Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
© HafenCity Hamburg GmbH Burghard Kuhn

HafenCity: 860 Millionen Euro für das südliche Überseequartier

Französisches Immobilienunternehmen übernimmt Entwicklung und Realisierung. Mehr Wohnraum - Stärkung des Einzelhandels. Fast 2.000 neue Arbeitsplätze

Für die Entwicklung und Realisierung des südlichen Überseequartiers im Herzen der HafenCity ist der Durchbruch gelungen: Das französische Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco übernimmt die Gesamtentwicklung und Realisierung des Überseequartiers, teilten der Hamburger Senat und die HafenCity GmbH am Freitag mit. Höhe der geplanten Investitionen: rund 860 Millionen Euro. Allein im Einzelhandels-, Gastronomie- und Entertainmentbereich sollen rund 1.900 Vollarbeitsplätze entstehen.

Es soll ein weitgehend offenes und urbanes, nicht klimatisiertes, aber gleichzeitig wettergeschütztes Einkaufsviertel entstehen, durchmischt mit gut vernetzten weiteren publikumswirksamen Nutzungen, das in dieser Form und Größe in Europa bislang einzigartig sei.

Mehr Wohnraum schaffen

Damit sei die Chance genutzt worden, das ursprüngliche Konzept auf eine neue zukunftsfähige Basis zu stellen, den Einzelhandel wirkungsvoller und attraktiver zu gestalten, den Anteil an Büroflächen zugunsten von Wohnungen zu reduzieren, das Kreuzfahrtterminal städtebaulich besser zu integrieren und für einen Wetter- und Windschutz zu sorgen. Seinen offenen, städtischen Charakter soll das südliche Überseequartier behalten. Die neue Waterfront an der Elbe wird durch ein architektonisch markantes Ensemble aus Kreuzfahrtterminal, Waterfront Towers und einem neuen gut 70 Meter hohen Gebäude des Architekten und Pritzker-Preisträgers Christian de Portzamparc geprägt sein.

Zentrum der HafenCity neu gestalten

Sowohl in seinem Nutzungskonzept als auch in der städtebaulichen Struktur knüpfe das neue Konzept für das südliche Überseequartier an Themen der ursprünglichen Planung an. Der Neustart werde aber auch dazu genutzt, durch neue Elemente deutlich bessere Voraussetzungen für den langfristig erfolgreichen Betrieb des Überseequartiers als mischgenutztes, kommerzielles Herz der HafenCity zu schaffen.

Das Nutzungskonzept

Wohnen soll gestärkt werden: Büroflächen werden zugunsten von Wohnungen erheblich reduziert
Der Büroflächenanteil wird zugunsten von Wohnen von ehemals geplanten 142.000 qm BGF auf nunmehr 90.300 qm BGF reduziert. Der Wohnanteil erhöht sich dadurch erheblich auf 92.700 qm BGF im gesamten Überseequartier (im Vergleich 48.000 qm BGF im alten Konzept). Die Wohnungen entstehen im überwiegenden Teil nördlich der U-Bahn-Trasse; damit seien Nutzungskonflikte mit dem (auch in Zukunft nicht völlig emissionsfreien) Kreuzfahrtbetrieb ausgeschlossen.

Bessere Integration des Kreuzfahrtterminals

Das künftige Cruise Center HafenCity wird in ein Gebäudeensemble aus Hotel und Handelsflächen einziehen und auf zwei Ebenen mit insgesamt 4.600 qm BGF (zuvor: 3.000 qm BGF geplant; provisorisches Terminal heute 2.400 qm) leistungsfähiger und städtebaulich stärker mit dem Quartier verknüpft. Hinzu kommen ein unterirdischer Busbahnhof mit 12 Haltepositionen sowie eine unterirdische Taxivorfahrt. Damit können das starke Wachstum der Kreuzfahrt-aktivitäten und die wachsende Zahl der Kreuzfahrtgäste ihre Wirkung für die Innenstadt entfalten.

Einzelhandel wird gestärkt

Ein erfolgreicher Einzelhandel besitzt eine fundamentale Rolle sowohl für die Realisierung des Überseequartiers selbst als auch für eine langfristig gut funktionierende urbane HafenCity und deren Verknüpfung mit der bestehenden Innenstadt. Vor diesem Hintergrund wird die Einzelhandelsfläche des südlichen Überseequartiers auf 80.500 qm Bruttogeschossfläche erhöht. Auf dieser vergrößerten Fläche lasse sich eine größere Diversität des Angebots darstellen.

Außerdem sollen große Ankernutzer insgesamt für eine ausreichende Grundfrequenz der Besucher auch innerhalb der Woche sorgen; davon sollen kleinere und mittlere Läden und die vielen Erdgeschosslagen in der HafenCity profitieren. Das Überseequartier mobilisiert die Laufbeziehungen zwischen Elbphilharmonie, Speicherstadt, der zukünftigen Bebauung des Strandkais, der Shanghaiallee und dem Baakenhafenquartier.

Der Investor

Unibail-Rodamco SE, gegründet 1986, ist das wohl größte börsennotierte Unternehmen Europas im Bereich Gewerbeimmobilien mit Standorten in zwölf EU Ländern und einem Bestandsportfolio in Höhe von 33,6 Milliarden Euro (Stand: 30. Juni 2014). Als integrierter Betreiber, Investor und Entwickler ist die Gruppe darauf ausgerichtet, die gesamte Immobilien-Wertschöpfungskette abzudecken.

Unibail-Rodamco SE integriert im Überseequartier als Eigentümer, Bauherr und Betreiber sowohl Planung, Bau als auch Betrieb der Handels- und Gastronomieflächen sowie der öffentlich zugänglichen Wegeflächen. Im Zuge der Umsetzung des südlichen Überseequartiers sollen demnach Investitionen von rund 860 Millionen Euro realisiert werden.

Wie geht es weiter?

Nach der Befassung der Hamburgischen Bürgerschaft soll die intensive Planungsphase beginnen. Die Architekturentwürfe für die einzelnen Gebäude sollen erarbeitet werden. Das wird das Jahr 2015 überwiegend in Anspruch nehmen. Gleichzeitig wird mit der Erarbeitung eines neuen Bebauungsplans begonnen, auf dessen Basis dann Bauanträge gestellt und Baugenehmigungen erlangt werden können. Der Bau kann voraussichtlich 2017 beginnen, 2021 wird mit der Fertigstellung der zentralen Flächen mit Einzelhandel, Gastronomie, Entertainment, Kreuzfahrtterminal, Hotel und einem Teil der Büroflächen gerechnet.

Hamburgs Bürgermeinster Olaf Scholz: „Nicht nur die HafenCity selbst wird von diesem Neustart im südlichen Überseequartier profitieren: Der besondere städtische und offene Charakter des Konzeptes mit der Einbindung der maritimen Atmosphäre der Elbe wird für die Bewohner Hamburgs, für Besucher und Touristen gleichermaßen ein Gewinn sein.”
ker

Quelle und weitere Details zum Nutzungskonzept:
www.hafencity.com
www.hamburg.de

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