Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Bürgermeister Olaf Scholz - © Senatskanzlei

Olaf Scholz besucht Toulouse

Hamburgs Bürgermeister ist zu Gesprächen in die südfranzösische Stadt gereist. 2017 gibt es weitere Termine, die die gute Beziehung vertiefen

Sigmar Gabriel reiste keine 24 Stunden nach seinem Amtsantritt am 27. Januar nach Paris – gemäß der Tradition, nach der ein neuer Minister im Auswärtigen Amt zuerst den wichtigen europäischen Verbündeten besucht. Am 7. und 8. Februar unterstreicht nun auch Olaf Scholz die engen und freundschaftlichen Beziehungen beider Länder. Hamburg und Frankreich verbindet eine besonders lange Tradition.

Ausbildung und Mobilität von Jugendlichen in Deutschland und Frankreich

Hamburgs Erster Bürgermeister ist unter anderem in seiner Funktion als deutsch-französischer Kultur-Bevollmächtigter nach Toulouse gereist, wo er zunächst mit Vertretern von Airbus zusammentreffen und das dortige Werk besichtigen wollte. Heute, am zweiten Tag seiner Reise, stehen Gespräche zur Vertiefung der Kooperationen im Bereich der beruflichen und betrieblichen Ausbildung und Mobilität von Jugendlichen in Deutschland und Frankreich auf dem Programm. Dazu besucht Scholz ein Ausbildungszentrum der Luftfahrtindustrie und wird mit Vertretern der Wirtschaft, der Akademie von Toulouse, der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer sowie des Deutsch-Französischen Jugendwerkes diskutieren. Zudem ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über die Zusammenarbeit der Metropolen Hamburg und Toulouse mit dem Gemeindeverband „Toulouse Métropole“ geplant. Olaf Scholz trifft dazu Jean-Claude Dardelet, den Vize-Präsidenten von Toulouse Métropole.

Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und Frankreich

Die engen Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und Frankreich reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück und haben ihre Wurzeln im Wein: Hamburger Kaufleute importierten den roten Rebensaft aus Frankreich und begründeten damit die große Hamburger Wein(handels)tradition. Heute machen Luftfahrzeuge den Löwenanteil des etwa 30 Milliarden Euro schweren Außenhandels mit Frankreich aus. Hier zeigen sich auf eindrucksvolle Weise die engen Verflechtungen zwischen Hamburg und Toulouse – zusammen mit Seattle die drei größten Luftfahrtstandorte der Welt.

Insgesamt stehen etwa 1.130 Hamburger Unternehmen in wirtschaftlichen Beziehungen zu Frankreich. Zirka 130 davon sind mit Niederlassungen oder Produktionsstätten in Frankreich vertreten oder beteiligen sich an deutsch-französischen Joint Ventures. Umgekehrt zeigen auch französische Firmen in Hamburg Präsenz, darunter CMA CGM als größte Reederei Frankreichs, der weltweit agierende Kreditversicherer „Euler Hermes SA“ hat hier seinen Deutschlandsitz und JCDecaux, Marseiller Spezialist für Außenwerbung und Stadtmöbel, ist ebenfalls vertreten. Mit Marseille, einem der wichtigsten europäischen Erdölhäfen und einem der bedeutendsten französischen Industriestandorte, verbindet die Hansestadt bereits seit 1958 eine Städtepartnerschaft, die sich 2018 somit zum 60. Mal jährt.

HamburgAmbassadors in Marseille, Paris und Toulouse

In Frankreich ist Hamburg mit drei HamburgAmbassadors vertreten: Angela Reverdin Gabriel in Marseille, Prof. Wolfgang Michalski in Paris und Dieter Kästner in Toulouse. Das Netzwerk der HamburgAmbassadors gibt es seit 2005, um die Bekanntheit Hamburgs im internationalen Wettbewerb zu steigern. Die ehrenamtlichen Botschafter tragen die Visionen Hamburgs in die Welt, informieren im Ausland über neue Projekte und sind Ansprechpartner für an Hamburg Interessierte.

Savoir-vivre à Hambourg

Im Mai präsentiert sich Frankreich mit der im Westen des Landes gelegenen Stadt Nantes beim 828. Hafengeburtstag. Eine Delegation wird anlässlich dieses Ereignisses anreisen. Und im November lädt die Deutsch-Französische Gesellschaft Cluny e.V. Hamburg zum 62. Jahreskongress der Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften Europa e.V. in die Hansestadt ein. Es mangelt somit nicht an Gelegenheiten, die engen Beziehungen zwischen Hamburg und Frankreich zu pflegen und vertiefen.

Gut 5.000 Franzosen leben und arbeiten oder studieren in Hamburg und bringen ´Savoir-vivre` in die Hansestadt. Auch das Institut français setzt sich für die Verbreitung der französischen Sprache und Kultur sowie für die Weiterentwicklung des interkulturellen Austauschs ein. Neben Sprachkursen reicht das Veranstaltungsangebot von Theater und Musik über Film bis zu Kunst und Architektur.

Französische Klassiker sind zudem an der Staatsoper Hamburg immer wieder zu erleben. Aktuell steht am 10. und 14. Februar die Oper „Les Troyens“ von Hector Berlioz auf dem Programm. Und schließlich bieten zahlreiche französische Restaurants Bouillabaisse, Foie Gras oder Crêpes an, die bretonische Form des Eierkuchens. Apropos Kulinarik: Am 21. März findet zum dritten Mal das weltweite internationale Gastronomie-Event „Goût de France/Good France“ statt. Mehr als 2.000 Köche auf 5 Kontinenten sind dazu aufgerufen, zu einer Hommage an die französische Esskultur beizutragen. Auch Hamburger Restaurants können sich mit einem Menüvorschlag bewerben. Laurent Toulouse, französischer Generalkonsul in Hamburg, hofft auf eine rege Beteiligung.
ys/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.hamburg.de/Kulturbevollmächtigter-Olaf-Scholz
www.auswaertiges-amt.de
www.hwf-hamburg.de
www.hamburg.de/Französische-Küche/
www.hamburg.institutfrancais.de
www.staatsoper-hamburg.de
www.ambafrance-de.org
www.gout-france-good-france

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