Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Hamburg Messe - © HMC/Esch

OECD lobt Hamburg als Best-Practice in Europa

In der 116-Seiten-Studie "Local Economic Leadership" lobt die OECD die Haushaltsdisziplin, Stadtentwicklung und Beschäftigungspolitik der Hansestadt

Für die Umfrage hat die OECD vier international ausgerichtete Städte im mittleren bis höheren Ranking der EU analysiert, um Best Practices vorzustellen, wie lokale Wirtschaftsräume die Früchte neuer politischer Strategien ernten können. Diese Städte waren Amsterdam, Hamburg, Manchester und Stockholm. Nach Angaben der OECD, hat gerade dieses europäische Quartett aktiv die Herausforderung gemeistert, Beschäftigung zu sichern und auszubauen, Arbeitgeber und Investitionen anzulocken, die Investitionsquote zu erhöhen, eine ausreichende Versorgung mit Gewerbeflächen zu sichern, neue Wirtschaftsbereiche zu gründen und Inklusion auch in der Wirtschaft erfolgreich umzusetzen. Ihre Führungsstile sind Erfolgsmodelle bei der Gestaltung ihrer lokalen Wirtschaft.

Hamburg – ein Führungsbeispiel in Europa

Hamburgs wirtschaftliche Entwicklung profitiert von mehreren Zyklen an Investitionen in urbane Infrastrukturen, Personalentwicklung, Beschäftigung, Innovation und Forschung. Die kluge Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte, wo die OECD, zahle sich heute ebenso aus wie der “akribische, verlässliche und vertrauenswürdige” Führungsstil von Olaf Scholz. Hamburgs Erster Bürgermeister, so die OECD, halte keine flammenden Reden, gehe aber zentrale Herausforderungen ebenso engagiert wie hartnäckig an.

Finanzdisziplin zahlt sich aus

Seit 2011 verfolgt Hamburg eine Politik, die nachhaltiges Wachstum mit einer strengen Haushaltsdisziplin paart, so die OECD. Durch die gemeinsamen Anstrengung von Politik und Wirtschaft sei es daher gelungen, den Anforderungen einer wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden und seine Wirtschaft auf den internationalen Wettbewerb einzustellen. So gelang es Hamburg, seine Beschäftigungsquote seit 2008 um mehr als acht Prozent zu erhöhen – ein Rekord in Europa. Seit der globalen Finanzkrise ist Hamburg zu wohlhabendsten Stadt Deutschlands aufgestiegen. Strategische Herausforderungen sind jedoch weiterhin vor allem die Bereiche Wohnen, Verkehrsmanagemen und Hafenerweiterung, wo die OECD.

Kapitale der Windenergie

Hamburg ist einer der führenden europäischen Standorte der Windindustrie. In der Metropolregion Hamburg beschäftigen heute 185 Firmen der erneuerbaren Energien, darunter auch die Windsparte von Siemens, mehr als 25.000 Menschen. Zum Cluster “Erneuerbare Energien Hamburg” gehören ferner auch Universitäten sowie Partnerunternehmen. Mit dem “Energie Campus Bergedorf” gibt es zudem einen Forschungs- und Technologiecampus für die Boombranche. Die Stadt hat zudem mit der Umweltpartnerschaft freiwillige Maßnahmen und rechtliche Maßnahmen zur Ressourcenschonung institutionalisiert. Die Partnerschaft mit mittlerweile 1.000 Partnerunternehmen, hat eine Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung zur Verfügung gestellt. 50 Millionen Euro an jährlichen Betriebskosten wurden durch die Partnerschaft bislang gespart.

