie beispielsweise der Maschinenbau oder die Elektrotechnikbranche, würde unter höheren Zöllen und neuen Beschränkungen auf dem amerikanischen Markt leiden. Das TTIP-Abkommen werde auf absehbare Zeit nicht zustande kommen, meint Melsheimer.

Folgen noch nicht absehbar

Auch der Präsident des AGA-Unternehmensverbands, Dr. Hans Fabian Kruse, meldete sich am Dienstagmorgen zu Wort: „Der Sieg von Donald Trump wird einiges verändern. Was das genau für die deutsche und europäische Wirtschaft bedeuten wird, ist noch nicht absehbar. Wahlkampfgetöse ist zum Glück noch keine reale Politik. Die Märkte werden unter dem Eindruck der Unsicherheit kurzzeitig durcheinandergewirbelt, sich aber auch wieder beruhigen”, sagt der AGA-Präsident.

„Die US-Politik hat die Tourismusindustrie stets gefördert, da die Branche einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt. Hamburg wird weiter aktiv daran arbeiten, die Bekanntheit in den USA zu erhöhen und Amerikaner für eine Reise nach Hamburg zu begeistern“, sagt Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH.

Appell von Nordmetall

“Donald Trump hat in seiner ersten Rede als ‚President elect‘ zu erkennen gegeben, dass er sich der Verantwortung durchaus bewusst ist, die im neuen Amt auf ihn zukommt”, erklärte Thomas Lambusch, Präsident von Nordmetall am Dienstag. “Dies gibt den norddeutschen Arbeitgebern der Metall- und Elektronindustrie Anlass zu der Hoffnung, dass auch der 45. Präsident der Vereinigten Staaten zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen Freundschaft steht. Sie ist eine entscheidende Grundlage für Erhalt und Ausbau von Handel und Wandel zwischen den USA und Deutschland.”

Nicht Protektionismus und Zollschranken sondern fairer Freihandel und seine konkrete Ausgestaltung in Verträgen wie dem angestrebten TTIP-Abkommen werden Arbeitsplätze und Auskommen auf beiden Seiten des Atlantiks sichern, so Lambusch weiter. “Wir appellieren an den Präsident elect Donald Trump: Nehmen sie ihr Motto ‚Make America great again‘ ernst und geben sie kleinmütigen Abschottungstendenzen keine Chance. Die amerikanische wie die norddeutsche Wirtschaft brauchen stabile Rahmenbedingungen und verlässliche Partner. Für die Unternehmen der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie sind die USA noch vor China der wichtigste außereuropäische Absatzmarkt.”

Trump kommt nach Hamburg

Trumps erster Hamburg-Besuch steht offenbar bereits fest. Am 7. Juli 2017 wird er voraussichtlich mit seiner Air Force One auf dem Hamburg Airport Helmut Schmidt landen. An zwei Tagen wird in Hamburg der G20-Gipfel der wichtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt stattfinden. Am OSZE-Gipfel am 8. und 9. Dezember dieses Jahres wird noch US-Außenminister John Kerry teilnehmen.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.hk24.de/presse
twitter.com/OlafScholz
twitter.com/KatjaSuding
twitter.com/fegebanks
www.abendblatt.de

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