Hamburg setzt auf Bildung

Nach Angaben der OECD besitzt Hamburg ein hochwertiges Bildungssystem, angefangen von kleinen Grundschulklassen bis hin zur oft gelobten Jugendbeschäftigungsagentur (Jugendberufsagentur). Die Agentur bietet einen One-Stop-Service für die Bedürfnisse der Arbeitssuchenden im Alter bis zu 25 Jahren Dank der Karriereberatung, die bereits in der Schule beginnt, konnte die Zahl derjenigen, die von der Schule direkt in die Berufsausbildung wechseln, signifikant erhöht werden. Im Hochschulbereich ist die Zahl der Studierenden im Hochschulbereich von 70.000 (2008) auch mehr als 90.000 im Jahr 2013 gesteigert worden.

Erfolgreiche Einbürgerungskampagne

Auch bei Inklusion und Integration haben öffentlicher und privater Sektor dank verstärkter Anstrengen Erfolge vorzuweisen. So wurden von Hamburg die Gebühren für die Kinderbetreuung abgeschafft. Die Hamburger Handelskammer unterstützt aktiv die Integration von Flüchtlingen mit Sprachunterricht und Schulungen, um eine schnellere Integration in den Arbeitsmarkt erreichen, Parallel dazu hat sich Hamburgs Erster Bürgermeister Scholz persönlich an die Spitze der “Ich bin ein Hamburger”-Einbürgerungskampagne gestellt, um Migranten für den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft zu begeistern.

Vorbildlich beim Wohnungsbau

Dem Wohnraummangel begegnet der Senat mit einem Wohnungsbauprogramm, das eines der größten und erfolgreichsten Deutschlands ist. Jedes Jahr, so die OECD, entstehen Häuser für Familien, Alleinstehende und ältere Menschen in allen Preisklassen. Die Anzahl der gebauten Wohneinheiten pro Jahr wurde durch das Programm von 3600 auf mehr als 6000 erhöht. 2.000 der Einheiten sind davon staatlich geförderte Mietwohnungen. “Vorbildlich” nennt die OECD auch die Stadtentwicklung der HafenCity und die Strategie “Stromaufwärts an Bille und Elbe”, mit der der Wohnungsbau im Osten der Stadt vorangetrieben werden soll.

Zunehmend attraktiv für ausländische Investoren

Hamburg gelingt es zudem immer erfolgreich, Auslandsinvestitionen verbessert in die Stadt zu holen. Ausländische Immobilien-Investitionen stellten im Jahr 2014 mit 44 Prozent fast die Hälfte aller Transaktionen. Die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH spielt seit mehr als 30 Jahren bei der Gewinnung neuer Arbeitgeber und der Entwicklung der lokalen Wirtschaft eine maßgebliche Rolle. 2014 wurden die Aufgaben der HWF ausweitet. Zur Vermarktung und Versorgung von Gewerbeimmobilien gesellten sich die Bereitstellung von öffentlich-prozentige Räumlichkeiten für die Logistikbranche und die Unterstützung der industriellen Entwicklung und Revitalisierung in den östlichen Bezirken Hamburgs. Städtische Entwickler wie die Hafencity Hamburg GmbH, IBA Hamburg GmbH und HWF spielen auch eine Schlüsselrolle im Hinblick auf die Vermarktung von neuen Immobilien. Eine der wichtigsten neuen Projekte in der Hafencity ist das Überseequartier, das 2014 für 860.000.000 Euro von Unibail-Rodamco erworben wurde.

Stadtstaat mit großer Vision

Im Jahr 2015 hat die Stadt ihre Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 eingereicht. Die OECD meint dazu: “Dieser Ehrgeiz veranschaulicht die Fähigkeit des Bürgermeisters, die Aufgaben der Stadtverwaltung an eine große Vision zu koppeln. Hamburg sagt dem Internationale Olympische Community: Ein historisch unabhängiger Stadtstaat in Europa kann kompakte, überschaubare und Spiele für das Volk veranstalten, die Mehrausgaben vermeiden und Vielfalt fördert. Eine Reihe von integrativen Zielen in der Stadtentwicklung untermauern Hamburgs Bewerbung.
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Die 116 Seiten lange Studie gibt es hier als PDF-Download:
www.oecd.org/cfe/leed/OECD-LEED-Local-Economic-Leadership.pdf

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